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Eva Lechner: Weltklasse im Weltcup

Foto:  Eva Lechner - Bogense 2017 by Anton VOS
Foto: Eva Lechner - Bogense 2017 by Anton VOS

Bogense in Dänemark war ein harter Parcour. Viel Schlamm. Viele Passagen nicht mit dem Rad zu bewältigen. Am Ende siegt die Weltmeisterin und Eva Lechner wird hervorragende Vierte.

 

Fünf Runden voller Dramatik. Gleich zu Beginn ein weltmeisterlicher Vorstoß. Die amtierende Weltmeisterin Sanne Cant aus Belgien setzt sich ab, will das Rennen allein entscheiden.

Was anfangs möglich erscheint, wird von Helen Wyman aus Großbritannien gegen Mitte des Rennens gestört. Die Britin setzt sich erfolgreich an das Hinterrad der Weltmeisterin. Deren Konter folgt umgehend, wird aber von einem technischen Problem gestoppt. Und wieder legt die Weltmeisterin los und kann am Ende allein über die Ziellinie fahren.

Lange Zeit hinter dem Führungsduo die Südtirolerin Eva Lechner. Stark, athletisch, konsequent. So wie in alten Zeiten. Eva Lechner ist wieder Weltklasse. Das bewies schon der sechste Platz bei den Europameister-schaften Anfang November. Und im Weltcup sollte es noch besser laufen.

Bis kurz vor Schluss war Eva Lechner in Dänemark drauf und dran, als Dritte ins Ziel und damit aufs Podest zu fahren. Dass ihr dies nicht gelang, lag an der US-Amerikanerin Kaitie Keough, die am Ende die frischeren Beine und den längeren Atem für den Schlusssprint hatte.

An achter Stelle rollte Lechner-Landsfrau Alice Maria Arzuffi über die Ziellinie. Auf ihr hatten nach EM-Bronze große Hoffnungen gelegen.

 

Was das fulminante Comeback von Eva Lechner bewirkt hat?

 

„Sicherlich nicht nur ein Grund“, sagt Eva Lechner freudestrahlend. Aber ein ganz entscheidender. Seit kurzem wird die Südtirolerin von einem ganz Großen der Cross-Szene gecoacht. 

 

 

Neuer Coach für Eva Lechner: Luca Bramati, hier auf dem Weg zu WM-Bronze 1996 in Montreuil bei Paris (Foto: H.A.Roth/roth-foto.de)
Neuer Coach für Eva Lechner: Luca Bramati, hier auf dem Weg zu WM-Bronze 1996 in Montreuil bei Paris (Foto: H.A.Roth/roth-foto.de)

 

Luca Bramati, erfolgreicher Cross und MTB-Profi der 1990er Jahre.

Seinen ganz großen Tag hatte er bei den Cross-Weltmeisterschaften 1996, als er gewonnen hätte, wäre nicht noch eine Runde zu fahren gewesen.

Luca Bramati wähnte sich bereits im Ziel, ein Irrtum.

Am Ende wurde er knapp geschlagen und holte Bronze.

 

Der Sieger damals: kein geringerer als Cross-Legende Adrie van der Poel aus Belgien.

Luca Bramati ist übrigens der Cousin des bekannten Ex-Profis Davide Bramati, heute noch in der Rennradszene als Sportdirektor aktiv.

 

Eva Lechner zu ihrem neuen Couch: „Er ist ein absoluter Profi, kennt die Szene und war in den selben Disziplinen erfolgreich wie ich. Im Cross und im Mountainbike. Das verbindet.“ Außerdem ist Luca Bramati offizieller Co-Kommentator auf RAI-Sport bei den internationalen Cross-Rennen.

Mehr als nachvollziehbar, dass er sich ganz besonders über das Comeback von Eva Lechner gefreut hat.

Text (exklusiv für VeloTOTAL): Dr. Josef Bernhart

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