Schwalbe recycelt Schlaeuche



Die Nachricht verursachte Begeisterung: Schwalbe recycelt alte Schläuche zu neuen Schläuchen.

Der Kunde gibt seine alten Schläuche kostenlos beim Händler ab. Dieser schickt die Schläuche an die deutsche Firmenzentrale von Schwalbe. Von dort werden sie per LKW nach Antwerpen transportiert und zuletzt mit dem Container nach Jakarta verschifft.

In der Schwalbe-Fabrik werden die Ventile aus dem Schlauch geschnitten und das Gummi devulkanisiert. Das erhaltene Produkt, das Devulkanisat, kann nach Zugabe von Vulkanisationschemikalien bei der Herstellung neuer Schläuche an Stelle frischer Gummimischung verarbeitet werden. Trotz der langen Transportwege fällt die Energiebilanz sehr positiv aus: Für recyceltes Butyl braucht man nur ein Viertel der Energie, die man für die Gewinnung neuen Butyls braucht. Das Recyclingverfahren ist schon seit Jahren so erfolgreich im Einsatz, dass laut Schwalbe heute bereits jeder neue Standardschlauch aus 20 Prozent recyceltem Material besteht. Der Eurobike war das den begehrten Green Award wert.

 


 

Hier zwei Beispielrechnungen:


A. Szenario Schlauchrecycling
1. Transport der alten Schläuche nach Reichshof per Postpaket (geschätzt1) 5,5 MJ/kg
2. Transport Reichshof – Antwerpen Hafen per LKW (Distanz 260 km) 2 1,1 MJ/kg
3. Transport Antwerpen – Jakarta per Containerschiff (Distanz 15.800 km) 2 2,4 MJ/kg
4. Devulkanisation bei R&R nahe Jakarta (Stromverbrauch 0,72 kWhel/kg) 3 7,8 MJ/kg
Gesamter Energieverbrauch (Rohöl) 16,8 MJ/kg


Wird dagegen der Schlauch ausschließlich aus Neumaterial, also Rohöl produziert, ergibt sich folgendes Bild:


B. Szenario Neumaterial 4
1. Synthese von Butylkautschuk (70% x 55,8 MJ/kg) 4 39,1 MJ/kg
2. Synthese von Ruß (30% x 126,5 MJ/kg) 4 37,9 MJ/kg
3. Gutschrift für die Verbrennung der alten Schläuche in einer MVA 5 - 13,0 MJ/kg
Gesamter Energieverbrauch (Rohöl) 64,0 MJ/kg


Der Vergleich zeigt, dass für das Recycling der alten Schläuche trotz des aufwändigen Transports nur ein Viertel der bei der Neuproduktion verbrauchten Energie benötigt wird. Interessant ist auch, dass die Produktion des als Füllstoff verwendeten Rußes noch (energie-)aufwändiger als die Butylkautschukherstellung selbst ist. Da der Ruß bei der Devulkanisation im Gummi verbleibt, wird er ebenfalls wiederverwendet.

 

Und hier findet der Fachhändler sein Online-Werkzeug zum Recycling: www.schwalbe.com/recycling-service

Kommentar schreiben

Kommentare: 0