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Sonne und Staub: Eva Lechner und die langsame Rückkehr an die Weltspitze

Foto (Matt DeLorme): Eva Lechner kämpft sich nach ihrem Freizeitunfall langsam in die Weltspitze zurück
Foto (Matt DeLorme): Eva Lechner kämpft sich nach ihrem Freizeitunfall langsam in die Weltspitze zurück

Spannende Rennen in Val di Sole und Andorra. Beim Heimrennen von Eva Lechner macht sich eine fünfköpfige Spitzengruppe um Weltmeisterin Jolanda Neff aus der Schweiz den Sieg aus. Am Ende siegt die Polin Maja Wloszczowska. Eva Lechner, beste Italienerin kommt nach gutem Start auf den 22. Platz. Ein hervorragendes Ergebnis für die Südtirolerin, die noch vor einem Monat mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus lag.

Das Heimrennen von Eva Lechner war von Beginn an ein spannender Kampf. Geführt von einer Spitzengruppe um Weltmeisterin Jolanda Neff aus der Schweiz. Vorne mit dabei auch Gunn-Rita Dahle aus Norwegen, inzwischen 45 Jahre alt. Dazu Emily Batty aus Kanada, die Polin Maja Włoszczowska und die Französin Pauline Ferrand-Prévot. In der letzten Runde kommt es auf dem staubigen Rundkurs bei hochsommerlichen Temperaturen zum Showdown. Maja Włoszczowska, bislang die einzige Polin, die je bei der Elite ein Weltcuprennen gewonnen hat, tritt unaufhaltsam an und kann sich leicht von der amtierenden Weltmeisterin Jolanda Neff absetzen. Sechs Jahre liegt der letzte Weltcupsieg der Polin zurück. Sie kämpft, hält durch und fährt am Ende mit neun Sekunden Vorsprung vor Emily Batty und Jolanda Neff über die Ziellinie. Jolanda Neff kann damit ihre Weltcupgesamtführung mit 975 Punkten souverän verteidigen. 

 

Eva Lechner vom US-Team Luna hat einen guten Start. Aus der hinteren Startgruppe fährt die Südtirolerin mit Startnummer 34 gleich unter die besten 15 und geht mit wenigen Sekunden Rückstand in die erste Runde. Genau genommen mit 15 Sekunden auf Rang 14. Dies ist umso erstaunlicher, als Eva Lechner noch vor einem Monat einen schweren Reitunfall hatte. Ihr Hobby, das Reiten, hatte fast zur Katastrophe geführt. Allein der Helm verhinderte Schlimmeres, wie es Eva Lechner selbst in den sozialen Medien kundtut. Am Ende kann Eva Lechner zufrieden sein, fährt sie doch auf dem 22. Platz. Nach Gehirnerschütterung und Trainingsrückstand mehr als beachtenswert. Damit ist die Südtirolerin erneut beste Italienern und kann erfahrene MTB-Stars wie die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin und einzige Österreicherin Lisi Osl oder Ex-Olympiasiegerin Sabine Spitz aus Deutschland nach einem Sturz weit hinter sich lassen. Detail am Rande: Mit im Rennen dabei ist auch Anna van der Breggen, ihres Zeichens Olympiasiegerin im Straßenrennen von Rio. 

 

Eine Woche später in Andorra kann Eva Lechner nicht ganz an die Stärke von Val di Sole anknüpfen und kommt auf den 25. Rang. Dafür freut sie sich umso mehr über ihren Landsmann Gerhard „Gerry“ Kerschbaumer, der in Andorra nach einem hervorragenden zweiten Platz im Sonnental seinen ersten Elite Weltcupsieg erringt.

 

Redaktion (für VeloTOTAL): Dr. Josef Bernhart