München: Täglicher Green City-Radlshuttle für Berufspendler

© Green City e.V.
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Sicher zum Arbeitsplatz! Unter diesem Motto organisierte die Umweltorganisation Green City e.V. am 11. Juni um 8:30 Uhr stadteinwärts auf der Lindwurmstraße zum ersten Mal einen "Radlshuttle" für Berufspendler. Interessierte Radler sammelten sich dafür an der Ampel vor dem Stemmerhof in der Plinganser Straße, um gemeinsam auf einer der zwei Fahrspuren sicher und entspannt auf der Lindwurmstraße Richtung Innenstadt zu fahren – statt sich auf dem engen Radweg zu drängen. Am Sendlinger Tor löste sich der "Radlshuttle" auf.


Fortan möchte Green City e.V. diesen Service allmorgendlich werktags in der Lindwurmstraße anbieten und hofft, dass er sich dort und anderswo in München etabliert.
 
Die Idee reifte aus dem Bedürfnis vieler Radfahrer, sicher zu Arbeit zu gelangen. Andreas Schuster, Mobilitäts-Experte bei Green City e.V. erklärt: "Auf den schmalen Radwegen und angrenzenden Gehwegen herrscht jeden Morgen aufgrund der großen Anzahl von Pendlern gefährliche Enge. Der zur Verfügung stehende Platz reicht bei weitem nicht aus. Wie soll das erst werden, wenn der Radverkehr nach dem erklärten Ziel der Landeshauptstadt München in den nächsten Jahren zunimmt?"


Seit Green City e.V. sein Büro in der Lindwurmstraße bezogen hat, sehen und erleben die Umweltschützer selbst täglich brenzlige Situationen. Sie wissen, dass im Rathaus die Problematik bekannt ist, aber auch dass die derzeitige Stadtregierung aus CSU und SPD bislang keine Lösung vorgelegt hat. Deshalb hat Green City sich nun selbst um eine Lösung gekümmert und möchte mit dem "Radlshuttle" die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger erhöhen.


Dafür macht sich die Umweltorganisation Paragraph 27 der Straßenverkehrsordnung (StVO) zunutze. Er sieht vor, dass 15 oder mehr Radfahrer einen so genannten "geschlossenen Verband" bilden, der sinngemäß gleiche Rechte wie ein Fahrzeug genießt. Dies bedeutet beispielsweise, dass der komplette Radlerzug über eine rote Ampel fahren darf, wenn der Erste der Gruppe sie noch bei Grün passiert. Zudem ist die Radwegbenutzungspflicht nach Paragraph 2 (4) StVO aufgehoben, und die Radler dürfen auf der Fahrbahn zu zweit nebeneinander fahren.


Schuster ist wichtig, dass die Umweltschutzakteure mit ihrer Aktion nicht die Autofahrer provozieren wollen: "Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind Teil des Verkehrs!" Er zieht ein zufriedenes Resümee: "Es haben fast doppelt so viele Radler teilgenommen, wie erwartet. Sie haben heute morgen davon erfahren und sich spontan angeschlossen. Unsere wichtigste Erkenntnis: Alle Autofahrer haben gelassen auf uns reagiert. Da sind die Bürger weiter als Politik und Planer. Sie teilen sich die vorhandene Fläche und respektieren einander. Manchmal muss man Dinge eben einfach nur machen!"


Er würde sich freuen, wenn das Beispiel Schule macht und sich auf allen gefährlichen Straßenabschnitten Radler zu einem "Shuttle" zusammenschließen.



Interessenten können sich dafür gerne bei Green City e.V. melden: andreas.schuster@greencity.de, (089) 890 668 -319. Der "Radlshuttle" ist eine Aktion der Kampagne #MucOhneMief, mit der sich Green City e.V. für eine neue Verkehrskultur in München einsetzt.


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