MTB-Weltmeisterschaft: BDR zieht zufriedene Bilanz

Silbermedaillengewinner der Junioren: Maximilian Brandl © EGO-Promotion
Silbermedaillengewinner der Junioren: Maximilian Brandl © EGO-Promotion





Eine Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen sind die Ausbeute des Bund Deutscher Radfahrer bei den Mountainbike- und Trial-Weltmeisterschaften in Vallnord in Andorra.



"Schade, dass es bei Manuel Fumic nicht zu einer Medaille gereicht hat. Er hat eine großartige Leistung gezeigt und bewiesen, dass er zur Weltspitze gehört. Insgesamt können wir mit den Ergebnissen dieser WM zufrieden sein", zog BDR-Sportdirektor Patrick Moster ein erstes Fazit. "Sabine Spitz hat aufs Neue gezeigt, dass sie sich auf den Punkt vorbereiten kann; Helen Groberts elfter Rang geht voll in Ordnung, sie hat als sehr junge Sportlerin eine gute Perspektive, und im Juniorenbereich waren wir mit Platz zwei und vier sowie Rang acht bei den weiblichen Juniorinnen auch sehr stark", so Moster. "Leider ist es uns aber noch nicht gelungen, die guten Leistungen früherer Juniorenjahrgänge im U23-Bereich zu stabilisieren."



Der EM-Dritte und aktuelle Deutsche Meister Manuel Fumic (Kirchheim/Cannondale Factory Racing ) musste sich zum Abschluss der Cross Country-Wettbewerbe am Samstag im Eliterennen der Männer mit dem undankbaren vierten Platz hinter dem Schweizer Weltmeister Nino Schurter, dem französischen Titelverteidiger Julien Absalon und Ondrej Cink (CZE) zufrieden geben. Bronze verpasste Fumic nur um sieben Sekunden. Für Schurter war es bereits der vierte WM-Titel.



"Ich habe sie schon gesehen, die Medaille, darum bin ich schon enttäuscht. Aber Cink war am Berg einfach schneller", sagte der Kirchheimer Fumic im Ziel. "Ich wusste, dass ich am höchsten Punkt an ihm dran sein musste, doch da hatte ich dann 15 Sekunden Rückstand, die konnte ich nicht mehr voll aufholen."



Bei den Frauen sorgten Sabine Spitz (Achte), Helen Grobert (Elfte) und Adelheid Morath (13.) für ein zufriedenstellendes Ergebnis. Weltmeisterin wurde die Französin Pauline Ferrand Prevot, die damit nach der Straßen-WM im Oktober 2014 und den Querfeldein-Titelkämpfen im Januar 2015 ihr drittes Regenbogentrikot innerhalb eines Jahres gewann. Sie setzte sich bereits ab der zweiten Runde uneinholbar an die Spitze, während Sabine Spitz von Startposition 14 ihre Aufholjagd startete und auf dem technisch überaus anspruchsvollen Kurs Runde für Runde Plätze gut machte.



Doch dann verletzte sie sich mit ihrem Pedal an der Kniekehle, kam aus dem Rhythmus und fiel von Platz sechs auf Rang acht zurück. "Ich bin aber schon zufrieden. Man muss die Leistungsdichte sehen. Es war vieles möglich heute", sagte die Olympiasiegerin von Peking nach dem Rennen.



Gut lief es – trotz eines Sturzes nach dem Start – für Helen Grobert: "Es war heute ein Mega-Rennen, ich hatte so gute Beine. Aber es war am Anfang einfach sehr schwierig, nach vorne zu kommen. Ich konnte mich nicht mehr auf meinen Rhythmus konzentrieren, es ging nur ums Überholen. Mitte des Rennens war ich am Limit. Aber am Ende ging es wieder", sagte Grobert.



Das beste Rennen bei diesen Weltmeisterschaften lieferten die Junioren. Der deutsche Juniorenmeister Maximilian Brandl vom RV Viktoria Wombach musste im Finale nur den dänischen Titelverteidiger Simon Andreassen ziehen lassen und eroberte sich die Silbermedaille. Teamkollege Robin Hofmann rundete als Vierter das starke Abschneiden der BDR-Junioren ab.



Brandl gehörte von Beginn an zu den dominierenden Fahrern im Rennen. Während der spätere Weltmeister aber nach der Hälfte des Rennens davonzog, lieferte sich der Deutsche Meister und EM-Dritte ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Kolumbianer Egan Bernal, den er aber in der letzten Runde deutlich distanzieren (32 Sekunden) und auf den dritten Platz verdrängen konnte. "Das war definitiv das härteste Rennen meiner Karriere. Andreassen konnte ich heute nicht schlagen, aber Bernal war auf den letzten Metern schwächer. Ich habe mir mein Rennen gut eingeteilt und konnte in der letzten Runde an ihm vorbeiziehen", kommentierte Brandl seinen erfolgreichen WM-Lauf: "Silber ist ein riesiger Erfolg für mich."



