Vom Fahrradlenker zum Fahrradlenker

Wilhelm Humpert erklärt das ergonomische Konzept der Ergotec-Produkte.
Wilhelm Humpert erklärt das ergonomische Konzept der Ergotec-Produkte.

Der erste Weltkrieg war kaum vorbei, da fertigte Wilhelm Humpert I seine ersten Fahrradlenker. Jetzt steuert das deutsche Familienunternehmen stolz auf sein 100-jähriges Jubiläum zu – nach wie vor den Lenker fest im Griff.

1918 machte sich Wilhelm Humpert I im damals sehr beschaulichen Ortskern von Wickede auf, eine Jahrhundertgeschichte zu schreiben. Er begann mit der Produktion von Fahrradlenkern, Luftpumpen, Schutzblechen, Griffen und anderen Fahrradzubehörteilen, die sich zu dieser Zeit verkaufen ließen.
Die Bedeutung des Fahrrades als Verkehrsmittel stieg von Jahr zu Jahr. Kaum jemand, der auf diese Art der Fortbewegung verzichten konnte. Damit einher ging die Gründung weiterer auf Fahrrad­teile spezialisierter Werke, und dies war sicherlich ein Grund, warum sich die Firma Humpert 1937 unter der Leitung von Wilhelm Humpert II auf Fahrradlenker fokussierte. Genannt wurde das Unternehmen fortan Wilhelm Humpert jun. GmbH, Spezialfabrik für Fahrradlenker in sämtlichen Ausführungen.

 

Ergonomie vor hundert Jahren.
Ergonomie vor hundert Jahren.

Nach dem 2. Weltkrieg ging es wie gewohnt im Ortskern von Wickede am alten Produktionsstandort weiter. Im Rahmen der Stadtkernsanierung verließ Humpert den angestammten Platz und zog in das Industriegebiet Erlenstraße um. Der Neustart erfolgte auf 1.000 Quadratmetern mit automatischer Gestellgalvanik. Zu dieser Zeit übernahmen dann Wilhelm und Wolfgang Humpert – damals schon in dritter Generation – das Unternehmen und vergrößerten es stetig.

Der Firmensitz damals.
Der Firmensitz damals.

Und dann ging es Schlag auf Schlag: 1984 erfolgte der Neubau der Doppel-Nickel-Chrom-Galvanik. Im Jahre 1992 wurde die Nachbarimmobilie übernommen. Damit verdoppelte man auf einen Schlag die Unternehmensgröße. 1998 übernahm schließlich Wilhelm Humpert IV. die Geschäftsführung und strukturierte den Betrieb um.

Der Firmensitz heute.
Der Firmensitz heute.

Humpert goes Asia: Im Jahr 2002 war es soweit. Mit der Gründung von Humpert Asia International in Taipei, Taiwan, erfolgte dieser zusätzliche Schritt, der für die weitere Entwicklung von Humpert Deutschland enorm wichtig war, konnten doch jetzt nach Anleitung und Entwicklung im Heimatstandort günstig Produkte in Fernost gefertigt werden.
Expansion zwar nicht um jeden Preis, aber gut durchdacht, führte zum Erwerb des Galvanowerks in Iserlohn. Analog zum Betrieb in Wickede baute Humpert sich dort ein zweites Standbein auf.
Die Macht des Endverbrauchers erkannten die Macher mit und um Wilhelm Humpert IV. bereits vor knapp zehn Jahren. Die Radler waren bereit, für qualitativ gute Produkte Geld auszugeben. Aber dafür benötigte man eine Marke, die diese Qualität transportieren konnte. Entsprechend präsentierte man 2009 die neue Markenstrategie „ergotec“. Unter dieser Marke werden seither sämtliche Produkte mit ergonomischem Anspruch vertrieben.
Der neuen Markenstrategie folgte dann die technische Erneuerung der Produktion. 2010 eröffnete das Testcenter für Fahrradlenker und Sattelstützen mit vier Big Bull Testmaschinen. 2012 startete das Wafios-Biegecenter mit Kuka Roboter. Unterstützung fand Wilhelm Humpert IV. in dieser Zeit von seinem Bruder Ralf Humpert, der zum 2. Geschäftsführer berufen wurde. Heute produzieren ca. 125 Mitarbeiter an den zwei Standorten Wickede und Iserlohn. Kernkompetenzen sind die Rohrbearbeitung und die Oberflächentechnik.

Wilhelm Humpert IV (rechts) und Prokurist Jens Stahlschmidt vor dem Fahrradgemälde im Eingang.
Wilhelm Humpert IV (rechts) und Prokurist Jens Stahlschmidt vor dem Fahrradgemälde im Eingang.

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