Beste Italienerin auf zwei Rädern: Eva Lechner wird heute 30




Blick nach vorne und zurück. Eva Lechner nutzt ihren runden Geburtstag, um kurz innezuhalten. Ein Augenblick der Ruhe, um sich dann wieder voll zu konzentrieren. Olympia 2016 in Rio ist ein wichtiger Meilenstein. Aber vor allem das nächste Weltcuprennen in Lenzerheide. Was sie an ihrem 30. Geburtstag macht? Sich mit guten Freunden treffen – und dazu zählt auch eine Konkurrentin.



Redaktion: Dr. Josef Bernhart


Jolanda Neff ist derzeit so ziemlich das Maß der Dinge, wenn es um die internationale Mountainbikeszene geht. Die Schweizerin hat zuletzt in Kasachstan den Titel "European Olympic Champion" geholt und führt auch die aktuelle Cross-Country-Weltrangliste der Damen an. Über 2.000 Punkte stehen schon auf ihrem Konto. Dabei ist Neff erst 22 Jahre alt.  Mehr geht nicht, und wer an ihr vorbekommen will, muss schon sehr viel Kraft haben.


Viel Kraft hat Eva Lechner bereits oft bewiesen. Auf dem Mountainbike macht ihr in Italien schon lange niemand mehr etwas vor. Und auch im internationalen Renngeschehen ist die Südtirolerin seit Jahren ganz vorne mit dabei. Drei Weltcupsiege gehen inzwischen auf ihr Konto.



Vor fünf Jahren holte sie sich erstmal einen Sieg im MTB-Weltcup. Im belgischen Houffalize 2010. Danach dauerte es drei Jahre, bis im deutschen Albstadt Sieg Nummer zwei folgte und im vergangenen Jahr der Weltcupsieg in Cairns (Australien). Dazwischen lagen die Olympischen Spiele in London. Große Hoffnungen lagen auch auf Eva Lechner." Rückblickend war alles zu sehr auf Olympia fokussiert", sagt Eva Lechner heute und ergänzt: "Man lernt aber gerade von diesen Enttäuschungen (Eva Lechner wurde 17.; Anm.d.Red.), eigentlich mehr noch als von den Siegen."



Bei Olympia in Rio mitmischen
Siegen will die inzwischen dreißigjährige Eva Lechner noch länger. "Ich fühle mich fit und möchte auf jeden Fall noch einige Jahre in der Elite ganz vorne dabei sein. Olympia in Rio ist das große Ziel für 2016, aber auch Tokio vier Jahre später sollte sich ausgehen. Wichtig ist die Motivation. Wie bei allem, spielt es sich im Kopf ab. Und dann machen auch die Beine mit."



Was sie an ihrem runden Geburtstag macht? „Ich bin in der Schweiz und stoße mit meiner Konkurrentin an. Jolanda Neff ist privat eine gute Freundin, und ich freue mich schon, mit ihr ein bisschen zu feiern, bevor wir dann am Wochenende wieder gegeneinander antreten." 


Eva Lechner privat: Ihre Pferde geben ihr Kraft © Armin Huber
Eva Lechner privat: Ihre Pferde geben ihr Kraft © Armin Huber


Was Eva Lechner wohl von Jolanda Neff zum Geburtstag bekommt? "Mal sehen, aber wir reden sicher nicht über das Radfahren. Ich bin froh, wenn ich einen Moment abschalten kann, das tut gut bei dem ganzen Rummel." Wer Eva Lechner kennt, der weiß, dass sie die Ruhe vor allem bei ihren Pferden findet. Und wer ihr eine Freude machen will, erkundigt sich deshalb weniger nach Medaillen und Titeln, sondern wie es "Motown", "Elba" und dem kleinen Pony geht. Das ist die andere und ganz besonders sympathische Seite einer großen Radsportlerin.



Eva Lechner privat im Gespräch © Armin Huber
Eva Lechner privat im Gespräch © Armin Huber

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