Cross-WM in Tabor: Eva Lechner - Gewinnerin der Herzen

Schnee, Schlamm und Pech: Eva Lechner im WM-Rennen von Tabor/Tschechien © EGO-Promotion/Armin M. Küstenbrück
Schnee, Schlamm und Pech: Eva Lechner im WM-Rennen von Tabor/Tschechien © EGO-Promotion/Armin M. Küstenbrück






Es hätte alles gepasst, die Form, die Einstellung, das Material und der Parcours. Eva Lechner galt als Favoriten im WM-Rennen von Tabor. Doch dann kam alles anders.


Text: Dr. Josef Bernhart


Form des Lebens
"Vize-Weltmeisterin, Königin des Schlamms", titelte die bekannte Gazzetta dello Sport in ihrer Samstagausgabe. "Eva Lechner ist WM-Favoritin.". Ein Lächeln vor dem Start. Stark, beeindruckend stark die Form und Verfassung der Südtirolerin vom Colnago-Team. Sechsfache Italienmeisterin im Cross, ebenso oft auf der Straße mit drei WM-Medaillen in der MTB-Staffel. Amtierende Vize-Weltmeisterin im Cross. So viel zu den Referenzen. Dazu der Sieg im Weltcuprennen von Hoogerheide vor einer Woche. Die Weltmeisterin Marianne Vos hinter sich gelassen.
 
Start und Sturz
Doch all die Hoffnungen zerplatzten schon nach dreihundert Metern. Was genau passierte, lässt sich schwer rekonstruieren. "Jemand fuhr mir ins Rad. Ich stürzte. Die Schaltung wurde beschädigt", so Eva Lechner nach dem Rennen. „Ich musste vier Minuten mit meinem Rad auf den Schultern laufen, bis zu den Boxen, wo ich ein neues Rad bekam. Meine Konkurrentinnen hatten schon sechs Minuten Vorsprung. Ich habe kurz überlegt, soll ich aufgeben und dachte mir: Nein, jetzt erst recht, ich will beweisen, heute wäre ich um Gold gefahren."


Und der Beweis war erbracht, als Eva Lechner daraufhin die schnellsten Rundenzeiten fuhr. "Sport ist manchmal so ungerecht", so ein Kommentar auf der Facebook-Seite von Eva Lechner. Und ein weiterer: "Es bedarf viel Herzblut, nach so viel Pech weiterzufahren; wir haben mit Dir gelitten, aber Du wirst immer stärker sein als das Pech. Eva forever number one."
 
Mit Moral ins Ziel
Dass die Eppanerin (Nähe Kalterer See) das Rennen zu Ende fuhr, brachte ihr viel Anerkennung ein. Am Ende war sie mit Platz 31 zweitbeste Italienerin hinter Alice Maria Arzuffi, die mit zwei Minuten und 40 Sekunden Rückstand 14. wurde. Eva Lechner hatte damit nur knapp über fünf Minuten auf die französische Siegerin Pauline Ferrand- Prevot verloren und so am Ende noch eine Minute auf die Besten gut gemacht. Neben der Weltmeisterin aus Frankreich waren dies an jenem Tag die im Schlusssprint knapp geschlagene Belgierin Sanne Cant sowie Rekordsiegerin Marianne Vos aus den Niederlanden, die WM-Silber respektive Bronze holten.
 

Schnee, Schlamm und Pech: Eva Lechner im WM-Rennen von Tabor/Tschechien © EGO-Promotion/Armin M. Küstenbrück
Schnee, Schlamm und Pech: Eva Lechner im WM-Rennen von Tabor/Tschechien © EGO-Promotion/Armin M. Küstenbrück

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