· 

Plausch mit Eva Lechner: Kopf ist wichtiger als Beine

Eva Lechner © Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion
Eva Lechner © Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

35 Jahre und kein bisschen langsam. Radprofi Eva Lechner ist Italiens beste Mountainbikerin und gehört auch im Radcross zur Weltelite. Im Interview von „4 parole con…“ mit Mose Necchio hat sie vor Kurzem einige Geheimnisse verraten und gesagt, was sie noch vorhat. Josef Bernhart bringt Auszüge aus dem Interview exklusiv für VeloTotal in deutscher Sprache.

Foto (H.A. Roth/www.roth-foto.de): Immer optimistisch: Rad-Profi Eva Lechner
Foto (H.A. Roth/www.roth-foto.de): Immer optimistisch: Rad-Profi Eva Lechner

Was bedeutet der Radsport für Eva Lechner?
Eva Lechner: Ich sehe den Sport als Geschenk, da ich sehr gläubig bin.

Was ist der größte Traum und wo steht Eva Lechner in fünf Jahren?
Eva Lechner: Sehr gerne würde ich noch einmal bei Olympia starten, vielleicht nächstes Jahr in Tokio. Oder Weltmeisterin werden. Ganz sicher bin ich auch in fünf Jahren noch dem Radsport verbunden. Entweder als Athletin oder in einem Team.


Welche Ratschläge gibt Eva Lechner den jungen Fahrerinnen? Und wird Martina Berta die Nachfolgerin?
Eva Lechner: Die jungen Fahrerinnen sollen auf jeden Fall den Spaß nicht verlieren. Martina Berta hat einen Weltcup gewonnen, jetzt hängt alles von ihr selbst ab.

Und sollte es in Zukunft einen weiblichen Teamchef geben?
Eva Lechner: Natürlich wäre eine Trainerin zumindest im Frauenbereich nicht schlecht. Frauen haben andere Bedürfnisse als Männer und sollten auch anders geführt werden.



Was sind die Voraussetzungen für den Erfolg als Radprofi?
Eva Lechner: Der Kopf ist wichtiger als die Beine. Ganz wichtig ist auch ein ruhiges Umfeld. Es ist ganz entscheidend für die Konzentration.

Welches Rennen möchte Eva Lechner noch einmal fahren?
Eva Lechner: Das ist die Cross-Weltmeisterschaft 2015 in Tabor in der Slowakei. Ich habe eine Woche vorher im Weltcup gewonnen, war in Bombenform. Sofort nach dem Start hat man mich zu Fall gebracht und das Rad war kaputt. Ich musste einen Kilometer bis zur Box laufen. Danach war ich so frustriert, dass ich Vollgas gegeben und fast alles aufgeholt habe. Ich war in jeder Runde schneller als die Besten. Ohne den Sturz wäre ich Weltmeisterin geworden.

Apropos Cross. Welche Ziele gibt es da?
Eva Lechner: Im Cross möchte ich einen starken Auftritt hinlegen. Es wird in dieser Saison jedes Wochenende einen Weltcup geben. Da möchte ich vorne dabei sein und auch im Gesamtweltcup eine Rolle spielen.

Was unterscheidet Cross vom Mountainbike?
Eva Lechner: Im Cross habe ich weniger Freundinnen als im Mountainbike. Dort ist alles viel familiärer, man geht auch mal gemeinsam auf einen Kaffee. Und im Mountainbike ist es Sommer, beim Rad-Cross im Winter hingegen immer kalt.

Und was möchte Eva Lechner an sich ändern?
Eva Lechner: Weniger nachdenken und mehr ausruhen.

(Fragen: Mose Necchio; Übersetzung: Josef Bernhart)

Das Interview mit Eva Lechner in italienischer Sprache (L'intervista a Eva Lechner in italiano):