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So übersteht man die härtesten Ausdauer-Radrennen

Vorbereitung für den Ausdauer-Radsport ist entscheidend
Vorbereitung für den Ausdauer-Radsport ist entscheidend

Ausdauer-Radrennen sind Extremsport. Selbst auf ebenen Strecken ohne bemerkbare Steigungen oder Höhenunterschiede wird den Sportlern einiges an Ausdauer, Disziplin und Leidensfähigkeit abgefordert. 

Um sich über eine 200 oder 300 Kilometer lange Stecke im Sattel halten zu können, ist die Vorbereitung entscheidend. Das fängt mit dem Training an. Wer beim Ötztaler Marathon, der Dolomiten-Rundfahrt, dem Dreiländergiro oder einem der vielen  anderen Ausdauer-Rennen mithalten will, muss nicht nur gesund sein, sondern auch richtig trainiert haben.

Kurze und lange Strecken, Sprints, Kurzintervalle, hochgradige Anstiege und steile Abfahrten gehören prinzipiell dazu. Zu wenig Training, und der Körper ist beim Rennen überfordert, zu viel, und der Körper kann nicht mehr mithalten.

Die meisten Radprofis und erfahrenen Amateure schalten vor einem Rennen ein paar Gänge zurück. Das heißt nicht, dass aufs Training verzichtet werden kann – dann verlieren die Muskeln ihre Geschmeidigkeit. Kurze, aber anstrengende Trainingsintervalle werden von den meisten Sportlern bevorzugt, um fit zu bleiben und nach den härtesten Phasen der Vorbereitung genug Ruhe zu bekommen, um in Höchstform antreten zu können.

Tour de France
Tour de France

Die berühmtesten Ausdauer-Radrennen wie die Tour de France und die Giro d’Italia ziehen Jahr für Jahr Hunderttausende von Zuschauern an. Training, Technik und Technik machten sich in diesem Jahr wieder für das britische Team Sky bezahlt, das mit Kapitän Geraint Thomas einen  Favoriten auf den Titel als derzeit potenziell bester Ausdauer-Radsportler und den Gesamtsieger der Tour de France besaß.

 

Allerdings wird so schnell wohl kein zweiter dem legendären Belgier und König der Radrennen Eddie Merckx das Wasser reichen. Seine Erfolge auf den Rennpisten haben ihm außer dem Titel „Sportler des Jahrhunderts“ auch einen vom belgischen König Albert verliehenen Titel zum Baron eingebracht. Noch mit über 70 Jahren fährt Merckx jährlich mehr als 7000 Kilometer Rad.

Allerdings hat ihn seine Fähigkeit, Schmerzen und Verletzungen zu ignorieren, auch einiges gekostet. Er stand mehrfach unter Doping-Verdacht und wurde jahrelang mit Cortison behandelt, bevor es verboten wurde.

Die Lektion gilt noch heute für jeden Radrennfahrer: Eine Notfallapotheke muss sein, aber der Inhalt sollte gründlich auf mögliche verbotene Inhaltsstoffe geprüft werden.

 

Die Ernährung ist ebenfalls wichtig. Ausdauer-Rennen verbrauchen enorme Mengen an Energie, aber eine zu plötzliche Umstellung des Speiseplans kann die Verdauung stören und den Körper belasten. Schwer verdauliche Speisen sollten möglichst vermieden werden. 

 

Für das Rennen sind ausreichend Wasser und gegebenenfalls Energiedrinks oder Riegel wichtig, um Dehydrierung und Unterzuckerung zu vermeiden. 

400 bis 5000 Fahrer treten in der Regel bei Großereignissen wie dem Ötztal-Marathon in Österreich an, der sich über 230 Kilometer und 5000 Höhenmetern in den Alpen erstreckt. Wem das zu zahm ist, der findet weltweit noch deutlich härtere Rennen, die dem Athleten alles abfordern, um überhaupt heil ins Ziel zu kommen. 

 

Death  Valley
Death Valley

Absolute körperliche Fitness ist beim „Dante’s View“ im US-Amerikanischen Death Valley, dem Tal des Todes, erforderlich. Das Rennen geht zwar nur über 64,8 Kilometer und eine Steigung von 13 Prozent doch die enormen Temperaturen, denen die Gegend ihren Namen verdankt, haben schon so manches Opfer gefordert. Im Sommer sind Messwerte um die 49 Grad Celsius keine Seltenheit, und Namen wie Funeral Mountains (Begräbnisgebirge) und Coffin Peak (Sargspitze) sprechen für sich. 

 

Extremer geht es selbst im Ausdauer-Radsport kaum.