Wer eine Radreise plant, steht oft vor der großen Frage, wie Gepäck und Navigation am besten gelöst werden. Wir zeigen im Test die flexibelsten Möglichkeiten: von klassischen Seitentaschen für viel Gepäck über kompakte Trägertaschen hin zu cleveren Nachrüst-Gepäckträgern für Räder ohne Ösen sowie innovativen Smartphone-Halterungen für die Navigation am Lenker. Der Fokus liegt dabei auf universellen Systemen, die komplett ohne herstellerspezifische Klicksysteme auskommen.
Universelle Seitentaschen: Das Magnet-System von Via Bike
Für Radreisen mit viel Gepäck sind klassische Seitentaschen ideal, die links und rechts am Gepäckträger befestigt werden. Die Softback Taschen von Via Bike bieten je 20 Liter Volumen und zeichnen sich durch ein herstellerunabhängiges Magnetadaptersystem aus. Der Universaladapter wird einfach an der Seite des Gepäckträgers fixiert, die Tasche aufgesetzt und rastet per Magnetverschluss ein. Ein Zug an der Schlaufe genügt zum Abnehmen. Das System verfügt über einen unempfindlichen Rolltop-Verschluss ohne Reißverschlüsse und eine praktische Innenaufteilung für elektronische Geräte. Entwickelt wurde es vom deutschen Motorradzubehör-Spezialisten SW-Motech.
VeloTOTAL zieht folgendes Fazit zur Handhabung: „Besonders gut gefällt uns an den Softbacktaschen von Via Bike, dass sie erstens fast universell an jedem Gepäckträger einsetzbar sind, zweitens äußerst leicht zu bedienen sind mit dem Magnetverschlusssystem, drittens sehr robust sind (das Material ist fast wasserdicht) und außerdem der Rolltop-Verschluss äußerst unempfindlich gegen Schäden ist.“
Hinsichtlich der Anschaffung merkt VeloTOTAL an: „Der Preis von 129 € pro Tasche und Magnethalter ist vollkommen angemessen. Selbstverständlich benötigt man bei voller Beladung zwei Taschen, damit das Rad im Gleichgewicht bleibt.“
Kompakte Flexibilität für mittlere Touren: Norco Canmore
Wenn weniger Volumen benötigt wird, bietet sich eine Gepäckträgertasche für mittleres Gepäck an. Die Canmore Tasche von Norco, einer Hausmarke des Allgäuer Herstellers Asista, kommt ebenfalls ohne proprietäres Klicksystem aus. Der Unterboden wird einfach an die individuelle Strebenbreite des Gepäckträgers angepasst und eingeklickt. Das maximale Packvolumen beträgt 10,5 Liter, da sich die Seitentaschen bei Bedarf ausklappen und der obere Verschluss erweitern lässt. Ein robuster, gummierter Boden schützt vor Spritzwasser. Eine Regenhülle und ein Schultergurt sind im Lieferumfang enthalten.
VeloTOTAL betont die Flexibilität: „Auch mit der Canmore Tasche haben wir ein System ausgewählt, das unabhängig vom Gepäckträgersystem funktioniert. Du bist also nicht auf ein bestimmtes Klicksystem angewiesen, sondern kannst diese Universalgepäckträgertasche an nahezu jedem Gepäckträger anpassen.“
Die Rettung für sportliche Rahmen: SKS Infinity Universal
Viele moderne Fahrräder, wie Gravelbikes, besitzen ab Werk keine Gepäckträgerösen. Für diese Fälle bietet SKS Germany mit dem Infinity Universal eine flexible Nachrüstlösung, die direkt an den Sitzstreben befestigt wird. Der Träger ist vielseitig einstellbar, bringt jedoch klare Herstellervorgaben mit sich: Er darf nicht an Carbonrahmen montiert werden, ist nicht für Kindersitze zugelassen und die Traglast ist strikt auf 12 kg begrenzt. Optional sind ein passendes Rücklicht sowie ein Schutzblech erhältlich.
Wir beschreiben das System wie folgt: „Der Infinity Universal Gepäckträger von SKS Germany wird an den Sitzstreben des Fahrrads befestigt. Er ist vielseitig einstellbar und anpassbar an das individuelle Rad.“
Bombensichere Navigation: Fidlock Vacuum am Lenker
Für eine einfache und bewährte Navigation empfiehlt sich die Smartphone-Befestigung direkt am Cockpit. Der Vakuumhalter des hannoverschen Magnetspezialisten Fidlock kombiniert ein Vakuum mit Magnetkraft, um das Smartphone via speziellem Patch sicher zu fixieren. Die Bedienung funktioniert problemlos einhändig, und das Telefon lässt sich im Halter um volle 360 Grad drehen. Sollte der Lenker bereits belegt sein, existiert zudem eine Variante für den Steuersatz.
Das Testergebnis zur Stabilität fällt eindeutig aus: „Wir haben es ausprobiert, wir haben es nicht geschafft, das Smartphone abzuschütteln.“
Aus Sicherheitsgründen rät unser Tester zur klassischen Positionierung: „Wir empfehlen euch aber, das Smartphone möglichst am Lenker zu befestigen, denn dann müsst ihr den Blick zur Kontrolle des Smartphones nicht so weit heruntersenken, das ist sicherer.“
Mit diesen vier cleveren Nachrüstlösungen lässt sich nahezu jedes Fahrrad flexibel für die nächste Tour fitmachen. Die Unabhängigkeit von starren Systemgrenzen sorgt für maximale Kompatibilität im Alltag und auf Reisen.
Produktbox
-
Via Bike Softback Tasche
-
Spezifikationen: 20 Liter Volumen pro Tasche, Magnetadaptersystem, Rolltop-Verschluss, Innenfächer
-
Preis: 129,00 € pro Tasche inkl. Magnethalter
-
Bezugsquellen/Verfügbarkeit: über den Fachhandel und den Hersteller SW-Motech
-
-
Norco Canmore Gepäckträgertasche
-
Spezifikationen: Maximal 10,5 Liter Volumen, universell verstellbarer Unterboden, ausklappbare Seitentaschen, inkl. Regenhülle und Schultergurt
-
Preis: 103,95 €
-
Bezugsquellen/Verfügbarkeit: über den Fachhandel (Hausmarke von Asista)
-
-
SKS Germany Infinity Universal Gepäckträger
-
Spezifikationen: Montage an den Sitzstreben, max. 12 kg Traglast, nicht für Carbon, kein Kindersitz
-
Preis: Gepäckträger 109,99 € (Zubehör: Rücklicht 29,99 €, Schutzblech 24,99 €)
-
Bezugsquellen/Verfügbarkeit: im Fahrradfachhandel
-
-
Fidlock Vacuum Smartphonehalter
-
Spezifikationen: Magnet-Vakuum-Kombination, 360° rotierbar, Einhandbedienung, optionale Steuersatz-Montage
-
Preis: Halter 29,99 €, Patch 14,99 €
-
Bezugsquellen/Verfügbarkeit: über den Fachhandel und direkt beim Hersteller
-
www.sw-motech.com www.asista.de www.sks-germany.com www.fidlock.com

Kommentar schreiben