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SERVICE: Fünf Tipps für den Online-Kauf von Fahrradteilen

Für Radsportfreunde hat das Internet in den letzten zwei Jahrzehnten eine Ära der immensen Vorteile eingeläutet. Besonders für Leute, die selber gerne schrauben, hat das Netz viele Dinge wesentlich unkomplizierter gemacht, allem voran die Beschaffung von Teilen, Ausrüstung und Zubehör. War man früher noch auf die Angebote und Preise von örtlichen Händlern angewiesen, kann man sich heute unproblematisch alles nach Hause liefern lassen. Trotzdem gibt es ein paar praktische Grundregeln, die Fahrradfans beachten sollten, wenn sie Fahrradteile im Netz kaufen.

5 Punkte, die man beim Online-Kauf von Fahrradteilen beachten sollte
5 Punkte, die man beim Online-Kauf von Fahrradteilen beachten sollte

Gastbeitrag:

1. Auf Bewertungen achten
Besonders wenn es um Fahrräder geht, ist die Anzahl der Anbieter und Firmen manchmal ziemlich unübersichtlich. Von großen Firmen bis zu kleinen Einzelhändlern ist so ziemlich alles vertreten und dementsprechend schwer kann es sein, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wie in jeder Branche finden sich natürlich auch im Fahrradbereich dubiose Anbieter und Abzocker. Bei Fahrrädern kommt leider noch erschwerend dazu, dass die Diebstahlquote relativ hoch ist. Durch die Menge an verschiedenen Portalen für Bewertungen lässt sich aber im Großen und Ganzen ein relativ akkurates Bild von einem Unternehmen machen, bevor man die digitale Geldbörse zückt. Ein paar schnelle Google-Suchen können oft den Unterschied zwischen einem Superschnäppchen und einem großen Reinfall bedeuten und kosten meistens weniger Aufwand, als zu versuchen, eine Reklamation bei einem zwielichtigen Händler einzutreiben.

2. Andere Radfahrer wissen es immer noch am besten   
Ein großer Vorteil, den Radfahrer haben, wenn es um die Recherche nach neuen Rädern, Ersatzteilen oder Zubehör geht, ist die gute Vernetzung von Radsportfans im Internet. Wer sich nicht entscheiden kann, welche Reifen die richtigen sind, oder welcher Sattel am meisten aushält, der kann sich im Netz an andere Radfans wenden. Über Reddit, Facebook und andere soziale Medien finden sich große, aktive Netzwerke von leidenschaftlichen Radlern, die sich gerne gegenseitig mit Kaufempfehlungen und anderen Tipps unter die Arme greifen. Zudem gibt es zu vielen Einzelteilen und Rädern ganze Videos von ihren Besitzern, in denen über Vor- und Nachteile aufgeklärt wird und in denen die Teile auch meist detaillierter vorgestellt werden, als über die Seiten von Herstellern und Anbietern.

3. Einen VPN benutzen
Was ein Fahrrad oder ein Ersatzteil kostet, hängt oft weniger damit zusammen was die Händler verlangen, als damit in welchem Land es verkauft wird. Durch bestimmte Steuern oder andere Auflagen der jeweiligen Verkaufsländer können die Preise, die man im Netz findet stark variieren. Ein praktisches Mittel um diese regionalen Sperren und Aufpreise zu umgehen ist ein VPN. VPN steht für Virtual Private Network, und bietet NutzerInnen die Möglichkeit, sich virtuell von verschiedenen Standorten einzuloggen. Wer aus Deutschland zum Beispiel nur teure Preise für einen Lenker recherchiert, kann sich über einen Online-VPN aus den USA oder einem anderen Land einloggen, um so unter anderem an einen besseren Preis kommen. VPNs lassen sich natürlich nicht nur für Fahrradkäufe nutzen, sondern sind allgemein ein praktisches Werkzeug für alle möglichen Einkäufe im Internet.

5 Punkte, die man beim Online-Kauf von Fahrradteilen beachten sollte
5 Punkte, die man beim Online-Kauf von Fahrradteilen beachten sollte

4. Vor dem Kauf wird gemessen, nicht danach
Ein wesentlicher Nachteil, den man als Online-Käufer gegenüber Käufern hat, die ihre Fahrradteile persönlich in der Werkstatt abholen, ist die Möglichkeit, sich zu vergewissern, ob alles passt. Wer schon einmal einen Nachmittag mit dem erfolglosen Versuch verbracht hat, geringfügig unpassende Produkte zu montieren – im Irrglauben, es muss doch passen - kann ein Liedchen von diesem Problem singen. Deshalb empfiehlt sich für jeden Kauf im Internet eine gewissenhafte Abmessung des gewünschten Teils, bevor der Bestellbutton gedrückt wird. Die zusätzliche Zeit, die man mit einer nochmaligen Überprüfung der Maße verbringt, ist schnell wettgemacht, wenn man dafür nichtpassende Teile zurücksenden muss.

5. Billig kann schnell teuer werden
Unter allen Hobbys, die es gibt, ist das Fahrradfahren und Selberbauen wahrscheinlich nicht das billigste. Wer schon einmal zusehen musste, wie ein kleines Bastelprojekt plötzlich mehrere hundert Euro verschlungen hat, der kann dies nur bestätigen. Bastler und Bastlerinnen suchen dementsprechend immer nach einem guten Angebot und nach Möglichkeiten ein paar Euros zu sparen, wenn sie neue Teile kaufen. Zu gute Angebote können sich aber leider allzu oft als Fallen entpuppen, denn Preisempfehlungen der Hersteller gibt es meistens nicht ohne triftigen Grund. Unseriöse Anbieter oder gefälschte Teile von Markenproduzenten sind nicht ungewöhnlich, besonders in Zeiten des großen Andrangs auf dem Markt, wie wir sie gerade erleben. Deshalb lohnt es sich manchmal in den sauren Apfel zu beißen und von etwas teureren Anbietern zu kaufen, die bessere Garantien bieten und einen Ruf dafür haben, dass sie unproblematisch mit dem Umtausch oder einer Rücksendung umgehen. Dreimal das gleiche Produkt für günstige 20 Euro zu kaufen, kostet langfristig genauso viel, wie ein teurer Artikel für 60 Euro.