Drei Räder, viel Wirkung: Linexo unterstützt „Radeln ohne Alter“ und Stefanie Eichel im Interview

Spendenübergabe auf der Stadtradeln Bühne, von links Stefanie Eichel (Radeln ohne Alter/anouvis e. V.), Sören Hirsch und Marion Wessel (linexo by Wertgarantie), Angela Jordan und Michael Maertce (Ehrenamtliche) / PHOTOVISION-DH, linexo
Spendenübergabe auf der Stadtradeln Bühne, von links Stefanie Eichel (Radeln ohne Alter/anouvis e. V.), Sören Hirsch und Marion Wessel (linexo by Wertgarantie), Angela Jordan und Michael Maertce (Ehrenamtliche) / PHOTOVISION-DH, linexo

Fahrradmobilität bedeutet weit mehr als reine Fortbewegung. Sie schafft Begegnung, Freude und Teilhabe – besonders dann, wenn Menschen selbst nicht mehr in die Pedale treten können. Mit einer Spende von 20.000 € unterstützt Linexo by Wertgarantie die bundesweite Initiative „Radeln ohne Alter“, die ehrenamtliche Rikscha‑Fahrten für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen ermöglicht. Rund 50.000 Menschen konnten im vergangenen Jahr auf diese Weise frische Luft, Gespräche und neue Eindrücke erleben.

Aktuell sind bundesweit 150 Ortsgruppen und über 2500 ehrenamtliche Pilotinnen und Piloten aktiv. Die Spende hilft, das Angebot weiter auszubauen – insbesondere in ländlichen Regionen, wo Mobilitätseinschränkungen oft besonders stark ins Gewicht fallen.

 

„Damit noch mehr Menschen Wind in den Haaren und Gemeinschaft erleben können, wollen wir noch stärker in die ländlichen Räume“, beschreibt Natalie Chirchietti, Geschäftsführung des Dachverbands, die Vision.

 

Auch Linexo sieht in der Initiative ein starkes Zeichen für gelebte Mobilität:

„Radmobilität endet nicht dort, wo Menschen nicht mehr selbst fahren können. Radeln ohne Alter zeigt, wie das Fahrrad auch dann Teilhabe schafft, wenn die eigene Mobilität im Alltag abnimmt“, sagt Sören Hirsch, Bereichsleitung bei Linexo.

 

Nachhaltige Spende aus wiederaufbereiteten Fahrrädern

Die Spendensumme stammt aus einem nachhaltigen Kreislauf: Werden gestohlene Fahrräder oder E‑Bikes nach einer Regulierung wiedergefunden, bereitet Linexo sie professionell auf und verkauft sie weiter. Die Erlöse fließen in soziale Projekte rund ums Rad – so wird aus einem Schadenfall konkrete Hilfe.


Interview: „Manchmal fließt auch eine Träne“ – Sofas auf Rädern schenken Lebensfreude

Stefanie Eichel im Gespräch / PHOTOVISION-DH, linexo
Stefanie Eichel im Gespräch / PHOTOVISION-DH, linexo

 

 

Stefanie Eichel ist zertifizierte Radfahrlehrerin und Initiatorin des Standorts Hannover. Im Gespräch erzählt sie, warum sie sich für „Radeln ohne Alter“ engagiert, wie der Aufbau des Angebots verlief und warum jede Fahrt etwas Besonderes ist.

„Mich hat die Idee begeistert, Mobilität zu verschenken“

Stefanie lernte 2021 die bundesweiten Organisatorinnen kennen – „zwei unfassbar sympathische, engagierte und mutige Frauen“. Die Idee, Menschen Orte zugänglich zu machen, die sie sonst nicht mehr erreichen könnten, überzeugte sie sofort.

 

Über den Verein anouvis e. V. werden in Hannover seit 2021 ehrenamtliche Rikscha‑Fahrten angeboten. Der Start war erfolgreich, doch Vertrauen musste erst aufgebaut werden: Einrichtungen und Angehörige mussten überzeugt werden, ihre Liebsten in das „Sofa auf Rädern“ zu setzen.

 

Corona als unerwarteter Rückenwind

Während viele soziale Angebote ausfielen, blieben Rikscha‑Fahrten im Freien möglich. Der große Abstand zwischen Pilot und Passagier machte sichere Begegnungen möglich – nach Wochen der Isolation sorgten die Fahrten für spürbare Freude.

 

70 Ehrenamtliche – von jung bis nach der Rente

Am Standort Hannover engagieren sich rund 70 Ehrenamtliche. Sie schenken Zeit, ohne Druck oder Verpflichtung. Die Anforderungen sind hoch: körperliche Fitness, Empathie, Kommunikationsfähigkeit und der Umgang mit Menschen, die oft mehrere Einschränkungen haben.

 

Wer fährt mit?

Die meisten Passagiere sind Seniorinnen und Senioren aus Einrichtungen. Das Pflegepersonal sorgt für Vorbereitung und Übergabe – die Pilotinnen und Piloten begleiten, aber pflegen nicht. Auch Familienausflüge oder Geburtstagskorsos gehören zum Angebot.

 

„Jede Fahrt berührt“

Stefanie erzählt von einer 101‑jährigen Dame, die sie mehrfach fuhr – immer dieselbe Strecke, immer dieselben Geschichten. „Man lernt, liebevoll darauf einzugehen und den Moment zu genießen.“

Viele Ehrenamtliche berichten, dass am Ende eines Tages auch mal eine Träne fließt – aus Rührung, Dankbarkeit und dem Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben.

 

www.linexo.com

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