Kilometer gegen die Armut: Wie eine 80-Jährige mit dem Rad die Welt verändert

50.000 Kilometer und noch weiter: Marta Binder mit treuem Rad / ©linexo
50.000 Kilometer und noch weiter: Marta Binder mit treuem Rad / ©linexo

Aktiv bleiben, sich engagieren und anderen Chancen eröffnen: Für Dr. Marta Binder gehört das Radfahren längst zum Lebensmodell. Die pensionierte Kinderärztin ist in diesem Jahr 80 geworden und hat auf ihrem Tacho inzwischen weit über 50 000 Radkilometer für den guten Zweck gesammelt.

Auch 2026 fördert Linexo by Wertgarantie ihr Engagement mit einer Spende an die Hilfsorganisation Opportunity International Deutschland. Beim jährlichen Tourenstopp in Hannover erlebte Marta zudem eine Überraschung: Zusätzlich zur Spende unterstützt Linexo Marta beim Kauf eines neuen, leichten Bikes. Damit soll sie auch in Zukunft sicher und komfortabel unterwegs sein.

 

Radkilometer, die Zukunft schaffen

Seit 2013 radelt Marta quer durch Deutschland und in Europa. Für jeden Radkilometer sammelt sie Spenden für Mikroschulen in Ghana, die Kindern den Zugang zu Bildung erleichtern. Familie, Freundeskreis, Unternehmen und langjährige Partner wie die Wertgarantie Group unterstützen sie dabei. Der Versicherer und Fahrradleasing-Anbieter etwa spendet seit 2014 einen Euro pro gefahrenem Kilometer. Stand Juni kann Marta so bereits auf eine Spende über mindestens 2.300 € in diesem Jahr zählen.

Als Botschafterin von Opportunity International Deutschland hat Marta in den vergangenen 14 Jahren bereits einen sechsstelligen Betrag an Spenden für Mikroschulen in Ghana zusammengetragen. Die Hilfsorganisation arbeitet mit Mikrokrediten, die einerseits den Schulaufbau und andererseits das Schulgeld unterstützen. So entstehen Schulen in Regionen, in denen Bildungsangebote fehlen. Besonders Mädchen profitieren davon, weil sie mehr Zugang zu Unterricht bekommen und später selbst auf Bildung für ihre Kinder achten.

 

Mobil bleiben im Alter

Auf ihren Touren verlässt sich Marta seit vielen Jahren auf den Komplettschutz von Linexo. Pannen, Diebstahl, Verschleiß oder andere Schäden regelt der Versicherer für die Spendenradfahrerin. So bleibt der Kopf frei für Streckenplanung, Begegnungen unterwegs und das Sammeln von Radkilometern. Mit einem Gutschein für ein leichtes Bike unterstützt Linexo Marta zusätzlich: Ein moderner Rahmen, komfortable Geometrie und auf sie abgestimmte Ausstattung sollen das Radfahren auch in den kommenden Jahren so angenehm wie möglich machen. Denn Martas Ziel bleibt sportlich: die zweite „Erdumrundung“ auf dem Rad vollmachen und noch mehr Spenden sammeln.


Im Gespräch: „Man darf mit nichts aufhören.“

 

Zum diesjährigen Besuch in Niedersachsens Hauptstadt gesellte sich auch Opportunity International Vorständin Viktoria Zwerschke. Gemeinsam sprechen Marta und Viktoria über das Radfahren im Alter, Martas Motivation und die Rolle von Medienberichterstattung beim Fundraising-Erfolg.

Marta Binder mit Opportunity International Deutschland Vorständin Viktoria Zwerschke / linexo  ©linexo
Marta Binder mit Opportunity International Deutschland Vorständin Viktoria Zwerschke / linexo ©linexo

In Gesamtkilometern bist du schon mehr als einmal um die Welt geradelt. Was sagt der Tacho gerade?

„In diesem Jahr sind es bisher etwa 2300 Kilometer. Insgesamt liege ich inzwischen bei rund 55.000 Kilometern. Ich bin also immer noch auf dem Rückweg von meiner virtuellen Weltumrundung. Das Ziel ist ja: 80.200 Kilometer, also eine zweite Runde.“

 

Du bist auf deiner Spendenradtour häufig mehrere Tage hintereinander unterwegs. Manche mögen meinen, lange Strecken seien nichts mehr fürs Alter. Was entgegnest du?

„Solange man fährt, bleibt man in Bewegung. Wenn man aufhört, baut man in kurzer Zeit ab und dann kann man wirklich nicht mehr. Man darf in meinem Alter mit nichts aufhören, sonst hört man für den Rest des Lebens damit auf.“

 

Und wie sehr gehört das Rad auch im Alltag zu deinem Leben?

„Ich habe mein Auto abgegeben. Ich gehe zu Fuß, fahre mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Allerdings: Spazierengehen ist für mich eher Arbeit als Vergnügen. 80 Kilometer mit dem Rad sind für mich einfacher als 3 Kilometer zu Fuß.“

 

Benutzt du Hilfsmittel oder tust du dich damit schwer?

„Ich habe schon vor Jahren mein Fahrrad mit einem kleinen E‑Bike‑Motor, einem Velospeeder, nachgerüstet. Mir einen Rollator zu kaufen hingegen war schon eine Überwindung. Aber die Alternative wäre, gar nicht mehr zu gehen. Also, Hilfsmittel sind kein Makel, sie halten mich mobil.“

 

Und was motiviert dich an anstrengenden Tagen, weiterzufahren?

