
Die Fahrradbranche kämpft: volle Lager, zurückhaltende Käufer, sinkende Absatzzahlen. Und mittendrin wächst ausgerechnet das Segment, das viele lange als Randerscheinung abgetan haben – der Dreiradmarkt. vanRaam, weltgrößter Hersteller von Reha-Fahrrädern, erklärt, warum das kein Zufall ist. Und warum der qualifizierte Fachhandel davon profitieren kann.
Kein Trend, sondern ein Bedürfnis
Der entscheidende Unterschied zwischen einem Dreirad-Kauf und dem Kauf eines neuen E-Bikes liegt in der Kaufmotivation. Wer sich für ein Dreirad entscheidet, tut das selten aus Lust auf etwas Neues – sondern weil sich die eigene Mobilitätssituation verändert hat. Gleichgewichtsprobleme, körperliche Einschränkungen, Reha-Bedarf nach einem Unfall oder schlicht der Wunsch nach mehr Stabilität: Diese Bedürfnisse verschwinden nicht, wenn die Konjunktur schwächelt.
Alexander Hülsmann, Marketingmanager DACH bei vanRaam, bringt es auf den Punkt:
„Wir beobachten, dass viele Menschen mit einem Dreirad überhaupt erst wieder mobil werden. Das macht die Nachfrage deutlich weniger konjunkturabhängig als in anderen Segmenten."
Das ist der strukturelle Kern des Wachstums: Dreiräder sind keine Lifestyle-Produkte, die man sich gönnt oder auf bessere Zeiten verschiebt. Sie sind Problemlöser – und Probleme warten nicht auf den nächsten Wirtschaftsaufschwung.
Demografischer Wandel als Rückenwind
Eine älter werdende Gesellschaft braucht Mobilität – aber nicht zwingend ein Auto oder den ÖPNV, dessen Kosten steigen und dessen Taktung individuelle Bedürfnisse oft nicht abdeckt. Dreiräder füllen diese Lücke: stabil, sicher, mit E-Unterstützung auch auf längeren Strecken oder anspruchsvollerem Terrain alltagstauglich.
Dabei greift die Zielgruppe längst über Seniorinnen und Senioren hinaus. Menschen mit neurologischen Erkrankungen, Pendlerinnen und Pendler, die auf Fahrstabilität setzen, oder Menschen in der Reha entdecken Dreiräder als praktikable Alternative. Das Segment wächst – und es wächst in die Breite.
Beratung schlägt Preisdruck
Für den Fachhandel hat das direkte Konsequenzen. Dreiräder werden nicht spontan online bestellt. Sie werden ausprobiert, angepasst und – wenn alles passt – gekauft. Probefahrten, individuelle Konfigurationen, persönliche Beratung: Das ist das Spielfeld des qualifizierten Fachhandels, und genau hier liegt der Vorteil.
Hülsmann dazu:
„Dreiräder werden nicht aus dem Bauch heraus gekauft. Probefahrten, individuelle Anpassungen und persönliche Beratung spielen eine zentrale Rolle – genau hier liegen die Stärken des qualifizierten Fachhandels, die die Kunden auch wertschätzen."
Das bedeutet: weniger Preisdruck, höhere Abschlussqualität und langfristige Kundenbeziehungen. In einem Markt, der sonst gerade von Margendruck und Überbeständen geprägt ist, ist das kein schlechtes Angebot.
Kundenspezifisch statt auf Lager
Ein weiterer struktureller Vorteil des Dreirad-Segments: Modelle wie das Easy Rider, das Balance oder das Thuja von vanRaam werden häufig individuell konfiguriert – von der Sitzposition über die Motorisierung hin zu therapeutischen Anpassungen. Das reduziert Lagerware auf beiden Seiten – beim Hersteller und beim Händler – und macht die Planung entlang der gesamten Wertschöpfungskette stabiler.
Hülsmann fasst die Marktlage zusammen:
„Dreiräder sind kein Nischenprodukt mehr. Sie sind ein relevanter Teil zukünftiger Alltagsmobilität. Dass dieses Segment derzeit als einziges wächst, ist kein Zufall, sondern die logische Folge eines gesellschaftlichen Wandels."
Über vanRaam
Die Geschichte von vanRaam beginnt 1900 in Amsterdam – mit einer Schmiede. Heute arbeiten rund 360 Menschen in den Werken in Varsseveld (Niederlande) und Wykroty (Polen) für den weltweit größten Hersteller von Reha-Fahrrädern. Das Sortiment umfasst Tiefeinsteiger-Räder, Sesseldreiräder, Tandems, Parallel-Tandems, Transporträder und vierrädrige Elektromobile – alle individuell konfigurierbar, nahezu alle Spezialteile inhouse entwickelt und produziert. In Zusammenarbeit mit Hochschulen betreibt vanRaam eine eigene Innovationsschmiede.
Fazit
Während die Branche auf Erholung wartet, zeigt vanRaam, dass strukturelles Wachstum auch in schwierigen Zeiten möglich ist – wenn das Produkt einen echten Bedarf adressiert. Das Dreirad-Segment ist kein Selbstläufer, aber es ist stabil, beratungsintensiv und demografisch gut aufgestellt. Für Händler, die in Qualität statt in Volumen denken, könnte das der richtige Moment für einen genaueren Blick sein.
Mehr Informationen: www.vanraam.com

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