"Auslaufmodell Auto": ADFC kritisiert E-Auto-Foerderung

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Eurobike 2013 © Messe Friedrichshafen Eurobike
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Eurobike 2013 © Messe Friedrichshafen Eurobike

Wenn sich am 23. Februar 2016 im Kanzleramt Manager der Autoindustrie mit Regierungsvertretern treffen, wird es um ein prekäres Thema gehen: Kaufprämien für Elektroautos. Warum dieses Förderkonzept für Elektro-Räder ausdrücklich nicht gilt, liegt wohl einfach daran, dass die meisten Politiker mindestens auf einem Auge blind sind.
       

 Die Idee, den Kauf von E-Mobilen mit bis zu 5.000 Euro zu fördern, stammt von Bundesumweltministerin Hendricks. Der ADFC kritisiert den Ansatz, bei der Mobilität der Zukunft weiter auf das veraltete Konzept des motorisierten Individualverkehrs zu setzen.    
 
ADFC-Bundesvorstand Ulrich Syberg  sagt: "Das Auto ist ein Auslaufmodell, Frau Merkel! Die Umweltministerin hat es kürzlich in ihrem Papier zur Zukunft der Städte klar formuliert: Unsere dichter werdenden Städte werden in Zukunft nur noch funktionieren, wenn die Mobilität hauptsächlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Öffentlichen Verkehr stattfindet. Hierfür brauchen wir massive Förderprogramme – nicht für noch mehr Blech!"
 
Über 72 Millionen Fahrräder sind laut ADFC auf deutschen Straßen unterwegs, darunter schon über zwei Millionen Elektro-Räder, Tendenz weiter steigend. Zehn Prozent aller Wege werden in Deutschland schon umweltfreundlich, kostengünstig und gesundheitsfördernd mit dem Fahrrad oder Pedelec zurückgelegt.
 
Zwanzig Prozent Radverkehrsanteil und mehr wären laut ADFC möglich, wenn die Flächen in der Stadt zugunsten des Umweltverbundes neu aufgeteilt würden – und kräftig in sichere Abstellplätze und Parkhäuser investiert würde. Jedes Jahr werden über 300.000 Fahrräder gestohlen. Der ADFC schätzt den Wert aller gestohlenen Fahrräder auf etwa 200 Millionen Euro, das entspricht fast dem Wert aller gestohlenen Autos.

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