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STORY: Fahrradhandschuh als Hightech-Produkt

Ein moderner Fahrradhandschuh muss der Anatomie der Hand gerecht werden. ©Chiba
Ein moderner Fahrradhandschuh muss der Anatomie der Hand gerecht werden. ©Chiba

Die richtige Auswahl und Zusammenstellung hochfunktionaler Materialien verleihen dem modernen Fahrradhandschuh zum Teil ungeahnte Fähigkeiten. Neben einer raffinierten Konstruktion kommen auch Hightech-Materialien mit hervorragenden Eigenschaften zum Einsatz.

Rindslederhandschuhe mögen für manche nostalgischen Ausfahrten die erste Wahl sein. Doch wer regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs ist, damit auch sportlich fährt, der benötigt mehr, als nur einen Handschutz vor Wind und Wetter. Und weil ein großer Teil des Körpergewichts beim Radfahren auf den Armen und damit auf den Händen lastet, sind Bindegewebe, Gelenke und Nerven besonders beansprucht. Ohne Schutz kann das Zusammenspiel der 27 Knochen, 55 Muskeln und 30 Gelenke, die eine Hand ausmachen, empfindlich gestört werden. Ein moderner Fahrradhandschuh muss aus diesem Grund der Anatomie der Hand gerecht werden. Eine Herausforderung für die Hersteller hochwertiger Handschuhe, die durch ein ausgeklügeltes System an eingenähten Polsterflächen die Handinnenseite vor langanhaltendem Druck und Stößen auf Bindegewebe und Gelenke schützen müssen.

 

Das Vermeiden der „Blasenbildung“ bei längerer Belastung ist dabei eine der am einfachsten zu lösenden Aufgaben der Konstrukteure. Komplizierter hingegen ist es, den Druck auf den Ulnar- und Mediannerv sowie den Karpaltunnel zu mildern. Die Nerven reagieren besonders empfindlich auf Belastungen, Stöße und permanenten Druck. Nach einiger Zeit kann die Funktionstüchtigkeit beeinträchtig werden und in schweren Fällen kann es sogar bis zur Lähmung führen. Abhilfe schaffen spezielle Polster aus PU-Weichschaum oder Silikongel, wie sie etwa beim BioXCell von Chiba eingesetzt werden. Die Polsterung dort besteht aus einem ergonomischen zweistufig aufgebauten, speziellem Gelkissen, dass im Handballenbereich über dem Ulnar-Nerv liegt.


 

Erst durch das Verwenden von Hightech-Materialien lassen sich Fahrradhandschuhe mit hervorragenden Eigenschaften herstellen.

Ergonomisch heißt, dass man sich vollständig der Anatomie der Hand unterwirft und die Handschuhe zur Unterstützung der Funktionen der Hände konstruiert, ohne dabei die Schutzfunktionen zu vergessen“, Marcus Chiba.



Hightech-Konstruktion gegen Taubheitsgefühle

„Durch die nahezu 0,8 cm dicke ergonomische Polsterung ist der Ulnar-Nerv optimal geschützt“, erklärt Marcus Chiba, Geschäftsführer der in Teisendorf ansässigen Chiba Gloves Germany GmbH. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass gleichzeitig die Druckpunkte des Lenkers auf die Hand geändert und der Druck auf die Mitte der Hand beziehungsweise des Carpaltunnels wird stark reduziert werden. „In 80 Prozent der Fälle lassen sich so Taubheitsgefühle in den Händen vermeiden“. Um dieses Ergebnis zu erreichen, haben die Entwickler im Laufe der Zeit den Fahrradhandschuh zu einem komplexen System aus Hightech- und Funktionsmaterialien gestaltet. Mehr als 40 Einzelteile müssen dazu nach Vorlage zusammengenäht werden.

 


Schmerzen und Taubheitsgefühle in den Händen entstehen zu 90 % durch

1. Druck auf den Ulnar-Nerv, der den kleinen Finger und ulnaren Teil des Ringfingers versorgt,

2. durch Druck auf den Carpaltunnel (versorgt die restlichen Finger),

3. durch eine unnatürliche abgeknickte Haltung der Hand im Handgelenk und

4. durch Erschütterungen und Vibrationen, die Sehnen und Nerven irritieren. 

Einfacher Schaumstoff genügt schon lange nicht mehr, um den hohen Anforderungen an einen Hightech-Fahrradhandschuh gerecht zu werden. Auch deshalb setzt Chiba komplexe Gel- und Latexschaumsysteme für die Polsterung des BioXCell ein.



 

Dabei ist nicht nur der Aufbau von größter Bedeutung, auch die Wahl der Materialien ist wesentlicher Teil der Funktionalität, wie uns Chiba im Gespräch erzählt. Ob nun im Gewebe eingebettete, paraffingefüllte Mikrokapseln, die Bestandteil eines temperaturregulierenden Systems sind und überschüssige Körperwärme aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Oder ob eine ultraleichte 3-Lagen Fleece Membrane zwischen Fleece-Außenschicht und atmungsaktiver Innenschicht als Windstopper funktioniert. Die eingesetzten Materialien verfügen über hervorragende Eigenschaften, die die Hand in jeder Anwendung schützen, ohne aber in ihrer Funktion zu behindern.

 

www.chiba.de

 

 

Text: Andreas Burkert

Bilder: ©Chiba