E-Bike, Pedelec oder S-Pedelec – was ist der Unterschied?

Ob man nun ein Gelegenheitsradler, adrenalinsuchender Mountainbiker oder Berufspendler ist – E-Bikes werden immer beliebter. Dank elektrischer Tretunterstützung meistert man noch steilere Strecken, lange Radtouren oder den täglichen Weg zur Arbeit ohne ins Schwitzen zu geraten. Dabei stellt sich die Frage: Soll es ein E-Bike, Pedelec oder doch ein S-Pedelec werden? Was sind überhaupt die Unterschiede? Wir schaffen Klarheit, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Lastenrad - ©Sean Benesh / unsplash
Lastenrad - ©Sean Benesh / unsplash

E-Bike ist nicht gleich E-Bike

E-Bikes sind generell teurer als unmotorisierte Fahrräder, was für viele eine große Hürde darstellt. Dennoch werden sie berechtigterweise immer beliebter. Dieser Trend wird glücklicherweise mit zahlreichen Förderprogrammen unterstützt. Bund und Länder beteiligen sich vor allem in Form von Lastenrad-Förderungen an der E-Mobilität – so kann man beim Kauf eines Lastenrads mehrere Hundert bis Tausend Euro sparen.

 

 

Aber Achtung: Nicht alle Fahrräder mit Elektromotor werden rechtlich gleichermaßen behandelt. Je nach Höchstgeschwindigkeit und der Art und Weise, wie der Motor funktioniert, gelten andere Vorschriften. Schauen wir uns die Unterschiede genauer an.

Screenshot Lastenrad Allgemein
Screenshot Lastenrad Allgemein

Was genau ist ein E-Bike?

Der Begriff „E-Bike“ hat sich in Deutschland bereits für jegliche Fahrräder mit elektrischer Motorisierung etabliert. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen streng genommen nicht um ein E-Bike, sondern um ein Pedelec.

Ein E-Bike ist ein Fahrrad mit Elektromotor, welches eigenständig, also ohne Treten durch den Fahrer, bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell fahren kann. Das macht ein E-Bike rechtlich gesehen zu einem Kraftrad, weshalb spezielle Vorschriften gelten. Bereits ab einer möglichen Geschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde benötigt man unter anderem eine Zulassung für das E-Bike. Das Tragen eines Helms und der Mofa-Führerschein sind ebenfalls Pflicht, andernfalls macht man sich strafbar.

Was ist ein Pedelec?

Lastenrad - ©Mika Baumeister / unsplash
Lastenrad - ©Mika Baumeister / unsplash

Bei den meisten „E-Bikes“ auf dem Markt handelt es sich um Pedelecs. Das, was ein Pedelec maßgeblich von einem E-Bike unterscheidet, ist die Art der Motorunterstützung: Der Motor eines Pedelecs arbeitet nur dann, wenn in die Pedale getreten wird – und selbst dann nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde. Es kann sich also nicht von allein fortbewegen. Die Leistung des Motors ist zudem auf 250 Watt begrenzt, was von den Herstellern in der Regel komplett ausgeschöpft wird.

 

Aufgrund dessen wird ein Pedelec wie ein reguläres Fahrrad angesehen. Es gelten keine gesonderten Regelungen und es wird kein Führerschein oder Zulassung benötigt. Verursachte Schäden bei einem Unfall werden in der Regel von der privaten Haftpflichtversicherung getragen, sofern man eine besitzt.

 

Die Auswahl an Pedelecs ist riesig. Von E-Mountainbikes für adrenalingeladene Trails bis hin zum praktischen E-Bike-Klapprad als idealen Begleiter für die Stadt ist für jeden Einsatzzweck ein geeignetes Rad zu haben.

 

Was ist ein S-Pedelec?

Ein S-Pedelec ist im Wesentlichen ein Pedelec mit mehr Power. Auch hier arbeitet der Motor nur unterstützend. Tritt man also nicht in die Pedale, arbeitet auch der Motor nicht. Allerdings dürfen die Motoren in diesem Fall mehr Leistung besitzen und bis zu einer Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde unterstützen.

 

Aufgrund der höheren Geschwindigkeit gelten strengere Vorschriften. Man muss mindestens 16 Jahre alt sein, den Moped-Führerschein besitzen und eine gültige Betriebserlaubnis nachweisen. Zusätzlich muss das S-Pedelec versichert und mit einem Kennzeichen versehen werden. Beachten Sie außerdem, dass man mit einem S-Pedelec ausschließlich auf Straßen fahren darf – Geh- und Radwege sind tabu.

 

Genau wie beim Pedelec gibt es eine große Auswahl – viele Fahrradtypen werden sowohl als Pedelec als auch als S-Pedelec angeboten. S-Pedelecs eignen sich daher für all diejenigen, die auf besonders viel Leistung und Geschwindigkeit aus sind.

Fazit

E-Bikes, Pedelecs und S-Pedelecs sind alles Arten von Elektrofahrrädern, die sich in Bezug auf Höchstgeschwindigkeit und Art der Motorunterstützung unterscheiden. Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie tragen einen wichtigen Teil zur Energiewende bei, sind unglaublich praktisch und machen obendrein enorm Spaß zu fahren.

 

Häufig wird in Deutschland für alle Typen der Begriff „E-Bike“ verwendet. Es ist wichtig, dass dir die Unterschiede und die damit einhergehenden gesetzlichen Regelungen, vor allem für E-Bikes und S-Pedelecs, bekannt sind. Fragen Sie im Zweifelsfall beim Händler nach, falls man sich nicht sicher ist, um was für einen Typ es sich handelt.