Wieder da – und wie: Eva Lechner siegt in der Schweiz

Eva Lechner siegt in Eschenbach © radsportphoto.net/Steffen Müssiggang
Eva Lechner siegt in Eschenbach © radsportphoto.net/Steffen Müssiggang

Eva Lechner ist Italiens beste Mountainbikerin und auch im Radcross eine internationale Größe. Weltcupsiegerin, Weltcupführende und Vize-Weltmeisterin war sie schon. Das Olympiajahr auf dem MTB war nicht nach Wunsch verlaufen und eine Auszeit dringend notwendig. Jetzt ist sie wieder da, und das mit einem Sieg, der kaum eindrucksvoller hätte sein können. 

 

Schweizer Cross mit Format

EKZ CrossTour nennt sich die internationale Schweizer Rennserie im Radcross. Und immer mehr Top-Fahrer nutzen das Etappenrennen, um sich mit den Besten zu messen. Eva Lechner aus Südtirol, bekanntermaßen eine Elite-Mountainbikerin, hat in den letzten Jahren auch im Radcross für Furore gesorgt. Neben ihren Top-Platzierungen waren es vor allem die Starts als Gesamtführende im Cross-Weltcup 2015, die Eva Lechner in dieser Disziplin international bekannt machten. Denn noch nie zuvor in der langen Geschichte des Radcross, war es einer Italienerin je gelungen, das Leadertrikot der Weltcupführenden zu tragen.

 

Angesprochen auf die Disziplin Radcross sagt Eva Lechner mit einem Lächeln: "Es ist eine Disziplin, die mir immer mehr gefällt. Irgendwo zwischen Rennrad und Mountainbike. Kürzere Distanzen und viel Begeisterung." Die Begeisterung ist vor allem in Belgien und Holland groß. Tausende Zuseher an den Strecken, die Sieger Volkshelden. Eva Lechner kennt das, hat sie doch schon ein Weltcuprennen im holländischen Hoogerheide gewonnen, ebenfalls 2015. Mit Eindrücken, die sie nie vergisst: "Da kommen die Fans in Scharen, wollen Fotos und Autogramme. Einfach großartig."

 

Auch die Schweiz hat eine große Cross-Tradition und bekannte Sieger. Albert Zweifel heißt der Cross-König der Eidgenossen. Er gewann von 1973 bis 1986 insgesamt 300 Rennen und war sechsmal Weltmeister. Nur konsequent, dass die Schweizer mit der EKZ-Tour an erfolgreiche Cross-Zeiten anknüpfen wollen.
 
Solo-Sieg auf der vierten Etappe
Das Rennen am 11. Dezember in Eschenbach war die vierte Station der EKZCrossTour 2016. Und bei den Frauen war es eine klare Sache für Eva Lechner. Im Trikot der Italienischen Meisterin zeigte die Südtirolerin der Konkurrenz nur das Hinterrad. Schon in Runde eins in Führung liegend, sollte dies bis zum Ende des Rennens auch so bleiben. Bereits in der zweiten Runde hatte Eva Lechner einen Vorsprung von fast 20 Sekunden auf die Verfolgerinnen und baute diesen konstant aus.

 

So fuhren Pavla Havlikowa aus Tschechien und die Schweizerin Jasmin Egger-Achermann zwar stark, aber nie um den Sieg. Sie waren es, die sich neben Eva Lechner die Podestplätze ausmachten. Am Ende schaffte es die Tschechin, die im vergangenen Jahr noch den Gesamtsieg bei der EKZ CrossTour einfuhr, mit exakt einer Minute Rückstand auf Eva Lechner auf den zweiten Platz, knapp gefolgt von Jasmin Egger-Achermann, die auf heimischem Boden mit ihrem dritten Platz und nur zwei Sekunden Rückstand für viel Begeisterung bei den Schweizer Fans sorgte.

 

Text:  Dr. Josef Bernhart (exklusiv für www.velototal.de)
Foto: Steffen Müssiggang/radsportphoto.net: Vergangenes Jahr noch Zweite, 2016 eindrucksvolle Siegerin in Eschenbach: Italienmeisterin Eva Lechner aus Südtirol

 

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