Cross-WM in Bieles: Eva Lechner gute Sechste

Foto (H.A. Roth/roth-foto.de): Immer gut drauf: Eva Lechner bei einer früheren Cross-WM
Foto (H.A. Roth/roth-foto.de): Immer gut drauf: Eva Lechner bei einer früheren Cross-WM

Herzschlag-Finish bei der Cross-WM in Bieles. Top-Favoritin Marianne Vos liegt in Führung. Kettenproblem. Verfolgerin Sanne Cant überholt, fightet und gewinnt. Eva Lechner fährt von Beginn an beherzt. Am Ende wird sie gute Sechste.

 

Vos, the Boss
Italienmeisterin Eva Lechner ist eine hervorragende Cross-WM gefahren. Sofort nach dem Start ganz vorne, als erste über die Ziellinie in Runde zwei. Hoffen auf den großen Erfolg. Die Gruppe der Favoritinnen wirkt überschaubar. Selbstverständlich mit der siebenfachen Weltmeisterin Marianne Vos aus den Niederlanden. Vos hat die letzten drei Weltcuprennen eindrucksvoll für sich entschieden. Wer kann sie wirklich stoppen, war die häufigste Frage in den Tagen zuvor. Und so kommt es wie vorausgesagt.

 

Marianne Vos, "the boss oft he race", wie sie die Live-Kommentatoren in der UCI-Übertragung nennen, schafft es immer wieder, ihre Konkurrentinnen in Schach zu halten. Mit zunehmender Renndauer, bei Schnee, Eis und 4 Grad Celsius scheint das Rennen mehr und mehr eine klare Sache für Marianne Vos zu werden. Italien fährt mit Eva Lechner zwar gut mit, aber kaum mehr um den Titel. Dabei liegen schon bald alle nationalen Hoffnungen der Italiener allein auf der Südtirolerin, nachdem Alice Maria Arzuffi schwer stürzt und mit blutüberströmtem Gesicht aufgeben muss.
 
Eva Lechner Sechste
Während Eva Lechner in der dritten Runde noch als Vierte mit nur acht Sekunden Rückstand hinter Marianne Vos die Ziellinie überquert und in weiterer Folge nur wenige Sekunden verliert, wird es ganz vorne im Kampf um den WM-Titel noch einmal extrem knapp. Marianne Vos springt in der letzten Runde die Kette vom Blatt. Sie muss stehen bleiben, absteigen und das Missgeschick beheben. Diesen Moment nutzt Verfolgerin Sanne Cant aus Belgien, um die Top-Favoritin zu überholen. Marianne Vos setzt zwar nach, bleibt am Hinterrad von Cant, führt zwischenzeitlich erneut, wird am Ende im Sprint aber knapp geschlagen.

 

Die neue Weltmeisterin ist im Ziel außer sich vor Freude und kann ihren Sieg kaum fassen. Dritte wird Katerina Nash aus Tschechien, die mit Eva Lechner im US-Team Clif fährt. Eva Lechner kann sich auf dem sechsten Platz halten und überquert mit 53 Sekunden hinter der Siegerin und noch vor Lokalmatadorin Christine Majerus das Ziel. Für Eva Lechner ist das Ergebnis nach einer harten Saison ein gutes, obwohl sie bereits 2014 Vize-Weltmeisterin und schon 2010 hervorragende WM-Fünfte im tschechischen Tabor war.

 

Text (exklusiv für www.velototal.de): Dr. Josef Bernhart
 

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