Sicher auf dem Pedelec: DEKRA warnt vor unterschätzten Risiken

Radeln mit elektrischem Rückenwind: Nicht zu schnell in den Turbomodus wechseln / Bild von Dieter Stehle auf Pixabay
Radeln mit elektrischem Rückenwind: Nicht zu schnell in den Turbomodus wechseln / Bild von Dieter Stehle auf Pixabay

Der Boom der Elektrofahrräder hält unvermindert an: Rund 15,7 Millionen Pedelecs waren im Jahr 2024 auf deutschen Straßen unterwegs – achtmal so viele wie noch vor zehn Jahren. Doch mit dem elektrischen Rückenwind wächst auch das Unfallrisiko. Die Experten der Sachverständigenorganisation DEKRA mahnen insbesondere Einsteiger und Senioren zur Vorsicht und weisen auf die spezifischen Tücken der motorisierten Zweiräder hin.

Ein Pedelec ist kein gewöhnliches Fahrrad. Jochen Hof, Fahrradexperte bei DEKRA, betont, dass sich das Fahrverhalten in wesentlichen Punkten unterscheidet:

  • Hohes Eigengewicht: E-Bikes sind deutlich schwerer als „Bio-Bikes“. Das erschwert nicht nur das Handling beim Schieben, sondern führt auch dazu, dass das Rad beim Anhalten oder im Stand leichter umkippen kann.

  • Kraftvolle Beschleunigung: Der „Turbo-Modus“ verleitet dazu, zu schnell anzufahren. Die plötzliche Kraftentwicklung muss kontrolliert werden, um nicht die Balance zu verlieren.

  • Veränderte Kurvenlage: Durch die höhere Geschwindigkeit und das Gewicht vergrößert sich der Kurvenradius – ein Umstand, der vorwiegend in engen städtischen Situationen Übung erfordert.

Bremstechnik und vorausschauendes Fahren

Ein kritischer Punkt sind die meist verbauten hydraulischen Scheibenbremsen. Diese packen deutlich kräftiger zu als klassische Felgenbremsen. „Die höhere Bremskraft will dosiert sein“, so Hof. Wer in einer Schrecksekunde zu abrupt bremst, riskiert einen Sturz.

 

Tipps für mehr Sicherheit im Sattel:

  • Übung macht den Meister: DEKRA empfiehlt Neulingen und Umsteigern spezielle Fahrsicherheitstrainings, um ein Gefühl für Bremsweg und Beschleunigung zu bekommen.

  • Sichtbarkeit: Auffällige Kleidung und das frühzeitige Einschalten des Lichts helfen dabei, von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen zu werden.

  • Defensiv agieren: Andere Autofahrer oder Fußgänger unterschätzen oft das Tempo von Pedelecs. Radfahrer sollten daher Fehler anderer einkalkulieren und besonders an Kreuzungen vorsichtig sein.

  • Helm ist Pflicht: Auch wenn keine gesetzliche Helmpflicht für Pedelecs (bis 25 km/h) besteht, ist er als Lebensretter bei Stürzen unverzichtbar.

Wer es am Anfang ruhig angehen lässt und sich schrittweise an die Technik gewöhnt, kann den hohen Spaßfaktor des E-Biking genießen, ohne seine Sicherheit aufs Spiel zu setzen.

 

www.dekra.de

Kommentar schreiben

Kommentare: 0