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München bekommt Pop-up-Bike-Lanes

Green City e.V. forderte 2013 erstmals einen Radweg in der Rosenheimer Straße. ©Green City
Green City e.V. forderte 2013 erstmals einen Radweg in der Rosenheimer Straße. ©Green City

Zukunftsweisender Vorstoß in München: Die Landeshauptstadt bekommt Pop-up-Bike-Lanes. Diese temporären Radlwege werden kurzfristig angelegt und veranschaulichen, wie Radfahrer*innen unterwegs sein könnten, wenn Politik und Verwaltung ihnen den Platz einräumen würden.

München tut das jetzt, zumindest vorübergehend: An fünf Straßenabschnitten sollen Radelnde in München
mehr Platz erhalten. An der Rosenheimer Straße zwischen Orleanstraße und Rosenheimer Platz sowie zwischen Lilienstraße und Am Lilienberg. Zudem an der Zweibrückenstraße, der Elisenstraße, der Theresienstraße und der Gabelsbergerstraße. Damit reagiert die Stadt auch auf den deutlichen Anstieg des Radverkehrs in Zeiten der Corona-Pandemie.


Martin Glöckner, Geschäftsführer der Umweltorganisation Green City e.V., freut sich über diese wegweisende Entwicklung: „Das Fahrrad ist ein krisensicheres und alltagstaugliches Transportmittel, was sich aktuell deutlich zeigt. Viele Münchner*innen satteln um und gerade Neu- und Wiedereinsteiger*innen brauchen ausreichend Platz, um ihre Ziele in der Stadt sicher zu erreichen. Die Pop-up-Bike-Lanes schaffen diesen Raum. Wir freuen uns sehr, dass für den Radverkehr wichtige und von uns seit 2013 geforderte Verbindungen wie die Rosenheimer Straße dabei berücksichtigt sind. Allerdings wünschen wir uns diese Verbesserungen aus allen Himmelsrichtungen. Aus dem Süden kommend zum Beispiel für die Lindwurmstraße und im Norden
für die Ludwigs- und Leopoldstraße.“


Thomas Häusler, Radexperte von Green City e.V., ergänzt: „Wir freuen uns, dass die Sicherheit der Münchner Radler*innen mit diesen Maßnahmen ein Stück weit verbessert wird, und werden die Umsetzung mit Interesse verfolgen. Das von uns entwickelte RadlVorrangNetz zeigt wichtige undstadtweite Verbindungen für den Radverkehr auf. An vielen Stellen wird das Netz jedoch immer noch durch unzureichende, schlechte oder sogar fehlende Radinfrastruktur unterbrochen. Unsere Analysen und Vorschläge können jetzt eine Leitlinie bilden, um diese Netzlücken schnell zu schließen.“


In der aktuellen Corona-Krise sind kurzfristige Maßnahmen und schnelle Verbesserungen der Sicherheit der Radelnden wichtig – Städte wie Berlin, Wien und die kolumbianische Hauptstadt Bogotá machen es vor.
Martin Glöckner weist noch auf andere Aspekte hin: „München darf die Klimaneutralität und die Luftreinhaltung nicht aus den Augen verlieren. Gerade das Fahrrad kann hierzu einen wesentlichen Beitrag liefern. Wir brauchen eine schnelle Umsetzung des Radentscheids, um das Fahrrad als wichtiges Verkehrsmittel bestmöglich zu fördern. Und um die beschlossene Verkehrswende tatsächlich zu erreichen.“

 

Weitere Informationen zu Green City e.V. gibt's online unter:
www.greencity.de/verein