UDV-Studie: ADFC kritisiert mangelhaften Ausbau und Pflege der Radwege

Radfahren im Winter ©Gueven Purtul-Visum
Radfahren im Winter ©Gueven Purtul-Visum

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat heute eine neue Studie zu Alleinunfällen von Radfahrenden veröffentlicht. Diese Unfälle, bei denen Radfahrende ohne Fremdeinwirkung stürzen, haben in den letzten Jahren sowohl prozentual als auch in absoluten Zahlen zugenommen. Besonders alarmierend ist, dass etwa die Hälfte dieser Stürze auf feuchtem oder winterglattem Untergrund oder auf mit Laub bedeckten Strecken passiert. Diese Bedingungen erhöhen das Risiko für Radfahrende erheblich. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die Ergebnisse der Studie kommentiert und auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Infrastruktur und Sicherheitsmaßnahmen für Radfahrende zu verbessern.

ADFC-Bundesgeschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann sagt: „Die steigenden Unfallzahlen im Radverkehr insgesamt machen uns Sorgen. Auch die Berufsgenossenschaften haben schon Alarm geschlagen, dass die Fahrradunfälle auf dem Weg zur Arbeit deutlich zugenommen haben. Bei den Stürzen hat die Zunahme nach unserer Einschätzung mit zwei Dingen zu tun: Einerseits wird das Fahrrad als leistungsfähiges Verkehrsmittel für den Nahbereich immer populärer. Andererseits schwächeln die Kommunen beim Ausbau und der Pflege der Radwege. Radwege haben Schlaglöcher und Baumwurzelaufbrüche. Bordsteine sind nicht fahrradgerecht abgesenkt. Manchmal stehen sogar Poller oder Schilder mitten auf dem Radweg.“ 

 

„In den Daten der UDV sehen wir eine klare Häufung der Fahrradunfälle in den Wintermonaten – und das, obwohl im Sommerhalbjahr mehr als doppelt so viel Fahrrad gefahren wird. Radwege sind im Winter häufig mit Laub, Schmierschmutz, Schnee und Eis bedeckt. Das bringt Sturzgefahr. Und diese Gefahr wird weiter zunehmen, wenn Ausbau und Pflege der Radwege nicht schneller vorankommen. Natürlich muss man die Fahrweise den widrigen Verhältnissen anpassen. Aber die Radfahrenden hier allein in die Verantwortung zu nehmen, greift zu kurz – denn die eigentliche Gefahrenursache ist die schlechte und schlecht gepflegte Infrastruktur. Internationale Fahrradhauptstädte wie Kopenhagen und sogar das finnische Oulu nahe dem Polarkreis zeigen, dass sicheres Radfahren im Winter möglich ist, wenn die Radwege gut sind – und die Kommunen den Winterdienst auf Radwegen ernst nehmen.“

 

Link zur Studie

www.adfc.de