Saisonvorbereitung: Eva Lechner im Interview

Eva Lechner (r.) mit Teamkollegin Andrea Waldis © Eva Lechner
Eva Lechner (r.) mit Teamkollegin Andrea Waldis © Eva Lechner

Eva Lechner ist eine der besten Mountainbikerinnen der Welt. Mehr noch. Die Südtirolerin ist auch im Radcross Weltklasse. Obwohl nominiert, wird sie kaum Südtirols Sportlerin des Jahres werden. "Macht nichts", sagt Eva Lechner, "ich würde mich für Tania Cagnotto freuen."

 

Warum das so ist, sagt sie im exklusiven Interview für VeloTOTAL. Auch, weshalb sie im Trainingscamp kurz pausieren musste, was sie sich von der MTB-Saison erwartet – und vom neuen italienischen Nationaltrainer.

VeloTOTAL: Wie ist das Trainingslager in Gran Canaria verlaufen?

Eva Lechner: Ich bin sehr zufrieden. Wunderbares Wetter, gutes Training mit Teamkollegin Andrea (Waldis aus der Schweiz, ebenfalls im US-Team Clif unter Vertrag, Anm. d. Red.). Und dennoch ein Schock.

VeloTOTAL: Was war passiert?

Eva Lechner: Ich wurde von einer Biene gestochen. Eigentlich nicht besorgniserregend, aber ich bin allergisch und musste deshalb sofort zum Arzt. Ein Trainingstag weniger.

VeloTOTAL: Wie geht es jetzt in den Saisonvorbereitungen weiter?

Eva Lechner: Derzeit bin ich daheim in Südtirol und fahre am 20. März dann in das nächste Trainingslager in Ligurien, mit dem Nationalteam.

VeloTOTAL: Italiens Nationalteam wird von einem neuen Trainer geführt. Gibt es da schon Erfahrungswerte?

Eva Lechner: Der neue Nationalcoach und Nachfolger von Hubert Pallhuber heißt Mirco Celestino. Er war erfolgreicher Straßenprofi, bevor er auf das Mountainbike wechselte. Er fuhr auch zwei Jahre für das deutsch-italienische Milram-Team. Danach war er im Mountainbike-Marathon erfolgreich. Persönlich kenne ich ihn noch nicht so gut und deshalb bin ich auch im Trainingslager, um sich besser kennenzulernen.

VeloTOTAL: Davor noch ein anderes Thema: Südtirol wählt derzeit die Sportlerinnen und Sportler des Jahres. Welche Chancen hat eine Eva Lechner?

Eva Lechner: Ganz ehrlich gesagt: wenig. Das liegt nicht an den mangelnden Erfolgen. Im Gegenteil, ich habe in jedem Jahr meiner bisherigen Karriere internationale Erfolge gefeiert. Einmal mehr und einmal weniger. Aber als Sommersportler muss man schon herausragende und nicht nur solide Leistungen erzielen, um überhaupt unter die Besten zu kommen. Olympiasieger zum Beispiel. Das liegt einfach daran, dass der Zeitpunkt der Wahl für Wintersportler spricht. Ein Beispiel: Tania Cagnotto war 2015 Weltmeisterin im Wasserspringen und ist nicht Südtirols Sportlerin des Jahres geworden. Und dabei hätte sie es sich mehr als verdient.

VeloTOTAL: Also trotz der Radcross-Erfolge im Weltcup keine Chance für Eva Lechner?

Eva Lechner: Naja, man sollte als Sportlerin nie von keiner Chance sprechen, aber eher kaum (lacht). Ich hoffe, Tania Cagnotto wird diesmal unsere Sportlerin des Jahres. Sie ist sympathisch und eine herausragende Athletin.

VeloTOTAL: Das heißt volle Konzentration auf das Renngeschehen. Wann geht es los?

Eva Lechner: Ich fahre Anfang April zwei Rennen in den USA. Es sind Rennen des US-Cup. In Fontana City am 1. April und eine Woche später beim Bonelli-Park in San Dimas, beide in Kalifornien. Das ist mein Auftakt. Und wer mich wieder zu Hause auf dem Bike sehen möchte, der ist eingeladen, ab 6. April am Bike-Event in Eppan mitzumachen. Zum Abschluss ist auch geplant, dass es wieder einen speziellen "Eva Lechner Day" gibt.

VeloTOTAL: Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Saison.

 


Das Interview führte Dr. Josef Bernhart exklusiv für VeloTOTAL

Fotos (Eva Lechner):

  • Selfie mit Teamkollegin Andrea Waldis (links)
  • Herrliches Panorama und viel Sonne: Eva Lechner hat sich in Gran Canaria auf die Rennsaison vorbereitet

 

Herrliches Panorama und viel Sonne: Eva Lechner hat sich in Gran Canaria auf die Rennsaison vorbereitet © Eva Lechner
Herrliches Panorama und viel Sonne: Eva Lechner hat sich in Gran Canaria auf die Rennsaison vorbereitet © Eva Lechner

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