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Von wegen gefährlich

Das Radfahren ist sicherer geworden. Das erklärt der Zweirad Industrieverband ZIV, der dazu Zahlen des Statistischen Bundesamts ausgewertet hat. Während die Anzahl der tödlich verunglückten RadfahrerInnen seit 2018 konstant bleibt, ist die Kilometerleistung pro Rad und Jahr und etwa 30 Prozent gestiegen.

Das Fahrradfahren ist sicherer geworden. Das belegen aktuelle Zahlen des ZIV und Statistischen Bundesamts
Das Fahrradfahren ist sicherer geworden. Das belegen aktuelle Zahlen des ZIV und Statistischen Bundesamts. (c) Andreas Burkert

Trauen Sie nur den Fakten. Wird die Zahl der tödlich verunfallten Radfahrer in Relation zum gestiegenen Radverkehr gesetzt, erkennt, dass das Fahrradfahren sicherer geworden ist. Entsprechende Zahlen hat soeben der Zweirad Industrie Verband ZIV veröffentlicht. Der Verband hat dazu die aktuellen Zahlen zu den tödlich verunglückten RadfahrerInnen des Statistischen Bundesamts grafisch aufbereitet. Während die Zahl der Verkehrstoten seit etwa 2018 nahezu konstant geblieben ist, ist die Strecke der mit dem Fahrrad gefahrenen Kilometer von 410 auf 550 Kilometer gestiegen.

 

Entgegen der Behauptungen mancher Medien, die stets tödlich verunglückte Pedelec-FahrerInnen zitieren, „ist Fahrradfahren sicherer geworden“, erklärt Ernst Brust, der bis 31. März 2021 Geschäftsführer des ZIV war und nun dort das Ressort Technik leitet. Ursächlich für die stark gestiegene Kilometerleistung pro Radfahrer und Jahr ist der Trend zum Pedelec – und die Maßnahmen, die Pandemie einzudämmen. So stieg innerhalb eines Jahres die Fahrleistung um annähernd 30 Prozent auf 550 Kilometer pro Person in 2020. Trotz dieser positiven Entwicklung, sieht Brust noch großen Bedarf, „Radfahren in Deutschland noch sicherer machen, indem wir auch hierzulande die nötige Infrastruktur schaffen.“

Sprunghafter Anstieg der 2-Rad Fahrerleistung bei gleichbleibenden Unfällen in Deutschland.
Sprunghafter Anstieg der 2-Rad Fahrerleistung bei gleichbleibenden Unfällen in Deutschland. Quelle: ZIV

Ältere Pedelec-FahrerInnen verunglücken häufig tödlich

Das gilt vor allem für Pedelec-Fahrten, bei der die Zahl der Verkehrstoten gestiegen ist. Laut Statistisches Bundesamt sind die überdurchschnittlich alt und haben daher geringere Überlebenschancen als jüngere Unfallopfer. So finden sich unter den tödlich verunglückten Radfahrern meist Menschen über 65 Jahre. Das sollte der Branche und der Politik zu denken geben. Da jeder Fünfte in dieser Altersgruppe allein verunglückt – also aufgrund mangelhafter Infrastruktur oder der Ungeübtheit der FahrerInnen – sind sichere Radwege und altersgerechte Pedelecs notwendig.