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"Zugtiere in Trägerhosen" von Phil Gaimon - Ein Radprofi schreibt Klartext

Der alljährliche Saisonhöhepunkt im Radsport steht vor der Tür, am Samstag senkt sich auf der Île de Noirmoutier die Startflagge zur 105. Tour de France. Die perfekte Begleitlektüre zur Grande Boucle kommt auch in diesem Jahr aus dem Covadonga Verlag. Soeben erschienen ist „Zugtiere in Trägerhosen“, ein gleichermaßen amüsanter wie erhellender Erfahrungsbericht, in dem der amerikanische Radprofi Phil Gaimon mit Witz und Verve über sein Leben in der WorldTour schreibt.

Ohne Ghostwriter. Ohne Filter. Ohne Scheu, die Dinge (und die Protagonisten) beim Namen zu nennen.

 

Während Fahrer ähnlichen Kalibers längst in professionell betreuten Nachwuchsleistungszentren und U23-Teams auf ihr Debüt in der Beletage des Profiradsports vorbereitet wurden, machte Phil Gaimon im selben Alter noch einen College-Abschluss in Anglistik und lebte aus dem Kofferraum seines Autos heraus, während er sich irgendwie mit den Prämien von Kriterien über Wasser hielt. Erst nach langen Jahren der Entbehrungen und Enttäuschungen, in denen er sich irgendwann demonstrativ ein „Clean“-Tattoo auf den Oberarm stechen ließ, ergatterte er doch noch einen Profivertrag bei einem der besten Radteams der Welt. In „Zugtiere in Trägerhosen“ erzählt er nun, wie es ist, sich mit dieser Vorgeschichte in einem Metier zurechtzufinden, in dem es weiterhin von überführten und geständigen Dopern nur so wimmelte: Konkurrenten, die ihn keines Blickes würdigten, der eigene Teamchef, der es kaum anders hielt, aber auch Freunde und Trainingspartner. 

Ebenfalls noch praktisch druckfrisch sind zwei weitere Radsport-Novitäten aus dem Covadonga Verlag:

In „Der Radrennfahrer und sein Schatten“, seiner „kleinen Philosophie des Straßenradsports“, trägt der französische Schriftsteller und Ex-Radprofi Olivier Haralambon eine Menge entwaffnender Sätze und kluger Beobachtungen zur Ehrenrettung einer verfemten Profession vor: Wie kommt es, fragt er provokativ, dass man die mystische Melancholie eines Fausto Coppi, den eleganten Zynismus eines Jacques Anquetil oder die von Wein und Kokain abgestumpfte, selbstmörderische Besessenheit der ersten „Strafgefangenen der Landstraße“ verteidigt, während man gleichzeitig den Taten aktueller Champions jegliche spirituelle Dimension abspricht?

 

Und seit Mitte Mai liegt unter dem schlichten Titel „Die Regeln“ auch der launige Radsport-Knigge der Velominati nun endlich in deutscher Übersetzung vor – natürlich samt aller Klassiker, die diesem vielzitierten Benimm- und Verhaltenskodex für Rennradfahrer weltweit Kultstatus beschert haben.

 

Sei es Regel #12 („Die korrekte Anzahl Räder, die man besitzen sollte, lautet N+1, wobei N für die Zahl der derzeit im Besitz befindlichen Räder steht.“) oder Regel #25 („Die Räder auf dem Dach deines Autos sollten mehr wert sein als das Auto.“)


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