VELOBerlin 2016: Messethema "Parken von Fahrrädern"

Schutz vor Diebstahl, Beschädigung und vor Wind und Wetter: das sichere Unterbringen von Rädern wird
immer wichtiger – und ist in diesem Jahr einer der Schwerpunkte der Fahrradmesse VELOBerlin (16. bis 17. April). Hersteller, die S-Bahn, der VBB und die BVG präsentieren in der Sonderschau "VELO Park&Ride" Lösungen. Und der Berliner Senat präsentiert seine "Strategie Fahrradparken".

 

Ein Trend sind "Bike-Boxen" und "Bike-Safes". Solche geschlossenen Unterbringungsmöglichkeiten werden von mehreren Anbietern in unterschiedlicher Ausführung gezeigt.

 

Boxen statt Berliner Bügel

Boxen schützen die Räder weit besser als die bisher meist eingesetzten "Berliner Bügel", die auch nur selten überdacht sind. Die meisten Boxen lassen sich dabei für beliebig viele Räder dimensionieren und sind mit Chipkarten (so genannte RFID-Chips), Codes oder Zylinderschlössern abschließbar. Sie bieten nicht nur Platz für das Rad, sondern auch für zusätzliche Koffer und Taschen. E-Bikes können in diesen Fahrradsafes oft auch geladen werden.

  • Einen sicheren Stellplatz mit der App buchen: Velo Easy stellt seine Fahrradbox vor, in der man sich beispielsweise am Bahnhof Lichtenberg (Ausgang Irenenstraße) ein Plätzchen für sein Bike mieten kann (Link: velo-easy.de).
  • Die abschließbaren "Safetydock"-Boxen der Firma Innovametall werden in Österreich auch schon als Rückgabeort für Leihräder eingesetzt (Link: safetydock.at).
  • Das Unternehmen Walter Solbach Metallbau GmbH aus Nordrhein-Westfalen zeigt seine vom ADFC empfohlenen BikeBoxen, die Schutz vor Diebstahl, mutwilliger Zerstörung und schlechtem Wetter bieten
  • und vor allem für Kunden wie Unternehmen, Wohnanlagen, Schulen, Vereine oder Campingplätze gemacht sind (Link: wsm.eu).
  • Die Firma Rasti bietet Ersatzteilautomaten und Reparaturstationen an, durch die Radparkplätze zugleich zu einer Servicestation im Radleralltag werden (Link: rasti.eu/de).

 

Raderkennung: "Fahrradleichen in Berlin"
Ein großes Problem im Öffentlichen Raum sind "Fahrradleichen", also Räder, die dauerhaft zurückgelassen werden: Laut einer Studie des Magazins fahrrad.de war jedes 22. auf Parkflächen angeschlossene Rad nicht mehr funktionsfähig. Viele davon waren an umliegenden Geländern und Laternenpfählen angeschlossen; mindestens zwei Prozent der regulären Stellflächen waren durch solche Schrotträder blockiert. Hinzu kommen intakte, aber nicht mehr verwendete Räder.

  • Die niederländische Firma Klaver Fietsparken stellt ihr "Bicycle detection"-System vor, das die Parkdauer der Räder auswertet und anzeigt, wenn Räder zu lange stehen bleiben. Wie dieses System praktisch angewendet werden kann, wird auf der VELO vorgeführt. (Link: klaverfietsparkeren.com)

 

Parken in mehreren Etagen
Um mehr sichere Parkmöglichkeiten zu schaffen, gehen andere Anbieter in die Höhe: senkrecht aufgestellt oder auf mehreren Ebenen übereinander lassen sich auf begrenztem Raum viele Fahrräder unterbringen.

  • Im Pegasus-System des Anbieters Orion Pegasus-System entlastet ein hydraulischer Heber den Nutzer davon, sein Rad selber in die Höhe zu heben, wenn es in die zweite Etage des Doppelstockparkers gebracht wird.
  • Das Schwarzwälder Stadtmobiliar-Unternehmen Kienzler kombiniert die Ansätze "Box" und "Doppelstock" in stapelbaren Bike&Ride-Boxen mit ausziehbarer Parkschiene. Die Boxen werden inzwischen erfolgreich am S-Bahnhof Griebnitzsee eingesetzt (Link: kienzler.com).
  • Immer beliebter sind gerade in Berlin elegante Vorrichtungen, um das geliebte Rad auch in der Wohnung unterzubringen. Die Berliner Firma Mikili bietet dazu ein einfaches und schönes Radmöbel an, dasgleichzeitig als Ablage oder Schublade dient (Link: mikili.de)


Wer mit dem Fahrrad zur VELOBerlin kommt, findet am Eingang Ost eigens vorgesehene Parkflächen. Hier gibt es auch einen kostenlosen Rad-Check.

 

Hintergrund: In Berlin sollen mehr Parkplätze für Räder gebaut werden

 

Sichere und innovative Parkmöglichkeiten werden für Stadtplaner und Architekten immer wichtiger, da auch Mieter, Eigentümer und Arbeitnehmer sie fordern. Strecken unter fünf Kilometern werden laut einer Studie schon zu 58 Prozent von Arbeitnehmern mit dem Rad zurückgelegt. Und gerade Besitzer wertvoller Räder und E-Bikes liefern ihr Gefährt ungern dem Wetter und Dieben aus: Immerhin werden in Deutschland jährlich rund 340.000 Räder gestohlen, die Dunkelzimmer ist hoch.

Dabei fehlen nach wie vor Möglichkeiten, Räder jenseits von Laternenpfahl und Innenhof abzustellen. Gerade in Berlin sei „ein Drittel der untersuchten Standorte“ an Berliner Bahnhöfen zu mehr als hundert Prozent ausgelastet, befand kürzlich Enrico Howe, Wissenschaftler am Berliner Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ). Für die rund 1,5 Millionen Radfahrten täglich in der Hauptstadt werden mehr Stellplätze benötigt. Die Studie des InnoZ ergab, dass jedes dritte Rad nicht
mehr an den regulären Ständern geparkt werden konnte, sondern an umgebenden Zäunen, Leuchten oder Bäumen angeschlossen wurde – und das  schon in den verkehrsarmen Wintermonaten Januar und Februar 2016.


Arbeitgeber, Vermieter und Kommune sollten darum sichere Parkmöglichkeiten für Zweiräder ermöglichen – zumal sich das für sie rechnen kann: Ein PKW-Parkplatz kostet im Durchschnitt sieben Mal so viel wie ein
Radstellplatz.

 

Rahmenprogramm zum Thema "Fahrradparken" auf der VELOBerlin 2016
Die Veranstaltung "Fahrradparken" richtet sich besonders an Wohnungsbaugesellschaften, Handel, Bezirke und Architekten. Sie sind eingeladen, um gemeinsam mit dem Senat, den Vertretern des Öffentlichen
Nahverkehrs und den Herstellern der Parksysteme Bedürfnisse und konkrete Projekte zu besprechen.
Im Anschluss um 16:30 Uhr lädt der Hersteller Mesa Systemtechnik zu einer eigenen Veranstaltung ein, um sein System WLOAD für das kabellose Laden von Elektrokleinfahrzeugen wie E-Bikes vorzustellen.
Bei der Podiumsdiskussion "Rund ums Fahrradparken" geht es um neue Strategien für das Fahrradparken in Berlin. Unter anderem BVG und VBB stellen den Messebesuchern ihre Konzepte für die Reise mit Rad und
öffentlichen Verkehrsmitteln vor.

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