Das Himiway D5 2.0 ist kein Fahrrad für Zartbesaitete – es ist ein Abenteurer-Rad, das auf nahezu jedem Untergrund zu Hause ist. Wir haben das elektrische Fatbike ausgiebig getestet und zeigen euch, was es kann, wo es glänzt und für wen es gemacht ist.
Reifen & Federung: Der Kern des Fatbike-Konzepts
Was ein Fatbike zum Fatbike macht, sind natürlich die Reifen – und die des D5 2.0 sind ein Statement. Auf 26-Zoll-Felgen rollen 4 Zoll breite Maxxis-Reifen (FBF vorn, FBR hinten), die auf losen Untergründen wie Schotter, Sand oder Feldwegen beeindruckend viel Grip bieten. Durch das hohe Luftvolumen lässt sich der Reifendruck flexibel anpassen, was die Haftung auf wechselnden Böden optimiert und gleichzeitig Vibrationen schluckt, bevor sie den Rücken erreichen.
Wer jetzt an hohen Rollwiderstand denkt: Ja, der ist prinzipbedingt vorhanden – aber bei rund 1,5 bar fährt sich das D5 2.0 erstaunlich leichtfüßig. Bergab rollt es richtig gut, und auch in der Ebene reicht wenig Motorunterstützung, um entspannt voranzukommen.
Ergänzt werden die Reifen durch eine RST-Federgabel vorn sowie ein Stahlfeder-Federbein hinten. Letzteres ist ein echter Pluspunkt: Stahlfederbeine sprechen im Vergleich zu Luftdämpfern etwas sanfter an und geben dem Fahrrad genau die komfortable, satte Grundcharakteristik, die zu einem Adventurebike passt.
Antrieb: Nabenmotor mit 90 Nm
Im Hinterrad steckt ein Nabenmotor mit satten 90 Nm – für diese Motorenbauart ein außergewöhnlich hoher Wert. Gegenüber einem Mittelmotor hat er zwei entscheidende Vorteile: Erstens ist er sehr leise, schiebt dabei aber kraftvoll an. Zweitens schont er die Antriebskomponenten erheblich, da Kette, Ritzel und Kettenblatt nicht mit den Kräften des Motors belastet werden. Das bedeutet längere Serviceintervalle – ein praktischer Vorteil für alle, die viel im Gelände unterwegs sind.
Da Fatbike-Fahrer zu rund 90 % im Sitzen unterwegs sind und keine großen Sprünge machen, fällt das Mehrgewicht des Nabenmotors auf der Hinterachse kaum ins Gewicht – das Fahrverhalten bleibt angenehm ausgewogen.
Der Motor lässt sich in zwei Modi betreiben: nach Beinleistung (je stärker man tritt, desto mehr Unterstützung) oder nach Trittfrequenz. Letzteres ist praktisch für alle, die eine bestimmte Kadenz bevorzugen. Zusätzlich gibt es einen Automatikmodus, der die Unterstützung dynamisch anpasst.
Ausstattung im Überblick
Das D5 2.0 kommt gut ausgestattet:
- Schaltung: Shimano mit 8 Gängen, flüssiges Schalten, mit Schaltwerkschutz versehen
- Bremsen: Tektro-Scheibenbremsen vorn und hinten – nach dem Einbremsen zuverlässig
- Gepäckträger: MIK HD-System, belastbar bis 27 kg – auch für Kindersitze geeignet
- Beleuchtung: 120-Lux-Scheinwerfer vorn, integriertes Rücklicht mit Blinker hinten, Bedieneinheit am Lenker
- Display: Großes Farbdisplay, gut lesbar, mit Helligkeitseinstellung
- Lenker: Moderate Breite mit Backsweep für eine natürliche, ergonomische Armhaltung
- Vorbau: Höhenverstellbar, vier Anschlagpunkte für einen optionalen Frontgepäckträger
- Flaschenhalter: zwei Montagepunkte am Rahmen für lange Touren
Besonders erwähnenswert sind die integrierten Blinker – ein Feature, das man sich bei vielen Bikes wünscht, das Himiway hier aber direkt ab Werk umsetzt. Praktisch, sicher und optisch gelungen.
Größe & Gewicht: Wichtige Einschränkungen
Das D5 2.0 ist nur in einer Rahmengröße erhältlich, in vier Farben. Himiway gibt die Fahrergröße mit 1,65 bis 2,10 m an – das ist aber mit Vorsicht zu genießen. Im Test zeigte sich: Wer über 1,90 m groß ist, stößt bei langen Touren an Grenzen. Eine realistischere Empfehlung wäre 1,65 bis 1,90 m.
Das Gewicht liegt laut Herstellerangabe bei 42 kg. Tragen möchte man das nicht – und auf den Fahrradträger packen sollte man es sich zweimal überlegen. Für Abenteuertouren auf dem Feld und im Gelände ist das aber kein Problem, zumal der Motor das Gewicht im Fahrbetrieb gut kompensiert.
Fazit: Für wen ist das Himiway D5 2.0 das richtige Bike?
Das D5 2.0 ist ein Spaßmacher für alle, die abseits befestigter Wege unterwegs sein wollen. Die Kombination aus Vollfederung, breiten Maxxis-Reifen und kräftigem Nabenmotor macht es zum zuverlässigen Begleiter auf Schotterpisten, Wald- und Feldwegen. Die Verarbeitungsqualität ist gut, die Ausstattung durchdacht, und Himiway hat mit dem D5 2.0 spürbar einen Schritt nach vorn gemacht.
Preis: 2.299 € UVP
Wer ein Alltagsrad für die Stadt sucht, ist hier falsch. Wer Abenteuer sucht – genau richtig.

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