Bike the Rock – eine Klasse für sich

Sabine Spitz © Armin M. Küstenbrück – EGO-Promotion
Sabine Spitz © Armin M. Küstenbrück – EGO-Promotion

Das Kapitel 2017 wird in die Heubacher Chronik eingehen als eine gelungene Mixtur aus internationalem Top-Sport, familienfreundlichem Breitensport und faszinierenden Show-Elementen. Sabine Spitz und Mathias Flückiger wurden an diesem letzten April-Wochenende von vielen tausend Zuschauern gefeiert wie die Könige.

"Eine späte Liebe ist auch eine gute."

So kommentierte Moderator Heinz Hörhager den Sieg von Sabine Spitz. Die dreifache Olympia-Medaillengewinnerin Sabine Spitz hat so ziemlich alles gewonnen in ihrer Karriere, aber ehe sie das Bike the Rock in ihren Palmares einfügen konnte, musste sie ihre Karriere nach Olympia 2016 nochmals verlängern, musste 45 Jahre alt werden. Nicht, dass sie die Atmosphäre, den Event nicht gemocht hätte, doch den langen Anstieg würde sie am liebsten bei der Hälfte abschneiden – mindestens. Dieses Jahr wurde der Berg für sie jedoch zur Straße des Erfolgs.


"Der Sieg hat mir noch gefehlt", kommentierte Sabine Spitz ihren Triumphzug. Das Bike the Rock zu gewinnen bedeutet in der Szene Prestige. Zum ersten Mal seit 2012 konnte man also in Heubach wieder einen deutschen Sieg bei der Elite bejubeln, und die große Kulisse goutierte diese Überraschung mit Begeisterung. Auch weil es knapp war. Nur elf Sekunden trennten die Ukrainerin Yana Belomoina von Platz eins, und Weltmeisterin Annika Langvad aus Dänemark lag auch nur 27 Sekunden zurück auf Rang drei.

 

Mathias Flückiger siegt souverän
Dagegen machte es Mathias Flückiger bei den Herren gar nicht spannend. Von der ersten Runde an flog er der Konkurrenz davon, war „eine Klasse für sich“, wie sein Schweizer Landsmann Florian Vogel später bekennen sollte, und sorgte mit seiner Fahrweise für das Spektakel. Besonders im Downhill begeisterte er das Publikum. "'Bike the Rock' zu gewinnen, bedeutet mir schon etwas", sagte der gleichermaßen bescheidene wie sympathische Eidgenosse. Fast erstaunt über seine eigene Dominanz nahm er Platz auf dem Festival-Thron und wurde gefeiert wie ein König.
 
Für große Spannung sorgte das Duell um Rang zwei zwischen dem Franzosen Jordan Sarrou und Titelverteidiger Florian Vogel, das Sarrou schließlich hauchdünn für sich entschied. Das deutsche Heimpublikum freute sich über die jungen Markus Schulte-Lünzum (9.) und Ben Zwiehoff (12.), die mit etwas weniger Pech auch für ein Top-Fünf-Ergebnis gut gewesen wären. Vielleicht nächstes Jahr dann.

 

Schillernd, familienfreundlich und mit Unterhaltungswert
Die 18. Auflage ist schon gebucht. Das hat Bürgermeister Frederick Brütting am Ende eines wunderbaren Tages auf der Bühne gleich verkündet. Die Erfolgsgeschichte abrupt zu beenden, wäre allerdings auch ein – nun ja – Frevel. Das Bike the Rock genügte mit Sportlern aus 23 verschiedenen Nationen, inklusive Weltmeistern und Olympiasiegern, auch im nacholympischen Jahr allerhöchsten Ansprüchen und ist nicht nur in der deutschen Mountainbike-Szene ein bunt schillernder Juwel geworden. Doch das ist längst nicht alles, was das Bike the Rock powered by KMC ausmacht. Die beiden Veranstaltungstage sind eine gelungene Komposition: leistungssportlich top, in der Breite bestens aufgestellt und mit hohem familienfreundlichem Unterhaltungs-Wert.

"Super", "wunderschön" und "toll"
Der Fujibikes-Marathon hat bei seiner zweiten Auflage bei den Meldungen die Zahl 300 übertroffen, die 21-Kilometer-Runde findet großen Anklang. "Die Trails sind super", fand nicht nur Sieger Stephan Schiele. Und Michael Stichling vom Sponsor KMC, der es sich nicht nehmen ließ, selbst in die Pedale zu treten, hob auch die schönen landschaftlichen Perspektiven am Albrand hervor. "Wunderschön", findet Stichling.
Die Rennen für die Kids fügen sich ins samstägliche Programm bestens ein. Damit können alle Generationen ihren Spaß haben. Auch das risikofreudige Alter hat mit dem Downhill seine Plattform. Auch wenn es "nur" ein Hobby-Rennen ist, es säumten sehr viele Zuschauer den Streckenrand und sparten nicht mit Szenenapplaus für spektakuläre Sprünge. Kein Wunder, dass Roger Märki, Chef eines Schweizer Möbel-Hauses und des gleichnamigen Teams, schon am Samstag beeindruckt kommentierte: "Das ist super, wenn man hier hochkommt, was da los ist, echt toll."


Garniert wurde das Ganze von Marco Hösels und Hannes Herrmanns Trial-Show und den hochkarätigen Freestyle-Acts mit doppeltem Back-Flip und anderen Highlights. Das Publikum in Heubach ist längst fachkundig geworden, auch was die springenden und fliegenden Biker angeht. "Immer wieder ein klasse Event auf der Ostalb. Die schönste Sportart der Welt in vielen Facetten hautnah erleben", kommentierte ein User auf Facebook. Dem ist kaum was hinzuzufügen.

 

 

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