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Spezialrad à la carte - Meisterschüler bei HP Velotechnik

Der Montagegruppenleiter, Harald Heckman (sitzend), überprüft Spur und Sturz bei einem gerade produzierten „Scorpion“. / Foto: HP Velotechnik
Der Montagegruppenleiter, Harald Heckman (sitzend), überprüft Spur und Sturz bei einem gerade produzierten „Scorpion“. / Foto: HP Velotechnik

Wie Spezialradbau in Theorie und Praxis funktioniert, erfuhren rund zwei Dutzend Meisterschüler bei einem

ganztägigen Besuch in der Manufaktur von HP VELOTECHNIK. Daniel Pulvermüller, einer der beiden Ge-schäftsführer, begrüßte die Gruppe aus der Frankfurter Bundesfachschule für das Deutsche Zweiradme-chaniker-Handwerk. Der Mitgründer der Liegeradmanufaktur, die 2018 ihr 25-jähriges Bestehen feiert, stellte den Werdegang des Unternehmen sowie die Produktpalette von Einspurern bis zum breit gefächerten Sorti-ment an Mehrspurern vor.

Bei der anschließenden Werksführung erläuterte Werkstattleiter Arne Ulrich die Arbeitsweise der Krifteler: Von Station zu Station konnte die Gruppe nachvollziehen, wie aus einer Idee und dem im Haus geschweißten Prototyp ein individuell nach Kundenwunsch gefertigtes Spezialrad wird. Dabei gab es für die angehenden Meister viele spannende Einsichten. Großes Interesse beispielsweise riefen die von HP VELOTECHNIK selbst entwickelten Meß- und Prüfstände hervor. Die konstruktiven Eigenheiten der Trikes erfordern nicht nur in der Produktion, etwa beim Aufbringen von Dekors, eine spezielle Herangehensweise.Auch beim Vermessen der Rahmen und den für die Fahreigenschaften wichtigen Aspekten wie Spur und Sturz geht die Manufaktur Wege, die es in der üblichen Zweiradproduktion nicht gibt.

Werkstattleiter Arne Ulrich (Mitte) erläutert eine Vorrichtung zum Aufbringen von Dekoraufklebern bei Trike-Rahmen. / Foto: HP Velotechnik
Werkstattleiter Arne Ulrich (Mitte) erläutert eine Vorrichtung zum Aufbringen von Dekoraufklebern bei Trike-Rahmen. / Foto: HP Velotechnik

Der Besuch bei HP VELOTECHNIK hat für Schüler aus der größten Fachschule dieser Art in Deutschland bereits Tradi-tion. Dennoch ist es – da sind sich Schul-leiterin Claudia Dillenburger und Daniel Pulvermüller einig – für jeden Jahrgang aufs Neue spannend, Einblicke in die spezielle Fahrwerkstechnik von Mehr-

spurern zu bekommen. In einem Kom-

paktseminar erläuterte deshalb Martin Wöllner, Entwicklungsingenieur von HP VELOTECHNIK, die Eigenheiten der

Tadpole-Trikes mit zwei gelenkten und gefederten Vorderrädern. 

 

Dass sich McPherson-System, Federbeine, Querlenker und Stabilisator nicht nur theoretisch gut an einem Fahrrad machen, konnten die angehenden Meister bereits zuvor in der ausgedehnten Mittagspause testen. Dabei waren sie hin und hergerissen zwischen flotten Fahrten rund um die Montagehalle und frisch gegrillten Würstchen – denn für ihren Besuch hatten sie sich passenderweise den wöchentlichen Grilltag der Liegeradmanufaktur ausgesucht.

 

 


Hintergrundinfo HP VELOTECHNIK

Das 1993 von Paul Hollants und Daniel Pulvermüller gegründete Unternehmen HP VELOTECHNIK fertigt in der Manufaktur in Kriftel bei Frankfurt mit 35 Mitarbeitern (darunter vier Auszubildende) ca. 2000 Liegeräder pro Jahr und ist damit Marktführer in Europa. Die Räder werden einzeln von Hand nach Kundenbestellung gebaut und über Fahrradfachgeschäfte vertrieben. Dabei stehen die Zeichen auf Wachstum:Verkauft werden die Liegeräder in Deutschland und Europa; ein zunehmender Anteil wird in

fernere Regionen wie USA,Australien oder Japan exportiert. Diese erfolgreiche Geschäftsstrategie wurde 2017 mit der Auszeich-nung „Hessischer Exportpreis“ honoriert, die gemeinsam vom Land Hessen sowie den hessischen Handwerkskammern und der IHK verliehen wird. HP VELOTECHNIK hat 15 Liegeradmodelle entwickelt, die die gesamte Palette vom Alltagsrad bis zur Renn-maschine abdecken. Alle Modelle sind auf Wunsch mit leistungsstarken Elektromotoren lieferbar. Die Modelle aus der Scorpion-

Baureihe sorgen immer wieder für großes Aufsehen und haben in den vergangenen Jahren mehrfach den renommierten Designpreis „Eurobike Award“ gewonnen. Das gelang drei Mal in Folge in den Jahren 2012 bis 2014, unter anderem als Gelände-Trike Scorpion fs Enduro und als Reha-Trike Scorpion plus 20. Zuletzt errang 2018 das Scorpion fs 26 S-Pedelec als Fahrzeug der schnellen Klasse mit bis zu 45 km/h Tretunterstützung diesen Preis auf der weltweit wichtigsten Fahrradmesse Eurobike. Bereits als Schüler wurden die Firmengründer Hollants und Pulvermüller 1992 mit einem Kabinendreirad Bundessieger beim Wettbewerb JUTEC Jugend und Technik des Vereins Deutscher Ingenieure – Grundstein einer Entwicklung vom Garagenlabor hin zu einem der innovativsten Fahrradunternehmen Deutschlands. Seit 2006 wurde HP VELOTECHNIK vom Branchenverband VSF mehrfach als einer der drei besten Fahrradhersteller Deutschlands ausgezeichnet. Infos unter www.hpvelotechnik.com