Vincenzo Nibali jubelt auf dem Dach Taiwans

Bilder: Taiwan Cyclist Federation
Bilder: Taiwan Cyclist Federation

Mit einer Distanz von 105km ist die KOM Challenge in Taiwan nicht besonders lang - aber die Strecke führt von der Küste des Pazifiks bis auf eine Höhe von 3275 Metern über Meer. Zusammen mit einigen weiteren Fahrern vom BAHRAIN MERIDA PRO CYCLING TEAM trat Vincenzo Nibali zu diesem Härtetest an. Dabei gewann er nicht nur, sondern stellte auch einen neuen Streckenrekord auf.

Taiwan mag von der Fläche her nicht besonders groß sein. Die Plattentektonik hat aber ganze Arbeit geleistet und dafür gesorgt, dass der Inselstaat in Fernost fast 200 Gipfel mit einer Höhe von über 3000 Metern vorweisen kann. Und mit dem Wuling Pass einen asphaltierten Bergpass, dessen höchster Punkt auf Schwindel erregenden 3275 Metern über Meer liegt. Genau dieser Pass ist das Ziel der KOM Challenge als dem Höhepunkt des Radsport-Jahres in Taiwan. Das Teilnehmerfeld, das sich von Hualien an der Pazifik-Küste aus auf den Weg zur Taroko-Schlucht und dann weiter ins Hehuan-Gebirge und zum Wuling-Pass macht, ist auf 600 Radsportler begrenzt. Mit Vincenzo und Antonio Nibali sowie Chun-kai Feng standen auch drei Profis vom BAHRAIN MERIDA PRO CYCLING TEAM am Start in Hualien. Doch damit noch nicht genug: Mit Brent Copeland trat auch der General Manager des Teams zur KOM Challenge an, begleitet von Wolfgang Renner, dem Geschäftsführer der Merida Centurion Germany GmbH.

 

Vincenzo Nibali trat als erster aktiver Radprofi, der bereits Grand Tours für sich hatte entscheiden können, zur diesjährigen KOM Challenge an. Bei seinem Sieg an der Lombardei-Rundfahrt hatte der Star vom BAHRAIN MERIDA PRO CYCLING TEAM gezeigt, dass er sich in toller Form befindet. Nach einigen Terminen mit der Myata Cycle Co. als MERIDAs Vertriebspartner in Japan reiste Nibali in Begleitung seines Bruders Antonio nach Taiwan weiter, um sich dieser Herausforderung zu stellen. Und der Hai von Messina wurde seiner Favoritenrolle gerecht: Zunächst hielt er sich zurück und rollte in einer größeren Gruppe durch die Taroko-Schlucht. Je steiler die Rampen wurden, desto kleiner wurde die Spitzengruppe - und Vincenzo Nibali hatte keine Mühe, sich in den vordersten Positionen zu halten. Rund zehn Kilometer vor dem Ziel löste sich Nibali von seinen Kontrahenten. Auf den letzten Kilometern, wo die Rampen Steigungsprozente von 20 und mehr aufweisen, ließ er sich nicht mehr einholen, und so fuhr er alleine zum Sieg am Wuling-Pass - einem Sieg, der für MERIDA als Co-Titelsponsor und Fahrrad-Lieferant des Teams von fast unschätzbarem Wert ist.

 

Mit einer Zeit von 3:19.54 Stunden stellte Vincenzo Nibali auch gleich einen neuen Streckenrekord auf. Dabei profitierte er sicher auch von den idealen Wetterbedingungen mit trockenen Strassen und nur wenig Wind. «Zunächst einmal möchte ich den Organisatoren ein großes Kompliment machen für ihre ausgezeichnete Arbeit. Es ist großartig, ein Rennen in solch einer beeindruckenden Landschaft wie dem Hochgebirge Taiwans zu gewinnen. Und so einen langen Anstieg bin auch ich noch nie gefahren», meinte Vincenzo Nibali zu seinem Sieg. Aus der Sicht vom BAHRAIN MERIDA PRO CYCLING TEAM krönt dieser Sieg bei der KOM Challenge eine Debutsaison, die mit den Podest-Plätzen in der Gesamtwertung und Etappensiegen beim Giro d’Italia und der Spanien-Rundfahrt sowie dem Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt bereits einige Highlights vorzuweisen hatte. Und wer weiß, vielleicht kommt beim Worldtour-Rennen Tour of Guanxi in China noch ein weiterer Erfolg hinzu.

 

2017 KOM Challenge: Hualien - Wuling Pass, 105km

1. Vincenzo Nibali, ITA/BAHRAIN MERIDA PRO CYCLING TEAM, in 3:19.54 Stunden

2. Oscar Pujol, ESP, + 1.31

3. John Ebsen, DEN, + 4.27

Bilder: Taiwan Cyclist Federation
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