Biken und Radfahren im Martelltal: Auf den Spuren des Giro

 Tirols Sportlandesrat a.D. Thomas Pupp, Ex-Profi Thomas Rohregger und Martells Bürgermeister Georg Altstätter © EURAC/Sabine Jacob
Tirols Sportlandesrat a.D. Thomas Pupp, Ex-Profi Thomas Rohregger und Martells Bürgermeister Georg Altstätter © EURAC/Sabine Jacob

Nach dem Giro ist vor dem Giro. Zumindest was Südtirol betrifft. War Italiens bekannte Radrundfahrt noch vor zwei Jahren im Vinschger Martelltal, so hat sie in diesem Jahr rund um die Seiser Alm Station gemacht. Die Organisatoren der Giro-Etappe in der Gemeinde Martell nahmen dies zum Anlass, auf die Nachhaltigkeit des sportlichen Großevents zu blicken.

 

Am Sonntag, den 22. Mai hatte man zu einer Diskussionsrunde in das Nationalparkhaus "Culturamartell" geladen. Gekommen waren neben Gemeindevertretern auch Vertreter des Nationalparks und der lokalen Wirtschaft. Diskussionspartner waren keine Geringeren als Tirols ehemaliger Sportlandesrat Thomas Pupp und Ex-Radprofi Thomas Rohregger.
 
"Gemeindenetzwerk Tirol-Südtirol", abgekürzt "GemNova", heißt die grenzüberschreitende Innovationsplattform, die schon seit 2004 von EURAC und Universität Innsbruck betrieben wird. Erfahrungsaustausch über die Grenzen hinweg, lautet das Motto. So war es auch nur konsequent, dass unter der Schirmherrschaft von "GemNova" am Giro-Wochenende eine Diskussionsrunde zum Thema "Biken und Radfahren" organisiert wurde. Und dies im Martelltal, dem vor allem für seine Erdbeeren bekannten "Beerental" im Herzen des Stilfserjoch Nationalparks, wo sich vor zwei Jahren das Ziel der Königsetappe des Giro d’Italia befand.

 

Rückblick: die Organisatoren erlebten damals eine Zitterpartie. Schlechtes Wetter hatte schon im Jahr zuvor zur Absage geführt. "Deshalb ist es umso wichtiger, dass so eine Veranstaltung immer auch nachhaltig ist", sagt Bürgermeister Georg Altstätter und ergänzt: "Dazu haben wir zum Beispiel mit der einzigartigen Giro-App gesorgt, mit der sich Hobbyradler jederzeit mit Profis messen können." Die Smartphone-App "Giro Challenge Martelltal" ist kostenlos nutzbar und Ergebnis aus einem INTERREG-Kooperationsprojekt von EURAC und Freier Universität Bozen. Und wer es mit eigener Muskelkraft nicht schafft, kann heutzutage modern E-Bike nutzen.


E-Bikes haben inzwischen einen regelrechten Siegeszug angetreten. Allein in Österreich wurden 2014 über 50.000 E-Bikes verkauft, was einer Steigerung von 50 Prozent entspricht. Dazu und zu allen Themen rund ums Rad hatten die Organisatoren zwei "echte Tiroler Profis" nach Martell geladen. Zum einen den ehemaligen Sportlandesrat Thomas Pupp, selbst begeisterter Radsportler und Team-Manager eines Profiteams, sowie Thomas Rohregger, der neben vier Teilnahmen beim Giro d‘Italia auch einen Sieg bei der Österreich-Rundfahrt aufweisen kann. Beide Herren sind zugleich die Promotoren der Rad-WM 2018, die rund um Innsbruck ausgetragen wird.

 

Entsprechend ging es in der Diskussionsrunde im Martelltal vor allem um die Themen Sport-Events und deren Nachhaltigkeit sowie die neuesten Trends im Radsport. Ex-Profi und Jurist Thomas Rohregger verwies aber auch auf die Vorreiterrolle Südtirols, was Radwege und die entsprechende Rechtslage betrifft. Auch Thomas Pupp bestätigte dies und bot den Anwesenden an, für einen weiteren grenzüberschreitenden Gedankenaustausch zur Verfügung zu stehen.
 
Redaktion: Dr. Josef Bernhart/EURAC

 

Diskussionsteilnehmer im Martelltal © EURAC/Sabine Jacob
Diskussionsteilnehmer im Martelltal © EURAC/Sabine Jacob

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