Die Unfallforschung entwickelt sich weiter: Um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern – den sogenannten ungeschützten Verkehrsteilnehmern – zu erhöhen, setzt DEKRA auf eine neue Generation von Testpuppen. Während klassische Dummys primär für Insassenschutz im Fahrzeuginneren konzipiert sind, simuliert der neue „Biofidel-Dummy“ Kollisionen außerhalb des Autos so realitätsnah wie nie zuvor.
Herkömmliche Crashtest-Dummys sind für Aufprallszenarien im Außenbereich oft zu starr. „Sie verursachen bei einem Aufprall viel stärkere Verformungen am Fahrzeug als ein echter Mensch“, erklärt Andreas Schäuble aus der DEKRA Unfallforschung. Der Biofidel-Dummy hingegen wurde entwickelt, um:
-
Reale Fahrzeugschäden zu erzeugen, die eins zu eins mit echten Unfallmustern vergleichbar sind.
-
Menschenähnliche Bewegungsabläufe beim Aufprall darzustellen.
Technologie trifft Biomechanik
Der Name „Biofidel“ ist Programm: Die Testpuppe ist darauf ausgelegt, die physischen Eigenschaften des menschlichen Körpers so exakt wie möglich zu imitieren:
-
Knochenstruktur: Das Skelett besitzt eine Bruchfestigkeit, die der menschlicher Knochen entspricht.
-
Künstliches Gewebe: Die „Haut“ und das Gewebe verhalten sich pseudoelastisch. Es verformt sich bei Druck und kehrt danach in die Ursprungsform zurück – genau wie beim Menschen.
Nutzen für die Unfallanalyse
Durch die Analyse der „Verletzungen“ am Dummy können Sachverständige wertvolle Rückschlüsse auf reale Unfallkonstellationen ziehen. Es lässt sich präzise rekonstruieren, aus welcher Richtung und mit welcher Geschwindigkeit eine Person angefahren wurde.
Aktuell ist der Biofidel-Dummy bei DEKRA sowohl ein Werkzeug als auch ein Forschungsobjekt: In laufenden Projekten wird untersucht, wie verschiedene Verletzungsmuster noch präziser für die zukünftige Fahrzeugsicherheit und Unfallrekonstruktion genutzt werden können.
Quelle: DEKRA Unfallforschung


Kommentar schreiben