
Nach zweieinhalb Tagen und über 1300 Kilometern im Sattel hält sich Christoph Strasser beim Transcontinental Race souverän in den Top 5. Bei der Fahrt von Norwegen durch Schweden entscheidet derzeit nicht nur die reine Beinarbeit über den Rennverlauf, sondern das exakte Timing an den Fähranlegern auf dem Weg Richtung Polen.
Jagd nach dem Fahrplan durch Norwegen und Schweden
Seit dem Start im norwegischen Trondheim spult der Obersteirer im Schnitt rund 539 Kilometer pro Tag ab. Nach einer komplett durchgefahrenen ersten Nacht setzt Strasser nun auf jeweils dreistündige Schlafpausen, um die Körner für die verbleibende Distanz des 4.800 Kilometer langen unsupported-Rennens zu sparen.
Christoph Strasser beschreibt die Eindrücke der ersten Etappen wie folgt:
„Gestern Abend erreichte ich Schweden. Im Gegensatz zu Norwegen mit seinen prächtigen Fjorden, Bergen und Wasserfällen ging es hier eher monoton und flach bis wellig weiter; „Kilometer fressen“ ist hier angesagt. Gestern erwischte ich die erste Fähre gerade rechtzeitig. Mein Ziel ist es, dass ich heute Abend die entscheidende Überfahrt von Schweden aufs europäische Festland nach Polen erreiche. Rund 360 Kilometer muss ich in 15 Stunden schaffen. Das sollte sich ausgehen, ich darf aber nicht bummeln.“
Gemperle stürmt voran, Strasser setzt auf Geduld
An der Spitze des Feldes legt der Schweizer Vorjahressieger Robin Gemperle ein extremes Tempo vor und erarbeitet sich mit minimalen Schlafeinheiten einen deutlichen Vorsprung, um eine frühere Fährverbindung zu erwischen. Strasser lässt sich von Vorstoßversuchen der Konkurrenz jedoch nicht aus der Ruhe bringen.
Zu den unterschiedlichen Strategien an der Spitze erklärt Strasser:
„Robin hat bisher nur einmal geschlafen. Er will heute Mittag die Fähre erwischen, was natürlich ein großer Vorteil für ihn wäre. Aber er hat schon jetzt sehr viel Energie investiert. In der letzten Nacht schlossen einige von hinten auf mich auf, weil sie auch auf Schlaf verzichtet haben. Ich halte aber weiterhin an meiner Taktik fest und es macht sich bisher bezahlt. Das Rennen dauert noch lange.“
Ob sich Gemperles Ritt auf der Rasierklinge bis ins Ziel auszahlt oder Strassers kontrollierte Taktik am Ende die größeren Reserven freisetzt, werden die kommenden Tage auf dem Weg nach Südosteuropa zeigen.
Live-Tracking: https://www2.followmychallenge.com/live/tcrno12/

Kommentar schreiben