Giro Challenge 2014: A Tribute to Marco Pantani

Ortsbesuch im Spazio Pantani: Cesenatico hat dem "Pirata" ein eigenes multimediales Museum gewidmet (www.pantani.it) © M.L. Weiß
Ortsbesuch im Spazio Pantani: Cesenatico hat dem "Pirata" ein eigenes multimediales Museum gewidmet (www.pantani.it) © M.L. Weiß

 

Wie schnell war er? Der Schnellste! Noch heute hält Marco Pantani den "Bergrekord" nach L'Alpe d'Huez. Wie schnell er wohl bei der Giro-Etappe ins Martelltal gewesen wäre?

Redaktion: Dr. Josef Bernhard/EURAC

 

Unerreicht: "Il Pirata"

Seit 1994 wird die Zeit offiziell gestoppt. Und keiner war bislang schneller als er. "Il Pirata" Marco Pantani. Er benötigte für den legendären Schlussanstieg nach L'Alpe d'Huez im Jahre 1997 die Zeit von 37 Minuten und 35 Sekunden. Für 14,5 Kilometer. Beeindruckend ist auch, dass Lance Armstrong beim Bergzeitfahren 2004 nicht in der Lage war, die Bestzeit von Marco Pantani zu unterbieten. Er war eine Sekunde langsamer.

 

Erfahrene Profis wie der Kärntner Peter "Paco" Wrolich erklären dies mit dem besonderen Kick, direkt gegen die Gegner zu fahren. Dies sei motivierender, als alleine gegen die Uhr. Die Besten im Peloton würden zudem von ihren Helfern bis zum Schlussanstieg hin "gezogen" und seien deshalb eher so richtig heiß denn müde, wenn es am Ende zur Sache geht, so Wrolich. Paco Wrolich muss es wissen, ist er doch selbst mehrfach bei der Tour de France dabei gewesen. Von 2004 bis 2009 insgesamt fünfmal. Zweimal fuhr Wrolich auch nach L'Alpe d'Huez. Im Jahre 2004 auf der 15. und zwei Jahre danach auf der 16. Tour-Etappe.

 

Martelltal: Alpe d’Huez im Vinschgau

Ähnlich sieht es Dietrich "Didi" Thurau, deutsche Rennradlegende der 1970er und 1980er Jahre. Er sagt: "L'Alpe d'Huez ist einzigartig. Aber seit diesem Jahr kenne ich eine genauso große Herausforderung." Und er meint den Schlussanstieg der Giro-Königsetappe 2014 ins Südtiroler Martelltal. Thurau, der selbst dreimal (1977, 1979 und 1982) bei der Tour nach L'Alpe d'Huez fuhr, war auf Einladung der Giro-Organisatoren und einer Forschergruppe der EURAC-Bozen am 27. Mai 2014 selbst ins Martelltal (Vinschgau) gekommen. Gekommen auch, um für das "neue L'Alpe d'Huez" zu werben: die Giro-Challenge Martelltal, eine neue App für Radsportler.

 

Damit kann sich ab sofort jeder mit den Besten messen. Bei einem Bergzeitfahren mit Online-Vergleich. Auf einer Strecke, die mit 22,3 km knapp neun Kilometer länger ist als L'Alpe d'Huez und deren Ziel auf 2051 Meter liegt. Damit um 200 Meter höher als die legendäre Bergankunft in Frankreich. Nur bei der durchschnittlichen Steigung liegt das Martelltal mit 6,4 % um 1,5 Prozentpunkte darunter. Ebenbürtig sind die beiden Anstiege bei der maximalen Steigung, die jeweils bei ca. 14 % liegt.

 

Wie schnell wäre wohl Marco Pantani ins Martelltal geradelt? Wir können es nur erahnen. Zehn Jahre nach seinem tragischen Tod hatten die Giro-Macher dem Idol aus Cesenatico einige Etappen gewidmet. Als Zeichen der Unsterblichkeit. Für Siege und Bestzeiten, die unerreicht sind.

 

LINK zur Giro-App: www.tiny.cc/girochallenge

© M.L. Weiß
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