Bora-Argon 18: Ralph Denk umreisst die Ziele 2016

Teamchef Ralph Denk © Bora-Argon 18
Teamchef Ralph Denk © Bora-Argon 18

Seit 2015 gibt es das UCI Professional Continental Team Bora–Argon 18. Hauptsponsor und Namensgeber ist die Firma Bora,  Betreibergesellschaft des Teams ist die Ralph Denk Pro Cycling GmbH. Bora hat einen bestehenden Sponsorenvertrag bis Ende 2019, beide Parteien verfolgen eine langjährige Strategie.

 

 

Teil dieser Strategie ist die Umsetzung einer eigenen Team-Identität, die sich an einer völlig neuen Wertehaltung orientiert und für nichts Geringeres als einen erneuerten Radsport steht. Großes Nahziel für dieses Jahr ist es, zum ersten Mal zwei große Landesrundfahrten in Angriff zu nehmen. Im folgenden Interview erläutert Teamchef Ralph Denk die Ziele für das Jahr 2016:

 

Herr Denk, die letzte Saison war sicherlich eine erfolgreiche, nicht zuletzt wegen dem Sieg von Emanuel Buchmann bei den Deutschen Meisterschaften. Was können wir in diesem Jahr erwarten?
Denk: Bis hierhin sind alle unsere Fahrer gut, das heißt gesund, durch den Winter gekommen. Im Camp auf Mallorca holen wir uns jetzt den letzten Schliff, dann können die ersten Rennen kommen.
 
Wie sieht der Rennkalender zum Beginn der Saison aus?
Denk: Wir haben einen tollen Auftakt mit Mallorca Challenge, Qatar Rundfahrt und Oman Rundfahrt für die Klassiker-Gruppe. Die Rundfahrer starten mit Murcia und Algarve Rundfahrt. Somit können wir allen Fahrern ein vernünftiges Programm zum Saisonstart bieten. Das ist nicht selbstverständlich, da gerade im Frühjahr Einladungen zu den Rennen sehr umkämpft sind. Ich bin stolz, dass der Auftakt für uns aber sehr gut aussieht.
 
Wen sehen sie in der Klassiker-Gruppe, bzw. wen bei den Rundfahrern?
Denk: Für die Klassiker haben wir Schillinger, Pöstlberger, Achbold, Dempster, Thwaites, Schwarzmann, Matzka, Bauhaus und Pfingsten eingeteilt. Auf die größeren Rundfahrten bereiten sich Nerz, Buchmann, Mendes, Voß, Konrad, Benedetti, Herklotz und Mühlberger vor.
Sam Bennett wird – als unser Sprinter – zwischen den Programmen wechseln. Auch Rüdiger Selig und Jan Bárta werden Teile aus beiden Programmen absolvieren.

 

Was ist mit Bartosz Huzarski?
Denk: Bartosz hat sich im Winter einer Schulter-OP unterzogen, da er immer mal wieder mit einer ausgekugelten Schulter zu kämpfen hatte. Das sollte mit der OP jetzt der Vergangenheit angehören. Er braucht allerdings noch etwas Zeit, um wieder 100% für die Rennen bereit zu sein. Hier im Camp sieht seine Form auch schon wieder ganz ordentlich aus, er wird aber erst im März in das Rennprogramm einsteigen. Dann wird er sich als "road-captain" auch wieder um unsere jungen Fahrer kümmern.
 
Stichwort junge Fahrer. Wer ist neu im Team?
Denk: Ich denke, wir haben uns vor allem für die Zukunft gut verstärken können. Wie immer setzten wir stark auf junge Talente, bei denen wir der Meinung sind, dass diese sich gut entwickeln werden. So wie das auch bei Emu (Emanuel Buchmann) schon gut geklappt hat.
Silvio Herklotz, Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger sind drei solcher Talente. Herklotz und Mühlberger sind gute Bergfahrer; wir werden versuchen, sie als Klassementsfahrer aufzubauen. Pöstlberger ist ein Allrounder, er kann sich bereits im Frühjahr bei den Klassikern beweisen, hat aber auch schon gezeigt, dass er Rundfahrten gewinnen kann. Zusätzlich haben wir mit Rüdiger Selig einen Fahrer verpflichtet, der bereits World Tour Erfahrung sammeln konnte. Er war die letzten Jahre bei Katusha im Zug von Alexander Kristoff ein wichtiger Mann. Bei uns wird er eine ähnliche Rolle für Sam Bennett spielen. 
 
Von den neuen und jungen Fahrer wird man sicherlich noch nicht zu viel erwarten. Wer sollen die Leistungsträger sein?
Denk: Von Sam Bennett erwarten wir, oder erhoffen uns, natürlich schon wieder den einen oder anderen Sieg. Auch Jan Bárta soll bei kleineren Rundfahrten durch seine Zeitfahrstärke, aber auch bei den Klassikern im Norden einer unserer Kapitäne sein.
Dominik Nerz hatte ein miserables Jahr und war einfach vom Pech wie verfolgt. Wir wissen aber, was er kann, daher bin ich auch sicher, dass er uns in diesem Jahr wieder sein volles Potential zeigen wird. Für die großen Rundfahrten sehe ich aber eher eine Dreier-Spitze, neben Nerz mit Buchmann und Patrick Konrad. Buchmann und Konrad haben sich sehr gut entwickelt, ich denke, beide sind nun für Größeres bereit. Zusätzlich wird Gregor Mühlberger die eine oder andere Freiheit bekommen. Er kann ganz ohne Druck in die Saison starten. Aber ich denke, dass er vielleicht schon dieses Jahr für die eine oder andere Überraschung sorgen kann.
 
Gibt es sonst noch etwas Neues zu berichten beim Team BORA – ARGON 18?
Denk: Ganz dick auf dem Zettel habe ich, dass wir zum ersten Mal zwei große Landesrundfahrten in Angriff nehmen möchten. Natürlich sind wir von Wildcards abhängig, haben uns aber bei Tour und Vuelta beworben. Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, für beide Rundfahrten eine Einladung zu bekommen. Wir könnten so vor allem den jungen Fahrern ebenfalls die Möglichkeit geben, sich an einer dreiwöchigen Rundfahrt zu beweisen und zu wachsen. Ich denke aber auch, dass Fahrer wie etwa Ralf Matzka durch eine dreiwöchige Belastung den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen könnten.
 
Herr Denk, vielen Dank für das Gespräch.

 

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