Straßen-WM Richmond: Medaillensegen für den BDR

Strahlender Weltmeister im Zeitfahren der Junioren: Leo Appelt © BDR-Medienservice
Strahlender Weltmeister im Zeitfahren der Junioren: Leo Appelt © BDR-Medienservice





Die ersten Medaillen für deutsche Teilnehmer an den Straßen-Weltmeisterschaften in Richmond (USA) gab es schon im Mannschaftszeitfahren. Im U23-Zeitfahren der Männer gab es Silver und Bronze, und das Zeitfahren der Junioren war ein Goldtag.



Leo Appelt: Sieger im Zeitfahren der Junioren

Auf Lennard Kämna folgt Leo Appelt: Der Hannoveraner ist neuer Weltmeister der Junioren im Einzelzeitfahren und tritt damit die Nachfolge von Lennard Kämna an, der diesen Titel vor einem Jahr in Ponferrada gewann. Appelt fuhr ein nahezu perfektes Zeitfahren und hatte nach 30 km 17  Sekunden Vorsprung auf den den US-Amerikaner Adrien Costa. Dessen Landsmann Brandon McNulty wurde Dritter. "Ich kann es gar nicht glauben. Dieser Sieg hat mich selbst überrascht", freute sich der Niedersachse, der im gleichen Verein groß geworden ist wie der letztjährige Junioren-Weltmeister im Straßenrennen, Jonas Bokeloh.


Für den neuen Weltmeister wird der Siegerschluck eher dürftig ausfallen, denn Appelt startet auch am Samstag beim Straßenrennen. "Wenn es da auch gut läuft, ich hätte nichts dagegen, ich habe jetzt keinen Druck mehr",  sagte Appelt nach dem Rennen. Der 18-Jährige Niedersachse stand erst vor wenigen Wochen auf einem WM-Podest. Bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Astana gewann er Gold in der Einerverfolgung.  Außerdem ist er deutscher Meister in der Einerverfolgung und im Einzelzeitfahren. "Den Erfolg auf den Bahn konnte man kalkulieren, ich bin bei der Deutschen Meisterschaft schon deutschen Rekord gefahren. Aber das heute, das war echt der Hammer."



Zwei Zeitfahr-Medaillen gleich am ersten Wettkampftag

Tags zuvor flankierten zwei Deutsche den U23-Zeitfahr-Weltmeister Mads Wurtz Schmidt aus Dänemark. Es war das erste Edelmetall in dieser Klasse seit Marcel Kittels Bronzemedaille vor fünf Jahren in Geelong in Australien. Max Schachmann, im letzten Jahr WM-Fünfter, und Lennard Kämna, in Ponferrada Zeitfahr-Champion der Junioren, erkämpften sich Silber und Bronze.


Deutschland ist eine Zeitfahrer-Nation, hat in den letzten Jahren in allen Rennkategorien Weltmeister gestellt: Tony Martin siegte bei den Männern schon drei Mal und will nun sein viertes Gold gewinnen; Judith Arndt war bei den Frauen 2011 und 2012 erfolgreich, Lisa Brennauer folgte ihr im letzten Jahr in Ponferrada auf den Zeitfahr-Thron; Marcel  Kittel, Patrick Gretsch und Lennard Kämna waren Junioren-Champions, Markus Fothen gewann den Titel in der Kategorie U23.



Tony Martin: Nach Silber im Teamzeitfahren den Einzeltitel im Visier

Am heutigen Mittwoch will Tony Martin sich das Regenbogentrikot bei den Zeitfahr-Weltmeisterschaften zurückholen. Trotz erst jüngst überstander Schlüsselbein-OP hat er im Teamzeitfahren zu Wochenbeginn bereits Silber gewonnen. Er sagt: "Druck verspüre ich keinen, aber es ist mein erklärter Wille, das WM-Trikot zurück zu holen. Dieser Wille ist ungebrochen hoch. Der Sturz, die Verletzung, die OP, das alles hat mich nicht bremsen können. Ich denke, dass mir die Zwangspause sogar gut getan hat."



Drei deutsche Frauen mit Gold im Teamwettbewerb

Mit sechs Sekunden Vorsprung hat das Team Velocio SRAM seinen WM-Titel im Mannschaftszeitfahren erfolgreich verteidigt. Für Trixi Worrack war es der vierte Sieg in Folge, für Mieke Kröger die Premiere und für Zeitfahr-Weltmeisterin Lisa Brennauer eine erfolgreiche Titelverteidigung. Auf den 38,8 km war das Sextett mit den drei deutschen Fahrerinnen sechs Sekunden schneller als Boels Dolmans und 56 Sekunden besser als Rabobank Liv Women Cycling (beide Niederlande). Besser hätte der Auftakt für den deutschen Radsport bei dieser WM kaum sein können.



U23-Podium Zeitfahren: Schachmann (l.) und Kämna (r.) mit Weltmeister Mads Wurtz Schmidt aus Dänemark © BDR Medienservice
U23-Podium Zeitfahren: Schachmann (l.) und Kämna (r.) mit Weltmeister Mads Wurtz Schmidt aus Dänemark © BDR Medienservice

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