Eva Lechner: In der Ruhe liegt die Kraft

Trost für Eva Lechner: "Es geht wieder aufwärts" © Luna-Team/Matt DeLorme
Trost für Eva Lechner: "Es geht wieder aufwärts" © Luna-Team/Matt DeLorme

Tolle Kulisse und tolles Wetter in Lenzerheide (SUI). Die Rahmenbedingungen für ein Mountainbikefest ideal. Alles andere als die aktuelle Form von Eva Lechner. Die Südtirolerin hat es derzeit schwer. Der Druck wächst, steht doch Olympia vor der Tür.

 

"Es ist derzeit sehr schwer für mich. Alle Welt verlangt Bestleistungen, aber ich muss mich erholen, erholen von meinen Rückenproblemen", so Eva Lechner nach der WM in Nove Mesto, die sie nicht unter den besten Dreißig beenden konnte. Und sie ergänzt: "Ich verstehe die Erwartungshaltung, aber es gilt nun auf mich selbst Rücksicht zu nehmen." Rücksicht im Hinblick auf das große Saisonziel. Olympia in Rio. Eva Lechner ist das Dilemma anzumerken. Auf der einen Seite ist sie als Fixstarterin auch eine Medaillenhoffnung für Italien. Auf der anderen Seite läuft es derzeit alles andere als rund. Auf die Situation konkret angesprochen, sagt Eva Lechner: „Bei der WM hat sich meine derzeitige Konstellation genau gezeigt. Ich bin in der Lage, für kurze Zeit mit den besten der Welt mitzufahren. Aber dann lässt meine Kraft nach. Die Probleme mit dem Rücken, nicht auskuriert, der psychische Druck, das alles ist in der laufenden Saison nicht so leicht in den Griff zu kriegen, aber ich arbeite mit Hochdruck daran, dass ich wieder ganz fit werde.“
 
Vor allem Richtung Olympia ist die Saisonplanung eine gezielte. Eva Lechner hat zwar nicht mehr den Druck, sich qualifizieren zu müssen. Der einzige für Italien reservierte Startplatz im Cross Country-Bewerb geht an die Südtirolerin, das steht schon seit einigen Wochen fest. Aber die persönliche Erwartungshaltung und jene des Teams, der Fans und einer ganzen Nation wiegen natürlich schwer. Das merkt man. Medientermine stehen an und nicht jede Anfrage kann in dieser Situation erfüllt werden. Eva Lechner bittet um Verständnis: „Ich muss derzeit genau abwägen, was ich zusätzlich an Promotion machen kann. Meinen Fans und allen, die mich unterstützen sei gesagt, dass ich sie nicht vergesse, aber ich muss momentan alles auf die Olympiavorbereitung auslegen. Dazu brauche ich die nötige Ruhe, um wieder voll zu Kräften zu kommen.“
 
Das UCI-Weltcuprennen in Lenzerheide (Kanton Graubünden) hat die Schwedin Jenny Rissved gewonnen. Zweite wurde die amtierende Weltmeisterin Annika Langvard aus Dänemark vor Lokalmatadorin Jolanda Neff. Für Rissved ist es der erste Weltcupsieg in der allgemeinen Damenklasse. Und auch Eva Lechner kann zufrieden sein. Während es für die Südtirolerin zu Beginn des Rennen mühsam verlief, konnte sie sich mit zunehmender Renndauer immer mehr steigern und am Ende noch unter die Top 20 fahren. Rang 19 ist ein Ergebnis, das angesichts der letzten Renneinsätze und Mühen durchaus Hoffnung gibt.
 
Redaktion: Dr. Josef Bernhart

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