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Reichen Radsport-Bodies aus, um Fahrer zu schützen?

Thomas als Speerspitze für zusätzliche Sicherheit // IMAGE SOURCE: Twitter
Thomas als Speerspitze für zusätzliche Sicherheit // IMAGE SOURCE: Twitter

Wer seinen Radsport schon einmal halbwegs professionell betrieben hat, ist sich bewusst, dass er durchaus seine Gefahren birgt. Selbst wenn es sich dabei lediglich um ein Restrisiko handelt, hat ausreichende Schutzkleidung durchaus ihre Berechtigung. Umso erstaunlicher ist deshalb, dass auch in Deutschland noch immer keine Helmpflicht besteht – nicht einmal im Straßenverkehr.

 

Thomas als Speerspitze für zusätzliche Sicherheit

Beim Blick auf die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stellt sich nach wie vor die Frage nach der Sicherheit im Straßenverkehr. Während die Anzahl der Verkehrstoten um 13% sank, blieb die Zahl der verunglückten Radfahrer in den vergangenen Jahren nahezu gleich. Im Jahr 2017 waren es 382 tödlich verunglückte Radfahrer, in den Jahren zuvor noch 393 (2016) respektive 383 (2015). Dass hier Potential für Maßnahmen besteht, ist fraglos gesichert. Ausreichende Schutzgegenstände wie Helme, in der realen Welt oftmals als "uncool" abgelehnt, können im Fall der Fälle den Unterschied ausmachen. Tatsächlich warten noch immer viele Menschen auf die Helmpflicht im Straßenverkehr, die laut Experten das Risiko schwerer Hirnverletzungen um 80% reduzieren.

 

Die Unterstützung bekannter und beliebter Prominenter ist auf dem Weg zu einer Helmpflicht von großer Bedeutung. So machte unter anderem Tour de France Sieger Geraint Thomas zuletzt auf sich aufmerksam, als er in einem Interview mit der Sunday Times die allgemeine Helmpflicht in Großbritannien befürwortete. Er selbst habe "öfter einen Helm aufgesetzt, als den Autogurt angelegt" und sei bereits seit jungem Alter "immer" mit dem Fahrradhelm unterwegs gewesen. Die Stellung Thomas' wird durch die Betway Quoten zum Tour de France Gesamtsieg 2019 deutlich, wo der Waliser gemeinsam mit Chris Froome und Tom Dumoulin derzeit Ende September mit 3,75 vorne liegt. Statt einer Pflicht liegt in Nationen wie Deutschland oder Großbritannien lediglich eine Empfehlung zur Nutzung vor. Wesentlich weiter sind dagegen andere Länder der Welt: Australien, Neuseeland, Finnland, Malta und Südafrika haben bereits eine Helmpflicht erlassen und erheben zum Teil Bußgelder bei Nichteinhaltung. Im Grunde ist es schwer, Argumente zu finden, die gegen einen solchen Erlass sprechen. Die Verantwortlichen führen dabei vor allem an, dass die Gesamtzahl an der Radfahrer durch eine Pflicht nicht verkleinert werden solle. Dies sei bei der weiteren Entwicklung zur umweltbewussten Fortbewegung insgesamt hinderlich.

 

Was hilft für zusätzliche Sicherheit auf dem Fahrrad?

Sicherheit auf dem Fahrrad // IMAGE SOURCE: Twitter
Sicherheit auf dem Fahrrad // IMAGE SOURCE: Twitter

Ob auf der Straße, dem Gebirge oder bei langen Tour-Fahrten: Es gibt diverse Ausrüstungen, die zusätzliche Sicherheit bieten. Radsport-Bodies gehören hingegen nicht gerade dazu. Die stromlinienförmigen Anzüge dienen vielmehr der optimalen Bewegungsfreiheit anstatt der Sicherheit. Ausreichende Sicherheitselemente finden sich in Online-Shops vor allem für Mountainbiker, die aufgrund ihres hauptsächlich genutzten Terrains eher Gefahren ausgesetzt sind, als dies normalerweise auf der Straße der Fall ist. Doch auch wenn Sie hobbymäßig gerne schnell unterwegs sind, kann sich zusätzlicher Schutz zweifellos auszahlen. Hierfür bestehen etwa zusätzliche Sicherheits-Pads, die zwar nicht komplett vor Gefahren schützen können, Stürze jedoch merklich abfedern und somit einen wertvollen Beitrag zur grundsätzlichen Sicherheit des Fahrers leisten. Sie werden etwa an Armen oder Oberschenkeln eingesetzt. Weniger geeignet für das Straßenfahren sind Knie- und Ellbogenschoner, die jedoch auf dem Mountainbike ein Muss sind.

 

Auch andere Maßnahmen helfen bei der Vermeidung von Unfallrisiken sowie der Steigerung persönlicher Sicherheit. So empfiehlt es sich vor allem bei unbekannten Strecken, sich im Voraus genau auf deren Führung vorzubereiten. Beispielsweise gehen es auch die Profi-Fahrer der Tour de France oder Vuelta so an, dass sie im Voraus die Strecke außerhalb des Wettkampfes abfahren und sich mit Zusatzinformationen aus Google Maps und Co. informieren. Andere exzellent nutzbare Gadgets beinhalten zum Beispiel das von uns zuvor vorgestellte TriEye. Das ausgezeichnete Produkt aus Norwegen ist eine Sportbrille, die einen praktischen Rückspiegel direkt integriert. Dies sorgt für zusätzliche Sicherheit im Hintergrund, ohne dabei die Straße vor sich aus dem Auge zu verlieren. Daneben werden weitere Funktionen integriert, die sich als praktisch erweisen. Die Brille selbst wiegt etwa nur 32 Gramm und ist damit ein wahres Leichtgewicht, das im Gebrauch keine großen Probleme hervorruft. Zudem wird es mit Wechselgläsern geliefert, um auf sämtliche Wetterbedingungen und Dunkel- bzw. Helligkeit reagieren zu können. Beschichtung gegen Nebel, Regen und 100-prozentiger UV-Schutz unterstreichen dies.

 

Wie auch immer letztlich für die notwendige Sicherheit beim Radfahren gesorgt wird – nur die Radsport-Bodies reichen definitiv nicht aus, um bei Unfällen geschützt zu sein. Die richtige Vorbereitung auf neue Strecken, ein guter Helm und, abhängig von der Anwendung, zusätzliche Features können ebenfalls eine nützliche Rolle für Radfahrer einnehmen.