
Na, meine Lieben? Habt ihr euch auch schon mal gefragt, ob der technologische Fortschritt nicht manchmal einfach nur eine perfide Verschwörung gegen unsere ehrliche, muskelbetriebene Eitelkeit ist?
Letzte Woche, ich gestehe es, habe ich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Oder besser gesagt: mit dem Akku. Ich habe ein E‑Bike getestet. Ja, ich! Gisela Delgado, die Frau, die jeden Hügel als persönliche Beleidigung auffasst, die man nur mit eiserner Willenskraft (und sehr viel Schweiß) bezwingen darf.
Das Szenario: meine Hausstrecke. Ein fieser Anstieg, der normalerweise dafür sorgt, dass mein Puls Samba tanzt und mein Gesicht die Farbe einer reifen Tomate annimmt.
In meiner grenzenlosen Naivität… dachte ich, es wäre nur eine kleine „Unterstützung“. Ein sanfter Schubs.
Doch als ich den Motor einschaltete – ich wählte natürlich direkt die Stufe „Vulkan-Ausbruch“ –, geschah das Unfassbare. Mein Puls? Er blieb im Wellness-Bereich. Meine Beine? Sie fühlten sich an, als würden sie auf Wolken treten. Und der Berg? Der war plötzlich flacher als eine holländische Polderlandschaft.
Es war berauschend. Und gleichzeitig zutiefst verstörend.
Plötzlich überholte ich eine Gruppe junger, lycra-tragender Rennradfahrer, die sich den Anstieg hochquälten. Ich! Mit meiner eleganten City-Bike-Haltung und einem entspannten Lächeln auf den Lippen. Ich fühlte mich wie eine Göttin auf zwei Rädern, die herabschaut auf das niedere, schwitzende Volk.
Aber dann, oben angekommen, der Schock. Die Erkenntnis traf mich härter als ein Schlagloch im Dunkeln. Wo war der Triumph? Wo war das Gefühl, etwas aus eigener Kraft geschafft zu haben? Wo war der Schweiß, der mir normalerweise wie eine Medaille auf der Stirn steht?
Ich schaute auf das Display des Akkus. 60 % Restlaufzeit. Es war wie eine Verhöhnung. Der Motor hatte die Arbeit gemacht. Ich war nur ein Passagier in meiner eigenen sportlichen Leistung.
Wie ich immer predige: Ein Fahrrad ist zum Fahren da, nicht zum Fliegen! Es soll uns Freiheit schenken, nicht die Arbeit abnehmen.
Natürlich, E‑Bikes sind eine wunderbare Sache. Sie bringen Menschen aufs Rad, die sonst vielleicht gar nicht fahren würden. Aber für mich? Für die puristische Gisela, die den Schmerz liebt (zumindest ein bisschen)? Für mich war es ein Verrat an allem, woran ich glaube.
Am Ende der Fahrt schaltete ich den Motor aus und quälte mich die letzten Kilometer ohne Unterstützung nach Hause. Meine Beine brannten, mein Puls war oben, und ich war… glücklich.
In diesem Sinne: Fahrt mehr, tretet fester – und genießt den echten, ungeschönten Schmerz des Radfahrens!
Eure Gisela Delgado

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Ernesto (Dienstag, 17 März 2026 21:35)
Bravo voll deiner Meinung ���
Dahnee (Mittwoch, 18 März 2026 08:25)
Ich fühle so mit Dir. Habe hier auch "Hausberge" und bin schon mit E-bike gefahren, aber mir fehlt was. Das hast Du super beschrieben. Und auch das selber schrauben und austesten fehlt mir beim E-bike. So kann ich noch alles selber reparieren, optimieren und umbauen. Eine Schaltung verbauen und einstellen ist für mich besser als Yoga. OOOOOM!