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Eva Lechner: Schlamm-Duelle mit Grün-Weiß-Rot

Eva Lechner: die Italienmeisterin gehört auch im Cross-Weltcup zu den Besten // Foto (Marcel Hilger)
Eva Lechner: die Italienmeisterin gehört auch im Cross-Weltcup zu den Besten // Foto (Marcel Hilger)

Eva Lechner aus dem Südtiroler Eppan hat im Radcross-Weltcup erneut einen Top-Ten-Platz geholt. Im französischen Nommay fuhr die Italienmeisterin auf den siebten Platz. Es ist die vorletzte Station auf dem Weg zur Weltmeisterschaft am 4. Februar 2018 im niederländischen Valkenburg.

Mit etwas Pathos könnten die Symbole der Nationalflagge sinnbildlich für Eva Lechner stehen. Grün für die Natur, Weiß für die Gletscher und Rot für den Kampf . Eva Lechner, Natur- und Pferdeliebhaberin aus der Alpenregion kämpft sich zurück an die Weltspitze. Mit einer Konstanz, die die Südtirolerin aktuell als Top-Drei im Gesamtweltcup listet. Mit zuletzt zwei Podestplätzen in Folge als Dritte im Cross-Weltcup in Belgien. Und dann war da noch die Titelverteidigung als nationale Meisterin in Rom. Bis zuletzt ein Kampf um das ersehnte Trikot in den Nationalfarben. Ein Kampf mit Landsfrau Alice Maria Arzuffi, neun Jahre jünger als die 32-jährige Südtirolerin. Bis zum letzten Kurve vor dem Ziel waren die beiden Schulter an Schulter unterwegs. Die Entscheidung musste im Sprint fallen. Eva Lechner zog an und gewann, hauchdünn und überglücklich. Zum neunten Mal in dieser Disziplin, zum siebenten Mal in Folge als Elitefahrerin. Das bewog dann auch die renommierte italienische Sportzeitung La Gazzetta dello Sport von der „Königin im Schlamm“ zu sprechen und berechtigte Hoffnungen auf eine erfolgreiche Cross-Weltmeisterschaft für Italien zu wecken.

 

Eva Lechner ist mit sich und ihrer Leistung zufrieden. Waren es doch zwei schwere Jahre, die hinter der Südtirolerin liegen. Mit olympischen Spielen im Mountainbike Cross Country, die mit Rang 18 in Rio so gar nicht nach ihren Erwartungen liefen. Zu viel Training und zu viel Zwang waren eine Kombination, die keine Rückkehr an die Weltspitze ermöglichte, sondern zum Teufelskreis wurde. Doch diese schwere Zeit scheint überwunden. Mit neuem Trainer und neuer Motivation. Und mit den aktuellen Erfolgen im Cross. In Nommay kam Eva Lechner vom US-Team Clif trotz eines Sturzes in die Top-Ten. Auf dem siebten Platz mit zwei Minuten und vier Sekunden Rückstand auf die Siegerin Katherine Compton aus den USA, die ihre Landsfrau Kaitlin Keough auf Platz zwei und Lokalmatadorin Pauline Ferrand Prevot auf Rang Drei verwies. Lechner-Landsfrau Alice Maria Arzuffi wurde diesmal Sechste. Eine kleine Genugtuung für die knappe Niederlage gegen Eva Lechner in Rom. Ein guter Tag war es auch für Weltmeisterin Sanne Cant aus Belgien, die sich trotz Rang 12 vorzeitig den Sieg im Gesamtweltcup sichern konnte. Der Cross-Weltcup geht kommendes Wochenende in den Niederlanden in Hoogerheide zu Ende. Eva Lechner ist wieder dabei und stimmt sich dann schon auf den Kampf um das so begehrte Regenbogentrikot ein.

 

Redaktion (exklusiv für VeloTOTAL): Dr. Josef Bernhart