
Rund 150 Expertinnen und Experten aus Tourismus, Kommunalpolitik, Forst, Verbänden und der Bike-Industrie kamen in Aalen zum 9. Deutschen Mountainbike-Kongress zusammen. Das zweieinhalbtägige Fachtreffen unter dem Motto „Neue Horizonte“ machte unmissverständlich klar, dass ein erfolgreicher Mountainbike-Tourismus längst keine reine Infrastrukturfrage mehr ist. Wer als Region langfristig Mountainbiker anziehen will, muss auf Kooperation auf Augenhöhe, das Ehrenamt und eine gelebte Bike-Kultur setzen.
Der Kongress startete ganz bewusst direkt auf den Trails rund um Aalen, um gemeinsam mit der lokalen Community zu zeigen, wie die Zusammenarbeit zwischen Bikern, Forst und Kommunalpolitik in der Praxis funktioniert. Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, entstehen überzeugende Angebote, die auch Menschen auf das Rad bringen, die sonst keinen Zugang zum Sport gefunden hätten. Doch der Blick über die Grenzen nach Österreich und in die Schweiz verdeutlichte auch, dass Deutschland bei strategischen Qualitätsstandards und ressortübergreifender Koordination noch Nachholbedarf hat.
Tilman Sobek, Gründer des Mountainbike Forum Deutschland, fasste die zentralen Erkenntnisse zusammen: „Der Kongress in Aalen hat gezeigt: Die nächsten Schritte im Bike-Tourismus führen über einzelne Wege und Trails hinaus. Wir brauchen gute Infrastruktur – und ebenso eine starke Bike-Kultur, verlässliche Qualität, klare Verantwortlichkeiten und Kooperation auf Augenhöhe. So schaffen wir neue Horizonte: für bessere Erlebnisse der Gäste, für lebendige Bike-Communities und für eine nachhaltige Entwicklung der Regionen.“
Kooperation mit dem Forst und neue Leitfäden
In den Diskussionsrunden standen die Werte der Bike-Kultur und die handfeste Praxis im Vordergrund. Vertreter der Landesforsten Rheinland-Pfalz, von ForstBW und den Bayerischen Staatsforsten zeigten auf, wie kooperative Trailentwicklungen auf Landesebene gelingen können und wo es in der Praxis noch hakt. Für die nötige rechtliche Sicherheit der Planer und Kommunen wurde zudem ein neuer Leitfaden zur Verkehrssicherungspflicht bei MTB-Trails vorgestellt.
Ursula Teufel, Themenmanagerin Rad beim Schwäbischen Alb Tourismusverband e. V., betonte die Bedeutung des Gemeinschaftsgefühls: „Der Kongress hat gezeigt, was wir auf der Schwäbischen Alb bereits praktizieren: Mountainbiken entfaltet seine volle Wirkung, wenn Destination, Community und Politik an einem Strang ziehen. Die direkte Einbindung der Teilnehmenden – auf den Trails, in den Panels, beim Community-Voting der Awards – hat deutlich gemacht, wie groß die Bereitschaft ist, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.“
Zum Abschluss wurden beim Sommerabend auf der Schwäbischen Alb erstmals die „Bike Spirit Awards“ per Community-Voting in den Kategorien Trailbau, Vielfalt und Bike-Erlebnis vergeben – ein deutliches Signal, dass die Szene aktiv eingebunden und gehört werden will. Der nächste Mountainbike-Kongress ist für das Jahr 2028 geplant.
Zusammenfassung
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Veranstaltung: 9. Deutscher Mountainbike-Kongress
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Teilnehmer: Rund 150 Fachleute
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Preise/Verleihung: Erstmalige Vergabe der BIKE SPIRIT AWARDS
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Nächster Termin: 10. Deutscher Mountainbike-Kongress im Jahr 2028
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Verfügbarkeit/Anmeldung: Ort und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben
Der Kongress liefert wichtige Impulse für eine Branche, die vielerorts noch mit bürokratischen Hürden kämpft. Es wird deutlich, dass Mountainbiken kein reines Sportangebot ist, sondern als wichtiges Kulturgut verstanden werden muss. Nur wenn Regionen die lokalen Communitys von Anfang an aktiv in die Trailplanung einbinden und bürokratische Blockaden im Forst abbauen, lässt sich das enorme touristische Potenzial nachhaltig ausschöpfen.

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