Bei den Juniorinnen belegte Antonia Daubermann (TGV Schotten/LV Hessen) als beste BDR-Starterin in dem von Martina Berta (Italien) gewonnenen WM-Kampf Rang acht. Felicitas Geiger (RV Wombach/LV Bayern) wurde Elfte.

Die deutschen U23-Biker konnten dagegen die Erwartungen nicht erfüllen. Der Deutsche Meister Georg Egger sorgte bei den Männern als 28. für das beste Resultat; bei den U23-Frauen landete die einzige deutsche Starterin Sofia Wiedenroth auf Platz 24. Die Weltmeistertitel gingen an den Neuseeländer Anton Cooper und bei den Damen an die Schweizerin Ramona Forchini. "Ich habe schnell gemerkt, dass es heute nicht so geht. Das Gefühl war komisch, keine Ahnung was los war", kommentierte Georg Egger (Gessertshausen) sein enttäuschendes Resultat. Er hatte sich eine Top-Ten-Platzierung erhofft.



Im Teamrelay, dem Cross-Country-Staffelrennen, belegte das BDR-Quartett einen guten fünften Platz. In der Besetzung Ben Zwiehoff, Robin Hofmann, Sabine Spitz und Manuel Fumic hatten die vier knapp eineinhalb Minuten Rückstand auf Frankreich, die ihren Titel von 2014 verteidigen konnten. Silber ging an Dänemark, Bronze an Italien.

Die zweite Medaille im Cross-Country gewann bereits am Eröffnungstag Simon Gegenheimer aus Aalen im Ausscheidungsrennen hinter Daniel Federspiel (Österreich) und Samuel Gaze (Neuseeland). Es war die erste Medaille für den BDR in dieser noch jungen WM-Disziplin. "Im ersten Moment war ich enttäuscht, dass es nicht Silber wurde, auch weil es zuvor so leicht ging. Aber im Nachhinein muss ich sagen, es ist schon cool, weil es bei mir ja noch nie geklappt mit dem WM-Finale", freute sich der 26-Jährige über den Bronzerang.



Der Deutsche Meister David Horvath schied im Viertelfinale aus, nachdem ihn der Italiener Luca Braidot bedrängt hatte und Horvath kurz vor der Zielgeraden aus der Spur brachte. "Mein Ziel war das Viertelfinale, das habe ich erreicht. Aber so auszuscheiden, ist natürlich ärgerlich", meinte Horvath. Bei den Damen verpasste Nadine Rieder das Finale und belegte am Ende Rang sieben. Sie war gegen die Titelverteidigerin Kathrin Stirnemann und deren Nachfolgerin Linda Indergand im Halbfinale ausgeschieden.



Für die größte Medaillenausbeute sorgten die Trial-Spezialisten des BDR. Dominik Oswald (MSC Münstertal) konnte seinen WM-Titel im Trial 20 Zoll der Junioren erfolgreich verteidigen und gewann am Samstag auch noch Silber im Trial 26 Zoll. Mit nur neun Fehlerpunkten setzte sich der Sportler vom MSC Münstertal bei seinem Sieg klar vor dem Spanier Sebastian Ruiz und Johan Buchwalder aus der Schweiz durch. Im 26-Zoll-Wettbewerb lag er nur zwei Punkte (insgesamt 8) hinter Weltmeister Nicolas Vallee aus Frankreich, aber deutlich vor dem Franzosen Nicolas Fleury (36 Punkte). Auf dem vierten Platz landete Jannis Oing ((Trial-Club Stadtlohn).



Die erst 16-jährige Nina Reichenbach (RMSC Oelbronn) belegte im Frauenfinale einen großartigen dritten Platz hinter Janine Jungfels aus Australien und Tatiana Janickova aus der Slowakei. In der 20-Zoll-Klasse der Männer ging Raphael Pils (MSC Schatthausen) nach einem Sturz leer aus. Weltmeister wurde Abel Mustieles aus Spanien vor Lucien Leiser aus der Schweiz. In der Männerklasse 26 Zoll erreichte Hennes Herrmann ( MSC Thalheim) den fünften Platz. Zum Auftakt der Trial-Wettkämpfe gewann die deutsche Mannschaft Bronze im Teamwettbewerb.

 

 


Silbermedaillengewinner der Junioren: Maximilian Brandl © EGO-Promotion
Silbermedaillengewinner der Junioren: Maximilian Brandl © EGO-Promotion

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