25 Jahre Velotech.de: Der Ö.B.U.V.

Die Geburtstagstorten schmeckten auch gut.
Die Geburtstagstorten schmeckten auch gut.

Und plötzlich waren Drohnen in der Luft! Nicht, dass das jemanden noch wirklich überrascht hätte, an diesem Tag im High-Tech-Ambiente der Firma Velotech.de. Im großen Rahmen feierte man dort das 25-jährige Jubiläum.

Vor 25 Jahren, am 1. Oktober 1991, hatte in Schweinfurt Ernst Brust sein neues Gewerbe angemeldet: die „VELO-TECH Fahrrad-Entwicklungs- und Vertriebs GmbH“, die sich fortan auf so einigen Arbeitsfeldern tummeln sollte: Entwicklung von Fahrrädern und Fahrradkomponenten, Beratung von Firmen auf diesem Gebiet, Entwicklung und Beratung im allgemeinen Fahrzeugbau, Vertrieb von Fahrrädern, Fahrradkomponenten und Gegenständen des allgemeinen Fahrzeugbaus. Im Jahr 2007 folgte im Handelsregister die Namensänderung in „velotech.de“, wobei firmenintern das Kürzel „de“ eine etwas andere als die allseits bekannte Bedeutung gewonnen hat: Es steht seither ganz einfach für: „der Ernst“.


Exakt 25 Jahre später, am 1. Oktober 2016, feierte nun die Firma ihr 25-jähriges Bestehen. So viel Akkuratesse in Sachen Termin war zu erwarten, denn Exaktheit ist generell eine der wichtigsten Tugenden, die Ernst Brust für die Aufgaben in seinem Job und in seiner Firma mitbringen musste und muss.
Zum Zeitpunkt dieses Jubiläums hat Ernst Brust schon beachtliche 48 Berufsjahre hinter sich. Allein 20 Jahre davon war der spätere „Kaputtmacher“, wie er sich scherzhaft selber nennt, in der Produktentwicklung der Wälzlagerindustrie tätig. Er entwickelte Tret-, Kupplungs- und Radlager. Und dabei war er einer der maßgebenden Akteuere, die mit ihren genialen Erfindungen in Sachen Tretlager dem Fahrrad zum endgültigen Durchbruch verhalfen.

 

Als in den frühen Achtzigerjahren die FAG Schweinfurt die serienreife wartungsfreie Tretlagereinheit einführte, war Brust einer der verantwortlichen Spezialisten – und hat somit ein wichtiges Stück Fahrradgeschichte mitgeprägt. Doch dann wechselte er – ganz im Wortsinne – das „Lager“: Bei seiner nächsten Anstellung – als technischer Leiter bei Winora – wird Brust zum Komplettradentwickler: Er erregt Aufsehen mit dem faltbaren Rennrad „Take-off“, für das er auch gleich den passendem Transportkoffer mitliefert. Und auch mit einem speziell für den Stadteinsatz konzipiertes Rad mit Faltpedal und Mantelschoner ist er durchaus wieder seiner Zeit voraus. Gar ministeriales Lob gab es damals für eine Mehrweg-Stülpverpackung für den Radversand: Der damalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer höchstpersönlich spendete Lob für das bis zu 30 Mal verwendbare „Colli Bike System“.

Ernst Brust (links) erhält die Ehrenurkunde der IHK.
Ernst Brust (links) erhält die Ehrenurkunde der IHK.

Seiner Zeit voraus wollte Ernst Brust auch wieder sein, als er im Rahmen der Velotech-Gründung 1991/1992 bei der IHK anklopfte und sich als „öffentlich bestellter Sachverständiger für Fahrradschäden- und -bewertung“ zur Vereidigung bewarb. Gerne wäre er der historische Erste gewesen, der für diese Tätigkeit eingesetzt wurde, aber in dieser Hinsicht kam ihm die IHK Lübeck mit einem Bewerber zuvor. Doch erlebte Brust im Jahr 2013 eine Art Genugtuung, als ihm im Mai nach einer Anhörung der IHK Würzburg-Schweinfurt eine Erweiterung seines Sachgebiets und Aufgabenfeldes auf die Produktgruppe E-Bikes genehmigt wurde. Seitdem hat Brust ein richtiges Alleinstellungsmerkmal: Er ist einer der ganz wenigen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständige für Elektrofahrräder auf der Welt. 

Brust weiß nach jahrelangem Engagement im Produktfeld der E-Bikes, warum die motorisierten Gefährte nicht einfach wie herkömmliche Fahrräder behandelt werden sollten: „Sie sind im technischen und gesetzlichen Themengebiet deutlich komplexer und umfangreicher zu betrachten, als es die rein mechanischen Räder sind. Kompetente und neutrale Sachlagenbeschreibung ist für viele Interessenskreise daher unabdingbar.“*

Elektroräder im Teststress.
Elektroräder im Teststress.

Neben diesem Alleinstellungsmerkmal ist der selbst ernannte „Fahrrad-Freak“ auch noch öffentlich bestellter und vereidigter (gerne abgekürzt als: ö.b.u.v.) Sachverständiger für einige andere Produktgruppen. Das Aufgabenfeld umfasst insgesamt:

• Fahrräder
• E-Fahrräder
• Rollsportgeräte
• Gehhilfen
• Rollatoren
• Rollstühle
• E-Rollstühle
• Treppenraupen
• Drohnen


Die 25-Jahre-Feier fand mit vielen Freunden, Branchengrößen und Offiziellen dort statt, wo die Velotech auch schon so lange zu Hause ist: ganz nahe am Schweinfurter Hauptbahnhof. Auf drei Stockwerke erstreckt sich das Institut, und zur Feier des Anlasses waren sehr viele Testmaschinen im Einsatz – sehr viele. Was für ein vielstimmiges Pumpen und Zischen und Seufzen und Stöhnen! Und überall Fahrräder, wo immer sich noch genug Platz dafür findet. Rund 200 Räder durchlaufen im Jahr die moderne „peinliche Befragung“ im Hause. Auftraggeber sind Bikehersteller, Fachblätter, Versicherungen und Gerichte. Als wir uns schließlich verabschieden, ist vor dem Hallentor ein markantes Surren zu hören. In der Luft schwebt eine Drohne, sie zeigt den zahlreichen interessierten Beobachtern, mit welchem neuen Betätigungsfeld man ab sofort bei Velotech.de noch zu rechnen hat. Der jungen, rund 15 Leute zählenden Velotech-Mannschaft gefällt das gut.

Öffentlich bestellt und vereidigt: Ernst Brust ist Sachverständiger für Fahrräder.
Öffentlich bestellt und vereidigt: Ernst Brust ist Sachverständiger für Fahrräder.

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