Schweizer Crosssport: Rückkehr des Eschenbacher Klassikers

Die Südtirolerin Eva Lechner ist in Eschenbach in der Favoritenrolle © Marius Maasewerd
Die Südtirolerin Eva Lechner ist in Eschenbach in der Favoritenrolle © Marius Maasewerd


Bei der Rückkehr des Eschenbacher Radquerklassikers in den Schweizer Rennkalender am kommenden Sonntag, 14. Dezember, sorgen die mit Spannung erwarteten Kämpfe um den Gesamtsieg sowie um den Tagessieg bereits im Vorfeld für viel Gesprächsstoff und Rechenaufgaben.

Athleten aus nicht weniger als 13 Nationen stehen bei den internationalen Rennen der Frauen und Herren am Start. Die Vizeweltmeisterin Eva Lechner (ITA) gilt bei den Frauen als große Favoritin. Bei den Männern kommt es zu einem speziellen Dreikampf zwischen dem Franzosen Clément Venturini, dem Italiener Bryan Falaschi und dem Schweizer Arnaud Grand. Alle sieben Gesamtklassemente der EKZ CrossTour sind vor dem Finale in Eschenbach noch nicht entschieden.


Nach Platz 6 in Baden, Platz 2 in Dielsdorf und dem Sieg in Hittnau übernahm Clément Venturini die Gesamtführung der EKZ CrossTour. Der Junioren-Weltmeister aus dem Jahr 2011 und aktuelle französische U23-Meister, wird am Sonntag jedoch nicht aktiv um den prestigeträchtigen ersten Gesamtsieg der EKZ CrossTour kämpfen können. Grund: seine französische Cofidis-Equipe verpflichtet ihn gegen seinen Willen am gleichentags stattfindenden, tiefer eingestuften französischen Rennen in Lanarvilly zu starten.


So kommt es zu einem Dreikampf, der nur von den zwei Herausforderern aktiv ausgetragen wird. Der Schweizer Arnaud Grand und der in der Neuenburg lebende Italiener Bryan Falaschi werden versuchen, den Punkterückstand auf Venturini wettmachen zu können. Grand muss mindestens Dritter werden, um Venturini von der Spitze verdrängen zu können. Gleichzeitig müsste der bisher beste Schweizer der laufenden Saison 22 Punkte Differenz auf Falaschi herausholen, um den Gesamtsieg erringen zu können.

Lokalhoffnungen beruhen auf Marcel Wildhaber
Dass die Vergabe um den Gesamtsieg bei den Herren auch durch den Kampf um den Tagessieg beeinflusst wird, steht fest. Mit rund zehn Fahrern, welche sich berechtigte Hoffnung auf den Sieg machen, verspricht das Finale ein großes Spektakel zum Ende der neu lancierten EKZ CrossTour. Aus Sicht des VC Eschenbach ist man besonders gespannt auf das Abschneiden der heimischen Athleten: "Es wäre sensationell, wenn Marcel Wildhaber bei seinem Heimspiel aufs Podest fahren könnte", erhofft sich OK-Präsident René Wittweiler einen Exploit des Radquerspezialisten des VC Eschenbach. Mit den beiden Spitzensport-Rekruten Lars Forster und Andri Frischknecht, MTB-Profi Fabian Giger und Michael Wildhaber starten nicht weniger als fünf Fahrer des Organisators im Rennen der Elite Herren.

Die Vize-Weltmeisterin klar in der Favoritenrolle
Bei den Frauen präsentiert sich die Ausgangslage deutlich einfacher als bei den Herren. Die italienischen WM-Zweite Eva Lechner, Siegerin in Baden und Dielsdorf, startet mit einem Polster von 35 Punkte Vorsprung auf Schweizer Meisterin Sina Frei. Gelänge Sina Frei einen Sensationssieg in Eschenbach, müsste Eva Lechner den dritten Tagesplatz belegen, um sich dennoch als erste Gesamtsiegerin der EKZ CrossTour feiern zu lassen. Dank Lucie Chainel, die WM-Dritte von 2013 und ehemalige französische Meisterin, der jungen Amerikanerin Kaitlin Antonneau, MTB-Legende Sabine Spitz (De) und der Schweizer Bikespezialistin Katrin Leumann werden mehrere Spitzenathletinnen dafür sorgen, dass die Ausmachung im Gesamtklassement auch durch Fahrerinnen beeinflusst wird, die ihr Augenmerk nur auf den Tagessieg richten.

Geschichtsträchtige Rückkehr nach Eschenbach
Die EKZ CrossTour wird am kommenden Sonntag in zweierlei Hinsicht Geschichte schreiben. Das junge und neu formierte Organisationskomitee um Präsident René Wittweiler ermöglicht einerseits, dass knapp zwanzig Jahre nach der letzten Weltmeisterschaft in der Schweiz – und dem damit verbundenen letzten Schweizer Elite-WM-Titel durch Dieter Runkel – ein absoluter Radquerklassiker in den Schweizer Crosskalender zurückkehrt. "Als Verein mit großer Geschichte, einer langen Tradition im Radquer und einer großen Nachwuchsabteilung wollen wir einen entscheidenden Teil zum Wiederaufschwung des Schweizer Crosssports beitragen", erklärt René Wittweiler die Motivation des VC Eschenbach, 2014 wieder ein internationales Radquer zu organisieren. Andererseits geht am Sonntag das erste Jahr der EKZ CrossTour zu Ende. Die Lancierung der neuen Schweizer Radquerserie soll langfristig einem Meilenstein des Wiederaufschwungs des Schweizer Crosssports gleichkommen.


Der Renntag in Eschenbach startet um 9:15 Uhr mit dem Jedermann-Cross. Das C1-Rennen der Frauen Elite startet um 13 Uhr, das Finale der Herren Elite um 15 Uhr.


Dieter Runkel sorgte 1995 für den letzten Schweizer Elite-WM-Titel © EKZ Crosstour
Dieter Runkel sorgte 1995 für den letzten Schweizer Elite-WM-Titel © EKZ Crosstour

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