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SERVICE- DEKRA: Bloß kein Stress für den Stromspeicher

Es kommt sehr selten vor, aber wenn es passiert, ist der Schaden meist groß: Unter ungünstigen Umständen kann ein E-Bike-Akku explodieren und eine ganze Wohnung in Brand setzen. „Das kommt äußerst selten vor, wenn man die große Anzahl der Pedelec-Akkus in Deutschland bedenkt. Aber es ist auch nicht völlig auszuschließen“, sagt Jochen Hof, Fahrradexperte bei DEKRA. Ein Pedelec-Akku kann rund 40- bis 50-mal so viel Energie speichern wie der Akku eines Smartphones, deshalb sind die Folgen eines Ausfalls hier viel dramatischer.

Die "Battery Bag" von Fahrer Berlin ist als wasserdichte, polsternde One-size-fits-all-Hülle für den häufig mitgeführten Zweitakku konzipiert. Sie kann auf dem Gepäckträger wie auch am Rahmen befestigt werden.  // Quelle: www.pd-f.de / Phil Pham
Die "Battery Bag" von Fahrer Berlin ist als wasserdichte, polsternde One-size-fits-all-Hülle für den häufig mitgeführten Zweitakku konzipiert. Sie kann auf dem Gepäckträger wie auch am Rahmen befestigt werden. // Quelle: www.pd-f.de / Phil Pham

Mit E-Bikes-Akkus pfleglich umgehen

Aber wie kann es zum Akku-Blackout kommen? „E-Bike-Akkus haben grundsätzlich einen sehr hohen Sicherheitsstandard, durchlaufen viele Tests und sind mit einem Schutz vor Extremüberladung und Kurzschluss ausgestattet. Wenn ein Akku ausfällt, hatte er in der Regel eine Vorbeschädigung“, erklärt Hof. Gründe können starke Stöße, ein Unfall oder das Umfallen des Bikes sein; aber auch zu starker Hitzeeinfluss kann den Akku angreifen. Wenn das Bike zum Beispiel bei Sommerhitze stundenlang vor dem Schwimmbad in der prallen Sonne steht oder im heißen Auto schmort. „Also besser im Schatten parken oder den Akku abnehmen“, empfiehlt Hof.


Solche Anwenderfehler können die Trennschicht zwischen den einzelnen Akkuzellen beschädigen und zu einem Kurzschluss im Akku führen. Die Folge: Die Zelle erhitzt sich, schädigt eine andere und kann so eine Kettenreaktion auslösen. Hof: „Ich warne davor, Akkus weiterzuverwenden, an denen Beschädigungen zu erkennen sind, wie etwa Beulen, größere Schrammen, Aufblähungen oder an denen Elektrolyt austritt. Auf keinen Fall mit bloßen Händen anfassen, sondern schnell an einen sicheren Ort im Freien bringen
und am besten mit Sand bedecken.“


Auch beim Laden ist Vorsicht angeraten. „Laden Sie den Akku möglichst nicht in der Wohnung auf und niemals, wenn Sie außer Haus sind oder wenn Sie schlafen“, warnt der DEKRA Sachverständige. „Der Akku sollte beim Laden auf einer Stein- oder Fliesenfläche und weit entfernt von brennbaren Materialien liegen, zum Beispiel im Fahrradraum. Dann passiert im seltenen Fall des Falles weniger. Und haben Sie immer ein Auge drauf.

E-Bike-Akku: Nicht in der Wohnung aufladen

Sparen Sie nicht an der falschen Stelle und statten den Raum, in dem geladen wird, mit einem Rauchwarnmelder aus.“ Sind die Akkus einmal sehr kalt oder heiß geworden, ist es wichtig, sie zum Laden vorher auf Raumtemperatur zu bringen. „Greifen Sie zum Laden nur zum passenden Originalladegerät
und überprüfen die Kabel gelegentlich auf Beschädigungen“, so der Experte. Weiter empfiehlt er, jede Gelegenheit zum Nachladen zu nutzen, zumal der Memory-Effekt bei den in der Regel verbauten Lithium-Akkus kein Thema mehr ist. Allerdings wäre es verkehrt, den Akku tagelang am Ladegerät hängen zu lassen.

Der Schnelllademodus wiederum ist nur etwas für dringende Fälle, denn das heißt Stress für den Stromspeicher.

 

Als Ort zum Aufbewahren eignet sich ein trockener und kühler Raum zwischen 10 und 20 Grad Celsius. Extrem hohe und tiefe Temperaturen sind dagegen Gift für die Akkus. Wer sein E-Bike auf dem Fahrradträger am Auto transportiert, nimmt ihn aus Sicherheits und Gewichtsgründen besser vorher ab und verstaut ihn in einer Akku-Tasche stoßgeschützt im Fahrzeug. Hof: „Von Do-it-yourself-Arbeiten am Akku rate ich dringend ab. Das sollte man dem Fachmann überlassen. Denn hier kann man viel falsch machen.“

 

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