„Ohne das Ziel, damit etwas zu erreichen, würde ich mir diese Anstrengung nicht antun. Es ist oft ziemlich hart. Aber ich weiß, warum ich es mache: Ich will Kindern ermöglichen, zur Schule zu gehen und eine Grundbildung zu bekommen.“

 

Wie viel hast du mit deinen Radkilometern schon bewirkt?

„Als ich meine erste ‚Erdumrundung‘, etwa 40 000 Kilometer, voll hatte, stand sinnbildlich: ein Kilometer, ein Kind. Damals waren das ungefähr 40.000 Kinder, die in Mikroschulen gehen konnten. Inzwischen sind es deutlich mehr.“

 

Warum liegen dir die Mikroschulen in Ghana so am Herzen?

„Dank Mikrokrediten können auch in ärmeren Gegenden Schulen entstehen. Bildung ist der Schlüssel! Besonders wichtig ist mir, dass dort viele Mädchen in den Klassen sitzen. Jedes Mädchen, das zur Schule geht und später Mutter wird, achtet darauf, dass auch ihre Kinder zur Schule gehen. So wirken wir auch in die nächste Generation hinein.“

 

Viktoria, wie funktionieren diese Mikroschulen genau?

„Es sind einfache Schulen in armen Vierteln, finanziert über kleine Schulgebühren und Mikrokredite.“ Wir arbeiten mit lokalen Banken zusammen, senken über Garantien die Zinsen und stärken so Schulen und Eltern. Die Schulleitungen können planen, Lehrkräfte einstellen, Gebäude ausbauen. Das schafft Arbeitsplätze und verbessert die Bildung vor Ort.“

 

Und wie sieht es mit dem Unterrichtsmaterial aus?

„Unsere Arbeit endet nicht bei der Infrastruktur: Wir stärken auch die Qualität des Unterrichts. Dazu schulen wir Lehrkräfte und stellen über eine digitale Plattform Unterrichtsmaterialien bereit - passgenau zu den Lehrplänen und Vorgaben in Ghana. So erhalten auch Lehrkräfte ohne formale Ausbildung das nötige Handwerkszeug, um guten, wirksamen Unterricht zu gestalten.“

 

Marta hat in den vergangenen Jahren nicht nur Spenden, sondern auch mediale Reichweite gesammelt. Wie wichtig ist, dass über Spendenprojekte berichtet wird?

„Sehr wichtig. Wenn man Spenden sammeln will, ist man darauf angewiesen, dass die Geschichte erzählt wird. Nicht nur da, wo ich selbst auftrete, sondern auch in Zeitungen und Magazinen.“

„Für uns sind solche Beiträge Gold wert. Wir investieren unsere Mittel lieber in Projekte als in Werbung. Von jedem Euro fließen 0,87 € direkt in die Projekte und nur 0,13 € in Verwaltung und Fundraising. Da sind starke Geschichten wie Martas Engagement unbezahlbar. Über sie entstehen Artikel, Gespräche, Empfehlungen. Nicht nur Spenden steigen dadurch. Auch das Bewusstsein dafür, dass Engagement wirkt. Wenn Menschen sehen, wie eine 80-Jährige mit Rollator im Alltag und mit dem Rad für andere kämpft, bewegt das etwas.“

 

Die besten Geschichten schreibt das Leben. Erzähl doch mal, Marta, gibt es aus den letzten Jahren eine besondere Situation auf dem Rad?

„In diesem Jahr ist mir in Frankreich eine Pedale abgebrochen. Mit nur einem Pedal zu fahren, ist ziemlich umständlich. Ich war unschlüssig, wie ich weiterkommen sollte. Die nächsten Anwohner, denen ich begegnet bin, habe ich also nach einem Fahrradgeschäft in der Nähe gefragt. Die beiden Männer haben sich kurzerhand mein Rad angeschaut und gesagt: „Das bekommen wir hin!“ Der eine ist zu seiner Garage, hat von einem alten Fahrrad eine Pedale abmontiert und an mein Rad geschraubt. Es hat problemlos gepasst! Diese Begegnung war sehr schön – ein Stück gelebte Fahrrad-Community.“

 

Und als Nächstes: Welche Stopps sind auf deiner Spendenradtour als Nächstes geplant?

„Ich folge Einladungen immer gerne! Dieses Jahr stehen unter anderem die Lüneburger Heide, Leipzig und verschiedene Orte im Osten auf dem Plan. Außerdem besuche ich Menschen, die ich seit Jahren immer wieder anfahre. Es liegen hoffentlich noch viele Kilometer vor mir und ich hoffe, dass ich sie alle noch fahren darf.“

Das unermüdliche Engagement von Dr. Marta Binder zeigt eindrucksvoll, dass das Fahrrad weit mehr als ein Fortbewegungsmittel ist – es ist ein Werkzeug für globale Chancengleichheit und soziale Wirkung. Dank der Unterstützung durch Partner wie Linexo und der unkomplizierten Hilfe der weltweiten Rad-Community wird deutlich, wie Mobilität und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen können, um nachhaltig Bildungschancen für nachfolgende Generationen zu sichern.

 

www.linexo.de

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