Nach CUBE-Rückruf: Verbände fordern faire Vergütung für den Fachhandel

VSF bekräftigt Forderung nach fairer Vergütung bei Produktrückrufen
VSF bekräftigt Forderung nach fairer Vergütung bei Produktrückrufen

Sicherheitsrelevante Rückrufe sind für die Verkehrssicherheit unerlässlich – für den Fahrrad-Fachhandel bedeuten sie im Alltag jedoch oft einen erheblichen, unkompensierten Aufwand. Aus aktuellem Anlass bekräftigen der Verbund Service und Fahrrad (VSF) sowie die Verbundgruppe BIKE&CO ihre Forderung nach einer angemessenen und zeitnahen Aufwandsentschädigung durch die Hersteller. Als konkretes Beispiel dient der jüngste Produktsicherheitsrückruf von CUBE ACID Hybrid Carbon Kurbelarmen.

Aufwand übersteigt oft die Erstattungen

Die operative Abwicklung von Rückrufen verursacht in den Werkstätten messbare Kosten, die weit über das reine Schrauben hinausgehen. Neben dem mechanischen Austausch der Kurbelarme müssen die Betriebe wertvolle Arbeitszeit für die Dokumentation, die Kundenkommunikation sowie für das Management blockierter Werkstattkapazitäten aufwenden.

 

Die Verbände drängen auf die Einhaltung bestehender Regeln. Unzureichende Erstattungsangebote der Industrie gefährden laut den Verbänden die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Handels und damit letztlich auch die Sicherheit der Endkunden, da der Service dauerhaft und kundenfreundlich sichergestellt werden muss. Der gemeinsam von VSF und ZIV erarbeitete Leitfaden für faire Belieferungsverträge enthält hierzu bereits klare Anhaltspunkte für einen partnerschaftlichen Umgang zwischen Lieferanten und Fachhandel.

 

Regulärer Stundensatz als rechtmäßige Grundlage

Die Verbände unterstreichen erneut, dass der Fachhandel das Recht hat, alle notwendigen und nachweisbaren Aufwendungen geltend zu machen, die bei der Durchführung eines solchen Rückrufs entstehen. Dazu gehören ausdrücklich auch administrative Tätigkeiten und nachweisbare Ausfallkosten für geblockte Werkstattbühnen. Dabei darf der Fachhandel sogar seinen regulären Stundensatz veranschlagen.

 

Laut einer aktuellen Händlerumfrage von VSF und BIKE&CO liegt der durchschnittliche Werkstattverrechnungssatz in der Branche bei 80,16 EUR netto. Für den aktuellen Kurbel-Rückruf von CUBE empfehlen die Verbände daher eine transparente Abrechnung auf Basis eines angenommenen Standard-Satzes von 80,00 EUR netto pro Stunde. Um den Betrieben die bürokratische Arbeit zu erleichtern, stellt der VSF Händlerinnen und Händlern ab sofort eine editierbare Mustervorlage zur Abrechnung gegenüber dem Hersteller zur Verfügung.

 

Branchen-Fakten im Überblick

  • Anlass: Produktsicherheitsrückruf CUBE ACID Hybrid Carbon Kurbelarme

  • Forderung: Vollständige und zeitnahe Erstattung aller operativen Kosten (inkl. Dokumentation, Kommunikation und Werkstattausfall)

  • Grundlage: VSF/ZIV-Leitfaden für faire Belieferungsverträge

  • Branchen-Benchmark: Durchschnittlicher Werkstattverrechnungssatz von 80,16 EUR netto laut Händlerumfrage

http://www.vsf.de/

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