Idole und ihre Geschichte: Thurau und Lechner

©(EURAC/Seehauser): Engel und Eva: die Rad-Idole Thurau und Lechner trafen sich bei ei der Giro-Präsentation 2014 in Bozen/Südtirol
©(EURAC/Seehauser): Engel und Eva: die Rad-Idole Thurau und Lechner trafen sich bei ei der Giro-Präsentation 2014 in Bozen/Südtirol

Die Tour de France mit Start in Düsseldorf. Eine halbe Million Fans am Straßenrand. Zurzeit auch der Mountainbike-Weltcup in vollem Gange. Daneben die Österreichrundfahrt. Radsportfans kommen damit voll auf ihre Kosten. Und es wird viel diskutiert und geschrieben. VeloTOTAL wirft einen eigenen Blick auf die aktuellen Events. Anhand zweier Idole. Dietrich „Didi“ Thurau, Tour-Held der 1970er und 80er Jahre und Eva Lechner, Italiens Mountainbike-Idol von heute.

 

Tour de France: Engel in Gelb
Beginnen wir mit der Tour de France. Zum vierten Mal hat das wichtigste Radrennen der Welt in Deutschland begonnen. Zuletzt 1987 in Berlin. Damals noch geteilte Stadt. Und alle Augen sind auf einen Mann gerichtet, der schon 1977 die Radsportwelt verzauberte. Dietrich „Didi“ Thurau fährt fünfzehn Tage im Gelben Trikot und in die Herzen der Deutschen, wird am Ende Fünfter.

 

Der „Blonde Engel“ ist auch 1987 in Berlin der Star. Den Prolog kann er zwar nicht gewinnen, aber vor 60.000 Fans auf Platz sechs fahren. Mit 32 Jahren eine Glanzleistung. Er trägt in der Folge noch einmal das Grüne und das Punkte-Trikot, bevor er zwei Jahre später seine Karriere beendet und verspricht: „Ich hole die Tour wieder nach Deutschland.“ Was für die Jahrtausendwende geplant ist, dauert wesentlich länger. Erst 2017 nun der Grand Départ in Düsseldorf. Thurau wird gefeiert. Doch der große Rummel ist nicht mehr so sein Ding, seine Freunde dennoch groß: „Tolle Emotion“, sagt er sichtlich gerührt.
 
MTB-Weltcup: Eva kämpft
Auch Eva Lechner ist ein emotionaler Mensch. Und mit großen Erfolgen. Weltcupsiege, Team- und Vize-Weltmeisterin. Kaum eine andere Rennfahrerin war in den letzten Jahren so konstant und erfolgreich unterwegs. Auf dem Mountainbike und im Radcross. Im vergangenen Jahr dann der Hammer. Die mentale Krise, eine Art Burnout. „Ein ganz schwieriges Jahr“, sagt Eva Lechner. „Aber es geht aufwärts. Ich arbeite an der Rückkehr in die Weltspitze. Es ist eine rein mentale Sache,“ ergänzt sie.

 

Am Wochenende hat Eva Lechner ihren 32. Geburtstag gefeiert. Das Team gratulierte, mit einer Überraschungstorte. Das Weltcuprennen in Andorra war mit Rang 35 eine weitere Standortbestimmung. Sie hat es zu Ende gefahren und wurde nicht überrundet, wie so viele ihrer Kolleginnen, wenn auch nur knapp. Nun geht es in die Schweiz nach Lenzerheide. Und die Hoffnung auf einen weiteren Schritt nach vorne ist da, wenn sie sagt: „Ich fühle mich im Training sehr gut und bin fest überzeugt, dass ich es bald auch im Rennen umsetzen kann.“

 

 

Redaktion exklusiv für VeloTOTAL: Dr. Josef Bernhart

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