Vernetzte Sicherheit: Bosch und UNIT 1 koppeln E-Bike und Helm

UNIT 1 wird erste Helmmarke mit nativer Integration in die Bosch eBike Live Data Interface © Unit1
UNIT 1 wird erste Helmmarke mit nativer Integration in die Bosch eBike Live Data Interface © Unit1

Der Helm der Zukunft soll nach dem Willen der Entwickler weit mehr sein als ein reiner Stoßfänger aus Styropor. Der Smart-Helmet-Spezialist UNIT 1 integriert seine Kopfschützer ab sofort nativ in das neue „eBike Live Data Interface“ von Bosch. Über diese offene Digitalschnittstelle kommuniziert der Helm in Echtzeit mit dem Antriebssystem des Elektrofahrrads. Die Zusammenarbeit soll den Schutz im dichten Stadtverkehr revolutionieren, indem das Fahrrad und die Schutzausrüstung zu einer technischen Einheit verschmelzen und Unfälle durch aktive Sichtbarkeit verhindern, bevor sie überhaupt passieren.

Bisher beschränkte sich die Schutzwirkung von Fahrradhelmen primär auf die sogenannte passive Sicherheit – also die reine Absorption der Aufprallenergie, wenn es bereits zum Sturz gekommen ist. UNIT 1 deckt dieses Feld zwar mit Features wie der NTA-8776-Zertifizierung für schnelle E-Bikes, dem MIPS-Rotationsschutz und einer Fünf-Sterne-Bewertung im renommierten Virginia-Tech-Ranking ab, setzt den Fokus nun aber verstärkt auf die aktive Unfallvermeidung. Durch die Verbindung mit dem Bosch-System wird der Helm permanent mit Fahrdaten gefüttert. Registrieren die Sensoren am Fahrrad etwa eine Verzögerung, funkt das System diesen Befehl sofort an die Kopfbedeckung.

Drei Kernfunktionen ohne nötige Fahrereingriffe

Die erste Version dieser Systemintegration steuert zum Start drei automatisierte Prozesse, die im Hintergrund ablaufen und vom Radfahrer nicht extra aktiviert werden müssen:

  • Automatisches Einschalten des Helms: Sobald das Rad gestartet wird, schaltet sich der Helm automatisch ein, ohne dass eine Eingabe durch den Benutzer erforderlich ist. So wird sichergestellt, dass die aktive Sicherheitstechnik auch wirklich bei jeder Fahrt aktiv ist.
  • Automatisches Bremslicht: Wenn das Fahrrad langsamer wird, schaltet sich das Bremslicht des Helms automatisch ein – so kann der Fahrer den umgebenden Autofahrern seine unmittelbaren Absichten besser signalisieren.
  • Lichtanpassung: Die Beleuchtung des Helms passt sich den Lichteinstellungen des Fahrrads an, sodass der Fahrer die Beleuchtung vollständig von derselben Stelle aus steuern kann – nämlich vom Lenker.

Das sagen die Macher zur System-Allianz

Die Firmengründer sehen in der Kooperation mit dem Branchenriesen Bosch den Beweis dafür, dass ihre technologische Vorreiterrolle nun zum allgemeinen Industriestandard wird.

 

Juan Garcia Mansilla, Mitbegründer & CPO von UNIT 1, erklärt die Tragweite der Kooperation:

„Heute ist dies ein Meilenstein in der Kompatibilität zwischen zwei Unternehmen, doch für die Sicherheit im Radsport bedeutet dies einen grundlegenden Wandel: Wenn Fahrrad und Helm zusammenarbeiten, wird das Fahrerlebnis vernetzter und sicherer denn je. Dies ist der erste Schritt in Richtung dieser Zukunft, und wir freuen uns ungemein, ihn gemeinsam mit BOSCH zu gehen.“

Firmenchef Francisco Abelleira ergänzt im Hinblick auf die historische Entwicklung:

„Wir haben damit schon vor Jahren zusammen mit Stromer begonnen – damals haben wir den Helm erstmals direkt mit dem E-Bike verbunden. Die Branche hatte damals noch keinen Namen dafür. Jetzt hat Bosch eBike Systems eine offene Plattform geschaffen und UNIT 1 als ersten Helmpartner gewonnen. Das hat Bedeutung. Die größten Akteure der Branche entwickeln sich in die Richtung, die wir vorgegeben haben. Das ist der neue Standard, und wir stehen erst am Anfang dessen, was daraus werden kann.“

 

https://de.unit1gear.com/

Unsere Meinung:

Dass die Helme mit der Bosch-Systemwelt kommunizieren, ist ein logischer Schritt, um smarte Sicherheitsfeatures endlich massentauglich zu machen. Bisher waren solche Systemkopplungen an exklusive Einzelmarken gebunden, nun öffnet sich der Markt auf Plattformebene. Ob Pendler im Alltag wirklich immer daran denken, die Firmware ihres Helms via App zu aktualisieren, bleibt abzuwarten. Die automatische Bremslichtfunktion auf Augenhöhe der Autofahrer ist im dichten Stadtverkehr jedenfalls ein echter, handfester Sicherheitsgewinn.

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