Physik schlägt Technik: Das Fahrrad deklassiert jedes E-Auto gnadenlos

Fahrrad und Pedelec – Die energieeffizientesten Fortbewegungsmittel unserer Zeit / Copyright velotech.de
Fahrrad und Pedelec – Die energieeffizientesten Fortbewegungsmittel unserer Zeit / Copyright velotech.de

Wenn wir über die Mobilität der Zukunft sprechen, werfen wir meistens mit Batteriekapazitäten, Ladezeiten und Reichweiten um uns. Doch die wichtigste Frage geht dabei oft komplett unter: Welches Fortbewegungsmittel geht eigentlich am sparsamsten mit Ressourcen um?

Der renommierte Sachverständige Ernst Brust hat die nackten physikalischen Gesetze auf den Prüfstand gestellt und zeigt überraschende Zahlen auf. Die Wahrheit ist: Weder Hightech-E-Autos noch modernste E-Scooter können dem klassischen Fahrrad und dem Pedelec bezüglich Energieeffizienz auch nur ansatzweise das Wasser reichen.

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Frage, welche Fortbewegungsart die geringste Energiemenge benötigt. Dabei wird häufig die Kenngröße Joule pro Kilogramm und Kilometer (J/kg/km) verwendet. Diese beschreibt den erforderlichen Energieaufwand, um ein Kilogramm Masse über einen Kilometer zu bewegen.

 

Je niedriger dieser Wert ist, desto effizienter erfolgt die Fortbewegung. Und genau hier trumpft das Fahrrad massiv auf.

 

Während ein Mensch zu Fuß stolze 3.200 J/kg/km benötigt, schrumpft dieser Wert auf dem Fahrrad auf gerade einmal 630 J/km/kg zusammen.

 

Selbst Pferde (1.250 J/kg/km) oder Kamele (1.180 J/kg/km) verbrauchen für dieselbe Strecke deutlich mehr Energie.

 

Der physikalische Grund ist simpel wie genial: Während ein Fußgänger bei jedem Schritt seinen Körperschwerpunkt anhebt und wieder absenkt, rollt ein Fahrrad nahezu verlustfrei über den Untergrund.

 

Der Pedelec-Effekt im Systemcheck

Kommt ein Elektromotor ins Spiel, wird die Rechnung komplexer, aber keineswegs schlechter. Durch die Motorunterstützung sinkt der rein körperliche Energieaufwand des Fahrers drastisch – je nach Modus auf 150 bis 600 J/kg/km.

 

Der dafür benötigte Strombedarf moderner Pedelecs ist im Vergleich zu anderen motorisierten Fahrzeugen verschwindend gering. Ein normales Pedelec begnügt sich im Alltag mit etwa 4 bis 8 Wh/km.

 

Werfen wir den Blick auf ein modernes Elektroauto, fordert dieses typischerweise 130 bis 200 Wh/km ein – ein energetischer Abgrund.

 

Das verwendungsfertige Gesamtfahrzeug im Visier

Für Experten wie Ernst Brust greift die bisherige, isolierte Betrachtung von Motoren oder reiner Muskelarbeit jedoch zu kurz. Ein Datenblatt allein sagt wenig über die tatsächliche Energieeffizienz eines Fahrzeugs im Alltag aus.

 

Der Experte vertritt seit vielen Jahren einen klaren Leitsatz, wenn es um die energetische und technische Bewertung geht: „Wir testen das Ganze und nicht nur seine Teile.“

 

Eine moderne und objektive Energiebewertung darf sich nicht auf Laborwerte einzelner Komponenten verlassen. Erst im realen Zusammenspiel auf der Straße – unter Berücksichtigung von Systemgewicht, Zuladung, realen Fahrprofilen, Reifendruck, Temperatur und Straßenoberfläche – zeigt sich, wie nachhaltig und effizient ein Mikromobilitätskonzept tatsächlich arbeitet.

 

Für die dringend notwendige Verkehrswende im urbanen Raum bedeutet das: Wir müssen weg von der Fixierung auf reine CO₂-Werte am Auspuff und hin zu einer ehrlichen Gesamtbetrachtung des Energieverbrauchs. Das Fahrrad und das Pedelec sind hierfür bereits heute die ungeschlagenen Benchmark-Systeme.

 

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