Starke Impulse für die Fahrradbranche beim Women in Cycling Germany Summit

Der Women in Cycling Germany Summit in Wiesbaden setzte mit einer Rekordbeteiligung von 140 Teilnehmerinnen ein deutliches Zeichen für die wachsende Relevanz von Frauen in der Mobilitätsbranche.

Die Veranstaltung unterstrich den hohen Bedarf an fachlichem Austausch, strategischer Vernetzung und einer gemeinsamen politischen Positionierung, um den Einfluss von Frauen im Fahrradsektor nachhaltig zu stärken. Ausgerichtet wurde das Event von der Initiative Women in Cycling Germany – vertreten durch die Velo Stiftung – und der Hochschule RheinMain.

 

Strategische Neuausrichtung und regionales Wachstum

Ein zentrales Ergebnis des Gipfeltreffens ist die Entscheidung zur Professionalisierung der Netzwerkstrukturen. Um die strategische Weiterentwicklung künftig eng zu begleiten, wurde der Beschluss zur Gründung eines eigenen Beirats gefasst. Parallel dazu expandiert das Netzwerk geografisch:

  • Neue Hubs: Zusätzliche regionale Knotenpunkte entstehen unter anderem in Sachsen und der Region Frankfurt/RheinMain.

  • Bestehende Standorte: Diese ergänzen die bereits aktiven Hubs in Berlin, Hamburg, Köln/Rheinland, Stuttgart und München.

  • Zielsetzung: Die Hubs sollen den Austausch vor Ort intensivieren und niederschwellige Beteiligungsmöglichkeiten für Expertinnen schaffen.

     

Wissensvorsprung durch interdisziplinäre Formate

Das Programm bot mit drei Keynotes, zehn Masterclasses und insgesamt 35 Speakerinnen eine breite Plattform für Weiterbildung und Diskurs. In den Masterclasses vertieften die Teilnehmerinnen ihr Fachwissen in praxisnahen Themenfeldern wie Herstellerwesen, Fachhandel, Mobilitätsverwaltung, Leadership und Unternehmensgründung. Dr. Christiane Döll betonte in ihrer Keynote, dass für echte Veränderung in der Branche Mut zu unbequemen Themen sowie Beharrlichkeit notwendig seien.

 

Netzwerke als Infrastruktur und Machtfaktor

Die Führungspersönlichkeiten des Netzwerks machten deutlich, dass Vernetzung weit über den reinen Selbstzweck hinausgeht. Christina Puello (Deutsche Dienstrad) bezeichnete Netzwerke als „Wirkungsverstärker“, die benötigt werden, um Narrative zu ändern und politische Wirkung zu erzielen. Isabell Eberlein (Velokonzept) ergänzte, dass es neben individuellem Empowerment vorwiegend darum gehe, Netzwerke als Machtfaktoren zu nutzen, um den Einfluss von Frauen im gesamten Fahrradsektor zu erhöhen.

Ein weiterer fachlicher Fokus lag auf dem Forschungsprojekt „VELOA“, das vom Bundesministerium für Verkehr gefördert wird. Projektleiterin Prof. Dr. Angela Francke erläuterte dabei Ansätze, wie bislang unterrepräsentierte Frauengruppen besser in der Radverkehrsplanung berücksichtigt und für das Radfahren gewonnen werden können.
Weitere Informationen unter: www.velostiftung.de/women-in-cycling/

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